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Gedanken zu Instagram

Am Sonntag und Montag ist es mal wieder passiert. Die Followerzahl bei Instagram ist merklich geschrumpft. Und das nur weil ich zwei, drei Posts zur Wahl gepostet hatte.

Das ist mir so schon öfter passiert. Nicht unbedingt wegen politischen Themen. Sondern auch einfach so, sobald ich mich auch nur einen halben Schritt aus der heilen Welt wage und etwas poste das eben nicht nur positiv ist.

Immer wenn das so ist, merke ich dass viele Instagram-User wirklich lieber die plüschige heile Welt haben wollen. Niedliche Babyfotos am laufenden Band. Am besten inklusive glücklicher Mami – Die darf nie übermüdet oder genervt sein. Schickes White Interieur, aufgehübschte, gestellte Fotos von glücklichen Familien. Bloß nichts aktuelles, bloß nichts negatives. Es wird immer kritisiert dass Accounts, die so posten Druck auf Mütter ausüben denen es eben nicht so geht. Wo nicht immer alles schön ist. Weil sie denken „Wieso ist das bei mir nicht so wie bei denen? Hab ich ein Problemkind? Mache ich etwas falsch?“ oder dass sie sich dadurch schlecht fühlen, wenn sie mal genervt sind. Aber ganz ehrlich? Es wollen ja viele auch so!

Es geht mir übrigens nicht darum dass User genau das tun was ich empfehle: Nämlich zu entfolgen wenn einem ein Account nicht zusagt anstatt zu kritisieren. Sondern wie gesagt das kritisieren oder eben das direkte entfolgen nach einem einzigen Post der einem nicht in den Kram passt. Das ist ja ungefähr so als ob ich Freunden sage „Du bist nicht mehr mein Freund wenn du nicht zu 100% nur das tust was ich gut finde!“

Ich folge vielen tollen Accounts. Und ganz ehrlich, nicht immer finde ich jeden Beitrag 100% gut. Aber das ist kein Grund für mich zu entfolgen. Und vielleicht gehts ja manchem Leser hier auch so, dass er nicht alles, was ich blogge gut findet oder lesen mag. Aber ich hoffe ihr kommt trotzdem wieder 😉

Denn es geht ja um das Gesamtbild. Man muss ja nicht alles mögen oder gut finden. Man muss nicht 100% einer Meinung sein. Wäre ja auch langweilig wenn es so wäre! Klar, wenn sich jemand verändert und man nicht mehr zusammen passt, dann entfolgt man, liest nicht mehr. That’s Life.

Mir hat noch keiner Jammern vorgeworfen, ich habe es aber schon öfter in Accounts gelesen, denen ich gerne folge. Accounts von ganz normalen Mamas, wo eben nicht alles gut läuft. Die vielleicht ein krankes Kind haben und über die Probleme berichten die sie haben oder gerade mal eine schlechte Phase. Gehört dazu. Zum Leben.

Aber dann kommen irgendwelche User und meinen Vorschriften machen zu müssen was Menschen posten dürfen.

„Deine Jammerposts nerven“

„Sieh doch nicht immer das negative, sei froh dass dein Kind lebt“

„So was will doch keiner lesen“

Ööööhm… Ich bin ja der Ansicht dass, egal ob Twitter, Instagram oder andere Netzwerke, jeder User selber entscheiden kann, was er postet und zeigt. Wem das nicht passt, der kann ja entfolgen. Man zwingt ja niemanden das was man schreibt oder zeigt auch zu lesen oder anzuschauen.

Ich könnte mittlerweile sicher eine Fünfstellige, wenn nicht sogar sechsstellige Followeranzahl haben, wenn ich mich bemühen würde, nur Fotos mit der Spiegelreflex zu machen, vorher zu bearbeiten und mir gute Texte dazu zu überlegen. Aber das bin nicht ich. Ehrlich gesagt ist mir das viel zu viel Arbeit, zu viel Zeit. Denn ganz ehrlich, wie viel Zeit würde dafür drauf gehen, erst 50 Fotos zu machen, dann das beste auszusuchen, zu bearbeiten etc. pp.

Wofür? Dass Menschen einem Gespenst folgen das ich erschaffen habe? Denn wenn ich das täte, wäre das, wie gesagt, nicht mehr ich. Es wäre ein virtuelles Ich, eigens für Instagram, für die Follower. Alleine der Gedanke fühlt sich schon unangenehm an. Das ist es doch nicht wert! Mir jedenfalls nicht.

Dann werde ich halt nie „groß“, dann werde ich halt nie viele Follower haben und vielleicht nie auch nur eine 4-stellige Followeranzahl haben. Aber dafür bin ich Ich geblieben. Dafür folgen mir die Follower die ich habe, weil sie mich und meine ungestellte Art mögen. Dafür freue ich mich, wenn ich mal ein richtig gutes Foto poste, weil mir mal ein richtig gutes gelungen ist. Und dafür habe ich mehr Zeit für andere Dinge.

Das soll übrigens keine Kritik an Account ein die eben jene Art zu posten nutzen und mögen. Das bleibt jedem selbst überlassen. Das muss jeder selber wissen. Hauptsache man ist damit glücklich 🙂

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Wie man sich mit einem Klick ins Unglück stürzt

Eigentlich könnte man meinen das gerade mir so was nicht passiert.

Ich, die der lieben Gemischtwaren den kompletten Blogumzug inkl. sämtlicher Anpassungen gewuppt hat und ne gewisse Ahnung von der Materie hat. Ich sollte es eigentlich besser wissen.

Aber, auch ich bau mal riesengroße Scheiße.

Ich hab mir gestern die Domain „nordherz.blog“ registriert. Allerdings bei einem anderen Anbieter. So musste ich also die Adresse manuell in meinen Webspace eintragen und war entsprechend im Backend unterwegs. (Die geht übrigens noch nicht. Das dauert etwas.)

Und wo ich da gerade am werkeln war, sah ich dass die alte Subdomain noch existiert, unter der ich damals den Blog umgezogen hatte bevor ich ihn offiziell in Betrieb nahm. Brauch ich nicht mehr. Weg damit. „Subdomain löschen“ geklickt.

Ein Fenster öffnete sich. „Sind sie sicher dass sie die Subdomain löschen bla bla bla…“ *Ja*

Äh MOMENT! Was stand da? Irgendwas mit Verzeichnis wird gelöscht. NOOOIIIIN! STOP!

URL aufgerufen

Apache Testseite. Blog wech. 😱😭

FTP Client gestartet und tatsächlich. Die meisten Dateien des Blogs waren weg. Fuck! Fuck, Fuck, Fuuuuuuck! 😵

Naja, aber die Datenbank wird noch da sein. Das ist die Hauptsache.

Nein, die Datenbank ist auch weg. Alle Beiträge weg. ALLES!

Ich war kurz davor zu heulen. Und in die Tischkante zu beißen. So dumm kann man doch gar nicht sein.

Backup war von März. Ich hätte zwischendurch welche machen sollen. Wirklich. Ich hätte mich schlagen können.

Ich schrieb eine Email an meinen Provider und fragte ob die mir helfen können. Hoffentlich ist da Freitags um 17 Ugr noch jemand da 😨

Konnten sie.

Für 11,90 EUR konnte ich eine Wiederherstellung beantragen. Die dann auch prompt durchgeführt wurde. Am Freitag Vorabend. Große Liebe.

Und jetzt hab ich für jede Nacht ein Teil-Backup und einmal wöchentlich ein volles Backup geplant. Sicher ist sicher.

Ich schäm mich über Wochenende trotzdem noch ein bisschen über meine eigene Dummheit.

Nerdiger Kram

Ein großer Tag für ein paar Kanadier

Viele Mamas werden jetzt sicher gleich wegklicken. Aber auch die Leidenschaft für PC-Spiele gehört zu mir.

Heute ist für Hinterland Games in Kanada ein ganz großer Tag. Und irgendwie fühle ich da mit, denn das Spiel und seine Entwicklung begleite ich schon seit knapp 3 Jahren. Seit dieser Zeit spiele ich den Sandbox-Modus und habe es immer noch nicht satt.

Heute um 17 Uhr wird „The Long Dark“ kein Early Access Spiel mehr sein. Nicht mehr Beta, nicht mehr in Entwicklung. Sondern ein fertiges Spiel.

Im Oktober 2014 habe ich es mir gekauft. Damals war es noch ganz am Anfang, frisch im „Early Access“ (das ist Steams Programm für Spiele die sich in der Entwicklung befinden. Sozusagen „Beta“-Spiele, man muss mit Abstürzen rechnen, kann nicht alles nutzen.. also schlicht und einfach: Unfertige Spiele).

Aber The Long Dark war nie ein typisches Early Access-Spiel. Ich hatte in den ganzen drei Jahren vielleicht 2 Abstürze. Die Jungs und Mädels von Hinterland waren immer schnell mit den Bugfixes. Schneller als manche Entwickler bei teuren, angeblich fertigen Spielen. Und nicht nur das. Es gibt selten, seeeehr selten Entwickler die dermaßen mit ihrer Community und ihren Spielern kommunizieren, sich ihre Wünsche, ihr Lob und Kritik dermaßen zu Herzen nehmen und es umsetzen wie die Leute von Hinterland.

Was ist „The Long Dark“ überhaupt?

Ein Survival Game. Bevor jetzt viele genervt mit den Augen rollen („Gibts doch wie Sand am Meer!“): Jaaa, mit Zombies und Trash. TLD ist aber definitiv einen Blick wert. Hier geht es um keine Zombies. Sondern um eine Katastrophe mit einem geomagnetischen Sturm. Wir sind mitten in der Pampa, in Eis und Schnee mit dem Flugzeug abgestürzt und keine Menschenseele ist mehr da. Kein Radio, kein Strom, alles tot. Nur wir sind da und ein paar Wölfe und, wenn man Pech hat, auch ein ziemlich böser Bär. Hier geht es um das nackte Überleben mit der Natur, Bären, Wölfen und sich selbst. Ach und dann wären da auch noch eventuelle Lebensmittelvergiftungen durch schlechtes Essen (Fischkonserven.. bööööse!), Knochenbrüche, Erfrierungen…

 

Klingt easy? Ist es aber nicht. Da gehört eine Menge Planung und logisches Denken dazu. Gehst du ohne Schlafsack los und hängst erschöpft im Schneesturm in einer Höhle fest, hast du verloren. Ein kleiner Fehler kann dich das Leben kosten.

Ich liebe dieses Spiel. Weil es spannend ist und gleichzeitig so herrlich ruhig. Gerade richtig wenn man im Alltagstrubel mal die Nase voll hat. Kopfhörer auf und nur Natur horchen, auf Wolfsgeheul und Bärentatzen achten. Wer TLD schon kennt, weiß was für eine beachtliche Leistung 128 Tage sind 😀 Und natürlich hat mich ein dummer Fehler das Leben gekostet.

 

Der Screenshot stammt vom Oktober 2014. Damals war alles noch in Englisch. Mittlerweile wurde so vieles gemacht dass man es gar nicht mehr aufzählen kann. Das Spiel wurde in unzählige Sprachen übersetzt. Das Menü mehrfach überarbeitet, die Grafik verbessert und stimmungsvoller gemacht, neue Dinge eingebaut…

Und heute ist der große Tag. Heute wird der Story Modus veröffentlicht. Die Geschichte beginnt. Was ist eigentlich in The Long Dark passiert? Werden wir andere Menschen finden? Können wir etwas ändern und den ewigen Winter, das lange dunkel beenden? Wir werden es endlich erfahren.

Falls ihr auch PC-Spiele mögt, The Long Dark kann ich euch wirklich ans Herz legen. Es kostet ab heute 31,99 im Steam Store. Aber das Geld ist es absolut wert. Und das sage ich wirklich selten über Spiele!

Übrigens: The Long Dark wird sogar verfilmt werden. Und zwar von keinem geringerem als Jeremy Bolt, dem Produzenten der Resident Evil Filme! Ich hoffe er macht was gutes draus 🙂

Spielt ihr PC-Spiele? Kennt ihr The Long Dark vielleicht schon?

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Der Rätsels Lösung – Wenn die Ticker von Daisypath und Lilypie stehen bleiben

Seit gestern bin ich auf der Fehlersuche.. denn meine Ticker von Lilypie und Daisypath sind stehen geblieben. Meine Tochter war immer noch 1 Monat 3 Wochen und 2 Tage alt. Dabei war sie eigentlich schon über 2 Monate. Hä??

Klar, die Ticker sind nicht wirklich wichtig. Sie sind ganz nett und ein bisschen informativ, aber kein muss. Aber ich würde sie gerne behalten. Sie sind etwas persönliches.

Also googelte ich, guckte ob die URLs stimmen die ich kopiert hatte, ich löschte Chachedateien, schaut in einem anderen Browser.. Ohne Ergebnis. Als ich auf eines der Tickerbilder klickte um es direkt anzeigen zu lassen sah ich, dass WordPress da eine andere URL generiert. Nicht „http://lbym.lilypie.com/…“ wie es sein sollte, sondern eine URL die mit „http://i0.wp.com/…“ beginnt. Das Bild wurde also woanders zwischengespeichert, dadurch zeigte es keine Updates mehr an, sondern die ganze Zeit das Bild vom Tag des abspeicherns.

Des Rätsels Lösung: Jetpack ist Schuld! Genauer das Plugin „Photon“. Jetpack ist wirklich nützlich und viele, so auch ich, haben es installiert. Aber in diesem Fall grätscht es bei dynamischen Bildern dazwischen. Zumindest das Photon. Das soll die Performance des Blogs erhöhen in dem es Bilder verkleinert. Insofern man das aber schon selber macht und nicht 4k-Auflösungen im Großformat hochlädt und postet, braucht man das gar nicht. Wenn man das ausschaltet, funktionieren auch die Ticker wieder korrekt!

Bevor ihr jetzt los zieht und Jetpack vom Blog schmeißt: Ihr müsst nur Photon ausschalten! Einfach Jetpack > Dashboard > *runterscrollen* den Schieber bei „Photon“ anklicken, damit er von grün (angeschaltet) zu weiß (ausgeschaltet) wechselt!

Vielleicht hilft das ja der einen oder dem anderen der vor dem gleichen Problem steht!

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Willkommen im neuen Heim – Nordherz! 

Als ich wieder mit dem bloggen anfing war klar dass der Blog auf WordPress.com nur eine vorübergehende Lösung wäre. 

Schon länger war das Vorhaben umzuziehen da, mir fehlte nur die richtige Idee für einen Namen zu dem sich auch eine anständige freie Domain finden lässt.

Nun ist es so weit und ich darf euch hier begrüßen. Ich hoffe es gefällt euch und ihr bleibt ein bisschen 🙂

Wenn ihr mich über den WordPress.com-Reader abonniert habt, müsst ihr auch nichts tun. Die Follower sind mit umgezogen!  Auch die alte URL müsst ihr nicht gleich zwingend vergessen. Die leitet direkt hier her um damit mir keiner verloren geht und dann traurig ist 😉

Es gibt übrigens noch eine Neuerung: Eine Facebook-Fanpage. Ich freue mich schon eure Likes und Kommentare! 

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Über Bilder von den eigenen Kinder im Internet und Erziehung in Sachen Medienkompetenz

Das veröffentlichen von Kinderbildern im Internet ist schon länger ein großes Thema von Eltern in allen sozialen Netzwerken. Zu Recht ein heiß diskutiertes Thema. Wo das Internet doch nichts vergisst.

Ich denke, jeder muss selbst entscheiden wie er das handhabt und was für Bilder er unter welchen Bedingungen von seinen Kindern im Internet veröffentlicht.
Es gibt nicht den einen, richtigen Weg. Jeder muss da seinen eigenen Weg finden, wie er damit umgeht. Man sollte sich aber auf jeden Fall fragen, ob man, wenn man selbst das Kind wäre und die eigenen Eltern dieses oder jenes Bild veröffentlichen, damit einverstanden wäre. Man sollte sich also in die Sicht des Kindes hineinversetzen.
Es ist gut, dass das Thema Kinderbilder im Netz im Gespräch bleibt, dass es präsent ist und Eltern so angeregt werden, darüber nachzudenken.

Der Fall „internat“ 

Aktuell gibt es einen Fall bzw. mehrere Fälle die sich zu einem großen vereinen – der viele Eltern in Angst und Schrecken versetzt. Auf Instagram schießen Fake-Accounts wie Pilze aus dem Boden. Sie gehören alle zur gleichen Gruppe. Die Accounts beinhalten alle das Wort „internat“ oder „Waisenkind“.
Die Accounts sind allesamt bestückt mit Bildern die via Google-Bildersuche oder anderen Instagram Accounts zusammen geklaut wurden und ohne die Zustimmung der Urheber verwendet werden. Dort werden aber nicht einfach Bilder von Promis oder allgemeines gezeigt. Das wäre ja nicht so schlimm. Fanseiten von Personen „öffentlichen Interesses“ sind ja durchaus erlaubt und das toleriert man ja auch.
Aber hier geht es um etwas anderes. Nämlich um Bilder von fremden Kindern, von Schwangeren Frauen und vieles mehr. Private Babybilder (z.B. von Krankenhaus Geburtsseiten oder aus Zeitungen) von Fotografen-Homepages die ihre Arbeiten als Beispiel zeigen, was ihr gutes Recht ist – immerhin haben die Personen diesem vorher zugestimmt – private Fotos… alles ohne das Wissen der Menschen die auf den Bildern zu sehen sind.
Zudem werden auch noch Straftaten vorgetäuscht wie Vergewaltigung und Kindesmissbrauch oder Misshandlungen.
Es existieren auch Accounts die sich Kinderheim nennen und Bilder von Kindern zeigen die angeblich ein Zuhause suchen. Neben Bilder von prominenten Kindern wie Emma Schweiger, Tochter von Till Schweiger, werden da auch ganz normale Kinder von Privatpersonen gezeigt. Die Angaben zu den Bildern sind natürlich erstunken und erlogen. Alles ausgedacht. Gefaked.

Die Accountbesitzer sehen das ganze als Spiel. Es ist nicht echt. Für Außenstehende ist das nicht wirklich immer ersichtlich. Das ganze ist sogar sehr gefährlich.
Das Vortäuschen einer Straftat ist selbst strafbar.
Zudem kann es auch sein, dass irgendjemand, der nicht in dieses „Spiel“ involviert ist, das mal sieht und denkt er müsse es bei der Polizei zur Anzeige bringen um diesem Menschen zu helfen.
Außerdem, wie ich schon sagte, das Internet vergisst nicht! Viele Menschen googeln.
Es kann rufschädigend sein, wenn meine Bilder in einen falschen Kontext geraten. Wenn jemand das Bild eines Mannes benutzt und sich als Vergewaltiger bezeichnet, wenn jemand das Bild einer Frau benutzt die im Krankenhaus liegt und dazu schreibt sie wäre von ihrem Vater krankenhausreif geschlagen worden.
Das kann enorme Probleme für die Personen bedeuten, die auf den Bildern zu sehen sind. Darüber machen sich die Accountbesitzer anscheinend keine Gedanken.

Reaktionen

Die einen sind empört, die anderen sagen: „Das geschieht denen, die die Bilder ins Netz gestellt haben ganz recht. Hätten Sie das nicht getan, wären die Bilder nicht geklaut worden“.

Nun.. das ist zum Teil richtig. Wenn man etwas nicht ins Netz stellt, kann es dort auch nicht geklaut werden. Wenn ich kein Auto habe, kann es mir auch keiner klauen. Wenn ich kein Portemonnaie mitnehme, kann es mir keiner aus der Tasche klauen.
Es kann doch nicht sein, dass ich mich einschränken muss, nur weil „etwas passieren kann“. Dann sollte ich mich wohl im Keller verbarrikadieren und nie mehr raus gehen. Denn es kann immer und überall etwas passieren!

Das Problem ist: Nur weil man etwas könnte, heißt das noch lange nicht, dass man es auch darf!
Es gibt ein Urheberrecht und ein Recht am eigenen Bild und das bleibt bestehen, egal wie man rum diskutiert. So oder so. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, wo jeder einfach tun und lassen kann was er will, auch wenn viele das im Jahre 2014 immer noch nicht verstanden haben!
Es sitzen vor allen Computern reale Menschen! Das solltet ihr immer bedenken. Egal was ihr sagt oder tut im Internet, es beeinflusst andere. Egal ob positiv oder negativ.

Die Täter sind (vermutlich) eine Gruppe Teenager. Vom Schreibstil und vom Verhalten her würde ich sagen, es sind sicher Teenager.

Hat man einen Account gemeldet oder versucht man, ihnen in irgendeiner Weise aufzuzeigen was sie da eigentlich tun, wird der Account einfach gelöscht und ein neuer erstellt und so weiter gemacht wie bisher. Keinerlei Einsicht, keinerlei Unrechtsbewusstsein.

Nun kann man sich ja fragen: Was läuft da falsch?
Meiner Meinung nach haben die Eltern maßgeblich dazu beigetragen. Hier wurde versäumt den Kindern Medienkompetenz näher zu bringen, eine Grundlage für das richtige Verhalten im Internet zu schaffen.

Medienkompetenz in der Erziehung!

Das Internet ist aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Leben findet auch online statt. Kontakte knüpfen, Kontakte pflegen, Hausaufgaben machen, Arbeiten, Recherchieren, Spaß haben… das alles geht online. Und weil wir am Internet nicht mehr vorbei kommen, ist es wichtiger den je, unseren Kindern Medienkompetenz näher zu bringen.

Genau wie ich meinem Kind beibringen muss wie es sich im Restaurant zu verhalten hat oder beim Einkaufen und gegenüber fremden Menschen – muss ich auch meinem Kind zeigen und ihm beibringen, wie man sich im Internet verhält. Es gehört zur Erziehung!
Ich kann mein Kind nicht alleine vor den Computer setzen oder ihm ein Smartphone schenken und erwarten dass es von sich aus das richtige tut. Woher soll es das denn wissen?

Ich kann mein Kind nicht ewig beschützen, ich kann es nicht von Gefahren fern halten. Ich habe als Mutter den Erziehungsauftrag, meinem Kind zu helfen ein eigenständiges, selbst denkendes und selbstbewusstes Individuum zu werden. Ein Mensch der selbstbewusst und eigenständig Gefahren einschätzt, Situationen bewertet und dann auch richtig handelt. Dazu gehört auch der Umgang mit Medien.

Wenn ich meinem Kind nicht beibringe dass jedes Bild im Internet jemandem gehört und nicht einfach verwendet werden darf, woher soll es denn wissen dass es nicht okay ist, Bilder zu speichern und auf einer eigenen Seite wieder zu verwenden?
Wenn ich meinem Kind nicht beibringe, dass man in Chats vorsichtig sein muss, woher soll es dann wissen dass es seine Adresse nicht preis geben darf?
Wenn ich meinem Kind nicht zeige, dass es gut gemachte Betrügerseiten gibt, woher soll es denn dann wissen, dass es gerade ein Abo abgeschlossen hat, für dass in 3 Monaten ein Anwaltsschreiben mit einer horrenden Kostennote im Briefkasten liegt?
Und zu guter letzt: Wenn ich meinem Kind nicht die Sicherheit gebe, dass es sich in unsicheren Situationen an mich wenden kann und mich um Rat fragen kann, egal um was es geht – was macht es denn dann?
Das hat, gerade in Zeiten von Abmahnanwälten, auch etwas mit Selbstschutz zu tun. Denn egal was mein Kind im Netz macht, ich hafte, ich bin dafür verantwortlich! Wenn eine Urheberrechtsklage oder eine Anzeige kommt, dann hafte ich dafür! Wenn eine Rechnung kommt, muss ich die bezahlen!

Klar kann man die Kinder mit wachsendem Alter immer weniger kontrollieren. Ich hab als Teenager auch nicht gerne meine Mutter im Nacken hängen gehabt, wenn ich am Computer war. Aber man kann das Risiko minimieren in dem man die Kinder schon früh an das Thema heranführt und es begleitet auf den ersten Schritten, ihm das Wissen vermittelt „Was ich richtig, was ist falsch, was darf ich und was nicht?“ und vor allem das wissen „Da sitzen Menschen an den Computern!“.

Denn auch Cybermobbing, Catfishes und Co. sind zum Teil auch ein Resultat von nicht vorhandener Medienkompetenz und Sensibilisierung.
Ich kann ja meinen Frust und meine Wut im Internet abladen, mit Leuten spielen und den Computer dann ausschalten. Thema erledigt. Egal an wem ich es auslasse, in wem ich Gefühle hervorrufe, ich sehe denjenigen ja nicht. Dass man damit reale Menschen verletzt, sehen viele nicht.

Ein Problem ist sicher auch, dass einige Eltern selbst wenig bis gar keine Medienkompetenz besitzen.
Vielleicht sollte man da die Schulen mit in die Verantwortung nehmen.

Wenn ich an meinen Informatik-Unterricht denke, dann war das eigentlich lächerlich. Wir haben in diesen Stunden immer nichtssagende Texte getippt und durften danach im Internet surfen. Gespräche über Computertechnik oder gar das Internet und was es da alles gibt, welche Gefahren lauern oder welchen praktischen Nutzen es haben kann, gab es da nicht.
Ich weiß nicht wie das heute ist, mein Sohn geht noch nicht zur Schule. Aber ich kann mir gut vorstellen dass das heute noch ähnlich ist. Internet ist halt doch noch irgendwie ein Neuland.