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Schule

Kinderchaos

Endspurt!

Heute in einer Woche ist der letzte Schultag. Der Endspurt hat begonnen, es geht jetzt mit ganz großen Schritten auf das Ende zu. Dann ist das erste Schuljahr vorbei und es gibt Zeugnisse!
Kaum zu glauben. Der wurde doch erst eingeschult! 😱

Letztes Jahr um die Zeit hatte mein Sohn noch große Bedenken wegen der Schule. Ein halbes Jahr lang hat er immer wieder geweint und sich große Gedanken gemacht: “Aber Mama, ich kann doch noch gar nicht lesen und schreiben, was soll ich denn da machen?”. Einwände wie “Deshalb gehst du ja in die Schule. Das lernt man da alles. Du musst das nicht können wenn du in die Schule kommst. Deine Freunde die auch mit dir in die Schule kommen, können doch auch noch nicht lesen und schreiben!” verpufften bei ihm total. Zu groß waren die Bedenken.

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Kinderchaos

Elternabend

Beim Elternabend taucht man als einzige ohne Block auf, während alle anderen ihre Blöcke, Filofax und sonstige Schreibutensilien auspacken und fleißig mitschreiben. Da sitzt man dann, ohne Schreibgerät und Block und denkt “Oh Mist, wie wirkt das denn jetzt?!!11 Als ob mir das hier alles egal wäre und mein Kind mir nicht wichtig ist.” 😱 und fühlt sich wie die schlechteste Mutter auf Erden.

 

Und dann unterhalten sich die Eltern Wochen später in der WhatsApp Gruppe über ein Thema dass auch beim Elternabend besprochen wurde und das persönlichen Einsatz und/oder eigene Ideen verlangt. Die, die dabei waren stellen sich doof und sind plötzlich sehr vergesslich geworden.

Aber die haben doch alles mitgeschrieben? 🤔 Wie kann das sein, dass die das vergessen haben, wo die doch scheinbar akribisch jedes Wort notiert haben? Und man selbst, ohne Block aber mit Stilldemenz anhaltender nachschwangerschaftlicher Vergesslichkeit weiß das noch (zumindest ungefähr). Da fragt man sich doch: Wie kommt das denn?

Und vor allem die viel wichtigere Frage: Was schreiben die da denn eigentlich wirklich auf?

Allgemein Kinderchaos

Kassensturz: Das hat unsere Einschulung gekostet – inkl. Ausblick auf die gesamte Schulzeit

Nachdem die Einschulung und die ersten Schulwochen nun hinter uns liegen, ist es an der Zeit mal einen Kassensturz zu machen und darüber zu schreiben was so eine Einschulung denn kostet. Und überhaupt die ganze Schulzeit. Eins kann ich schon mal verraten: billiger wird es nicht!

Was hat unsere Einschulung gekostet?

Beginnen wir mal mit den ersten Anschaffungen: Schulranzen, Material, Bücher etc.

Hier die erste Rechnung:

In Niedersachsen kann man Schulbücher leihen. Die Leihgebühr bei den Schulbüchern für die ersten Klasse macht bei uns genau 5 EUR aus und war nur für ein Buch. Alle anderen Bücher mussten wir kaufen und es ist bis auf das geliehene Buch, kein einziges dabei, dass man hinterher noch einmal weitergeben kann, da in ALLE diese Bücher reingeschrieben wird. Das finde ich faszinierend! Denn das kenne ich von meiner Schulzeit gar nicht. Da wundert es mich nicht dass wir keinerlei Hefte kaufen mussten!

Zum Material zählt alles was die Schule an Unterrichtsmaterial gefordert hat. Ordner, Schnellhefter, Mappen, Zeichenblock, Malkasten, Schere, Kleber, Stifte.

Eine neue Brotdose musste her, da ich früher im Kindergarten zwar gerne mehrere mitgegeben habe, dies allerdings in der Schule einfach nicht mehr geht. Denn die Schultasche ist im Gegensatz zum Kindergartenrucksack nicht mehr nur rein zum Transport des Frühstücks, sondern in erster Linie für die Schulsachen. Und da geht es einfach nicht das mehrere Brotdosen den halben Ranzen verstopfen.

Übrigens habe ich zwar alles mit in die Rechnung gepackt, wir haben uns aber einiges davon schenken lassen. Unter anderem die Brotdose und die Sportsachen.

Den Inhalt der Schultüte hatte ich ja verbloggt im Artikel zur Schultüte. Zu den Kosten der Einschulungsfeier zählen neben Essen und Getränken auch alle Backzutaten, Papiertischdecken etc. was wir explizit für die Feier brauchten.

Des weiteren kann ich mittlerweile schon 15 EUR Klassenkasse und 6 EUR für die erste Projektwoche der Schule als reguläre Schulkosten rechnen.

Das macht unterm Strich bis jetzt Kosten in Höhe von 865 EUR. Uff. Wenn mein Mann die Summe sieht, muss er sich wahrscheinlich setzen. 😄

Mit diesen Kosten liegen wir weit über dem, was Idealo in der Analyse “Was kostet ein Schulleben” angegeben hat für den Schulstart. Dabei gab es hier bei uns Familien die viel weiter darüber liegen als wir. Ich glaube wir waren da sogar noch ziemlich human. Ich kenne da Familien, die ganze Zelte gemietet haben. Wir hatten nur eine kleine Feier auf der Terrasse, mit Kaffee, Kuchen und anschließendem Grillen.

Ausblick in die Zukunft

Die Analyse von Idealo hat mich übrigens fast in Tränen ausbrechen lassen als ich sie gefunden habe. Wir wohnen im teuersten Bundesland überhaupt was die Schulkosten angeht:


Weitere Informationen findest Du hier

Während der Bundesdurchschnitt nur ca. 20 700 EUR beträgt, zahlen wir in Niedersachsen über 27 000 EUR für die gesamte Schulzeit. Uff. So viel wie kein anderes Bundesland.

Im Gespräch über die Analyse mit befreundeten Eltern meinte ein Vater letzte Woche zu mir “Naja, dafür stimmt auch die Qualität der Schulen und Bildung”. Dass dies aber kein Zeichen von Qualität ist, sieht man daran, dass Bremen nur knapp hinter Niedersachsen liegt mit seinen durchschnittlich 24 500 EUR. Und in Bremen sind die Schulen sehr marode und die Bildung stimmt auch nicht, wie wir alle wissen. Bremen hat in den letzten PISA-Tests extrem schlecht abgeschnitten. Und Niedersachsen ist auch nicht gerade vorne mit dabei.

Man muss sich die Analyse allerdings auch genau anschauen. Da geht in Niedersachsen viel Geld für die Hortkosten und ÖPNV drauf. Deshalb werden wir wahrscheinlich niemals annähernd auf diese Summe kommen. Unser Sohn läuft zur Schule und wird, aller Voraussicht nach, auch kein Buskind, wenn er in die höhere Schule kommt, da auch diese Schule sehr nah dran ist und er diese Strecke gut zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen kann. Auch eine kostenpflichtige Betreuung benötigen wir derzeit nicht und werden sie hoffentlich auch zukünftig nicht benötigen.

In den Ferien kostet die Betreuung bei uns pro Tag 15 EUR. Ich habe gerade leider nicht auf dem Schirm was die Betreuung in den Schulzeiten kosten würden, wenn er im Anschluss an die GTS bis 17 Uhr bleiben würde. Allerdings das ist schon echt sehr lange und vor allem wäre es mir zu lange. Daher habe ich mich dagegen entschieden und werde auch schauen, dass es irgendwie finanziell so hinhaut, dass wir die kostenpflichtige Anschlussbetreuung niemals nutzen müssen. Aber man weiß ja nie was kommt, was sich ändert.

Die Kosten der Materialien beziffert Idealo bei uns mit knapp 780 EUR für die gesamte Schulzeit. Das finde ich ziemlich optimistisch. Wo ich nun fürs erste Jahr schon bei 60 EUR gelandet bin. Und ich habe da vieles sehr preiswert im Netz bestellt anstatt lokal zu kaufen. Ohne Hefte und auch ohne Pinsel (die werden von der Lehrerin über die Klassenkasse gekauft). Sonst wäre der Betrag sicher dreistellig geworden. Ich glaube kaum, dass das in den nächsten Jahren bei dem Betrag bleiben wird. Das wird teurer. Mit jedem Jahr. Ich sehe da bergeweise Hefte vor mir. Taschenrechner, Geodreiecke, Zirkel. Und wer weiß, an was ich da gerade alles nicht denke.

Ganz zu schweigen von den Klassenkassenbeträgen. Auch diese steigen, wie ich aus Gesprächen mit anderen Eltern gehört habe, mit jedem Jahr. Und von den Klassenfahrten fangen wir erst gar nicht an.  Wie wir jetzt schon wissen, fährt der Butscher dieses Jahr mit seiner Klasse ins Weihnachtstheater. Und zum Schuljahresende gibt es immer einen großen Ausflug für alle Klassen. Ich bin gespannt was das kosten wird. Ich werde dann mal berichten. Und wenn ich ganz viele Nerven dazu habe, am Schuljahresende nächstes Jahr mal ein kleines Resümee ziehen.

Wie war bei euch die Einschulung so? Hattet ihr ähnliche Kosten?

DIY - Basteln, Handarbeiten und mehr Kinderchaos

Die Ninjago-Schultüte

Neben dem Ranzen und den ganzen Schulutensilien ist das größte Thema bei der Einschulung wohl die Schultüte. Sowohl für die Eltern als auch für die Kinder.

Als ich meinen Sohn fragte was für eine Schultüte er denn haben möchte, kam es sofort wie aus der Pistole geschossen: “Ninjago! Mit Kai.” (der rote Ninja)

Okay, der Wunsch war mir Befehl. Das die Tüte selber gebastelt wird war klar. Man bekam da auch so ganz subtile Hinweise, dass es für Bastellegastheniker ja auch einen Bastelkurs für die Schultüte gibt. So von wegen “Kauf ja keine fertige!”

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Kinderchaos Meilensteine

Endlich Schulkind! Eine wundervolle Einschulung und ein Wochenende das anders verlief als geplant

Es ist endlich so weit. Wir haben jetzt ganz offiziell ein Schulkind. Am Samstag war der große Tag: Die Einschulung.

Aber natürlich war schon vorher einiges los. Es musste einiges vorbereitet werden. Wir hatten ja auch direkt am Sonntag noch die Taufe der kleinen Schwester. Zwei Großereignisse an einem Wochenende.

Vorbereitungen

Im Vorfeld wurden zwei Torten gebacken, es wurden letzte Schuldinge (und Sachen für die Schultüte) besorgt, der Pfarrer war am Mittwoch zum Taufgespräch bei uns und ein Augenarzttermin mit dem Butscher stand auch noch an. Zudem musste einiges eingekauft werden für das Kaffeetrinken an beiden Tagen und fürs Grillen dass Abends geplant war. Die letzte Woche war also echt voll gepackt.

Der Freitag war für die Torten reserviert und so sah es dann auch hier aus. Meine Chaosküche:

Der Butscher hat sich natürlich eine Torte wünschen dürfen und wollte eine Schokoladentorte mit Marzipanfüllung. Hier noch “nackich”. Da kam noch ein Schokoladenüberzug drüber und eine Tafel drauf.

Die Tafel hatte ich schon Anfang der Woche gezaubert, aus holländischem Marzipan:

Da das ja schon gefragt wurde: Das Rezept werde ich dann auch hier verbloggen 🙂 Kommt morgen!

Für die Nordbabydame wurde es eine Buchtorte aus Biskuitteig und einer Himbeerquark-Füllung. Leider habe ich diese Torte ganz umsonst gemacht. Ein Bild mag ich trotzdem zeigen, denn sie ist wunderschön geworden:

Anders als geplant

Leider kam alles anders als geplant. Zum großen Wochenende haben sich Verwandte angekündigt und meine Eltern und mein Bruder. Die die Nordbabydame noch nie gesehen haben. Dementsprechend auch die Planung der Taufe am Einschulungs-WE. Meine Verwandten, darunter auch die Patentante vom Butscher, saßen am Freitag schon auf unserem Sofa als mein Handy klingelte mit einer Hiobsbotschaft: “Ich weiß nicht ob wir fahren können! Mama geht es ganz schlecht! Die Kann kaum laufen und sprechen.”

Oh fuck! War meine erste Reaktion. Und die sofortie Bitte mit ihr ins Krankenhaus zu fahren. Meine Mutter hatte schon zwei Schlaganfälle. Ein dritter soll unter allen Umständen vermieden werden.

Den Abend über gab es noch einige Anrufe, einen Arztbesuch, eine Einweisung ins Krankenhaus aber auch die Entwarnung: Kein Schlaganfall. Trotzdem war klar dass das mit dem Besuch bei uns nichts wird. Der Butscher war natürlich traurig. Und unter diesen Umständen habe ich auch die Taufe abgesagt.

Die Einschulung konnte man natürlich nicht verschieben. Aber wir hatten trotzdem einen schönen Tag und haben Bilder geschickt.

Einschulungstag

Samstag. Der große Tag. Um 6 klingelte schon der erste Wecker. Denn der Butscher wollte zum Einschulungsgottesdienst, der um 8:30 Uhr startete und vorher mussten noch die bestellten Kuchen beim Bäcker abgeholt werden. Wir hatten ja zwei große Tage geplant und mehr Leute.

Ich blieb mit der Nordbabydame zuhause. Wir machten uns fein und waren noch für den Hund zuständig. Das Einschulungsoutfit der kleinen Schwester:

Um 9:30 Uhr ging es dann herausgeputzt, mit Schulranzen und Schultüte (noch in elterlicher Verwaltung, die sollten die Kinder erst nach ihrer ersten Schulstunde bekommen) zu Fuß zur Schule.

Die Einschulung war toll gestaltet. Die Rektorin sagte ein paar Worte, erzählte eine kleine Geschichte und übergab dann an den Schulchor, der uns ein kleines Musical vorführte. Über Alec, den Außerirdischen der zu uns kam um auf der Erde “Menschlichkeit” zu lernen. Denn das hatten sie auf ihrem Planeten verlernt. Sie hätten Technisch alles erreicht was möglich ist, aber die Menschlichkeit, die hatten sie leider verloren. Und darüber hinaus hat Alec auch gleich noch was anderes entdeckt, nämlich die Liebe!

Danach kamen die Lehrerinnen der beiden Klassen, die Kinder wurden namentlich aufgerufen und durften dann gemeinsam in ihre Klassen verschwinden. Während wir Eltern und alle Verwandten auf dem Gelände umherstromern und Kaffee und Kuchen genießen durften oder uns über den Förderverein informieren konnten. Nur eins war nicht erlaubt: Vor der Klasse spitzeln 😄

Ich musste derweil noch mal nach Hause laufen. In der Aufregung hatten wir den Schnuller vom Babymädchen vergessen. Die war müde und zum einschlafen braucht sie denn Schnuller, auch wenn sie ihn später wieder ausspuckt. Dadurch verging wenigstens die Wartezeit ziemlich schnell.

Und dann war der Butscher auch schon wieder da und meinte strahlend “Das war toll in der Klasse!”. Natürlich durfte er dann stolz seine Schultüte entgegen nehmen:

Danach war natürlich nichts mehr mit ihm anzufangen. Der wollte nur noch nach Hause. Ich dachte er zeigt seiner Patentante noch das Klassenzimmer. Aber Pustekuchen. Es zog ihn nach Hause. Schultüte auspacken. Der offizielle Teil war sowieso vorbei und daher verabschiedeten wir uns dann auch ziemlich schnell. Da waren wir auch nicht die einzigen.

Kaffee und Kuchen wartete ja zuhause. Näheres zur Schultüte und deren Inhalt verblogge ich dann noch mal separat diese Woche. Ich schreib das heute alles und hau das über die Woche raus. Sonst wird der Artikel ja noch länger 😉

Wir hatten auf jeden Fall einen tollen Tag. Es regnete zwar zwischendurch mal und wir mussten nach drinnen flüchten, aber Kaffeetisch und Grillabend blieben trocken. Und das war alles was ich mir wünschte.

Erster richtiger Schultag

Heute war dann der erste richtige Schultag.

Die erste Brotdose ist ziemlich voll und vor allem gefüllt mit dem was der Butscher am liebsten mag: Es muss reichen für zwei Pausen. Und da er heute morgen zu aufgeregt zum Frühstücken war, hatte er in der ersten Pause sicher einen Bärenhunger.

Eigentlich wollte ich noch Karotten dazu packen. Aber ich musste feststellen dass wir gar keine haben. Irgendwie hab ich letzte Woche vergessen dass ich ja nicht nur fürs Einschulungs-WE einkaufen muss, sondern auch für das normale Frühstück. Zum Glück ist morgen unser regulärer Einkaufstag.

Und um 7:30 Uhr ging es los zur Schule:

Beide Eltern waren mit dabei. Da der Klassenraum im ersten Stock ist und ich das Baby samt Kinderwagen schlecht mitnehmen kann, musste der Papa unten warten. Ich musste ja heute erst mal den ganzen Schulkram mitbringen und einsortieren. Zwei Stofftaschen voller Schulutensilien hatte ich dabei.

Und jetzt? Ist es ziemlich still hier. Die Nordbabydame schläft und sonst ist keiner mehr da. Alle weg. Und ich starre auf die Uhr und denke “Oh, jetzt hat der Butscher die zweite Stunde”, “Oh, jetzt hat der Butscher Pause!” und so weiter 😄

Bis nächste Woche habe ich mich sicher dran gewöhnt.

Kinderchaos Meilensteine

Rausschmiss aus dem Kindergarten – Ein Abschied für Eltern und Kind

Am Dienstag war es so weit: Sämtliche Eltern von zukünftigen Schulkindern standen vor dem Zaun des Kindergarten Spalier und warteten gespannt auf den großen Akt: Der Rausschmiss der Kinder aus dem Kindergarten.

Die Kinder wurden bis letzten Jahr wirklich geworfen. In einem Tuch wurden sie geschwungen und landeten dann auf dicken Turnmatten. Dieses Jahr wurde es geändert und die Kinder hüpfen jetzt selbstständig von einem Bock in die Freiheit.

 

Entschuldigt dass ich kein besseres Bild habe. Aber da ich mit der DSLR gefilmt habe, konnte ch nur mit dem Smartphone fotografieren und durch das Zoomen und Gegenlicht sind die Bilder nicht gerade toll 🙈

Mit Wehmut schaute ich zu wie die Kinder, darunter auch mein Sohn, in die Freiheit hüpften. Raus aus dem Kindergarten. Auf dem Weg zur Schule. Als das Kindergartenjahr im August 2016 startete sagte ich meinem Sohn noch dass es ja noch eeeewig dauert bis zum Rausschmiss. Ich hatte das Gefühl das Gespräch wäre nur wenige Tage her gewesen. Das Jahr war rasend schnell um.

Kein Wunder. Durch die Schwangerschaft, das neue Geschwisterkind und viele andere Ereignisse verging die Zeit wie im Flug.

Nach dem Rausschmiss wurde von den Eltern das Geschenk für die Erzieher überreicht (ein Apfelbaum) und wir wurden in den Kindergarten gebeten. In den Gruppenräumen ging es dann nämlich weiter. Alle Kinder saßen im Kreis und jedes Schulkind bekam eine persönliche Karte, handgeschrieben, von den Erziehern vorgelesen. Jede individuell und mit viel Liebe. Dazu für jedes ein Geschenk. Für manches Kind war es wirklich der letzte Tag.Da wurden die letzten Sachen zusammengesucht, das Portfolio mitgenommen und letzte Umarmungen vergeben.

Für meinen Sohn ist der letzte Tag noch ein wenig hin. Ich will ihm noch die Bedarfszeit geben um so lange es geht den Kindergarten zu genießen. Aber dieser Tag war die letzte Gelegenheit sich von seinem Lieblingserzieher zu verabschieden. Der ist nämlich seit Mai in Elternzeit und erlebt so die letzten Wochen Kindergarten mit den großen Kindern gar nicht mit. Aber er hatte versprochen an diesem Tag da zu sein. Mein Sohn hängt wirklich sehr an ihm und hat schon so manche Träne vergossen weil er ihn vermisst und der doch bitte wieder kommen soll. Er ist wohl sein Papaersatz.

Auch ich habe mich verabschiedet und wollte ihm für die drei Jahre danken. Ich hatte den Rausschmiss, die Karten und die Geschenke ohne Probleme überstanden, aber da liefen dann plötzlich die Tränen und die herzlichen Gefühle übermannten mich fast. Das “Danke für tolle drei Jahre” meinte ich wirklich von Herzen.

Ich wünschte ich hätte so einen tollen Kindergarten gehabt und so tolle Erzieher. Ich habe mein Kind vielleicht am Anfang mit einem großen Vertrauensvorschuss in eine “Fremdbetreuung” gegeben. Aber es sind keine Fremden geblieben. Wir haben viel gesprochen, viel Hand in Hand gearbeitet was den Sohn betraf, Abende beim Elternabend und Nachmittage bei Festen miteinander verbracht. Es waren drei wundervolle Jahre.

Mir graut es heute schon vor dem wirklich letzten Tag. Wenn ich da schon so nah am Wasser gebaut war, wie wird es denn dann erst werden? Wenn wir alle unsere Sachen mit nehmen und ich weiß dass wir nicht mehr wieder kommen. Dass wir uns nicht mehr täglich sehen werden. Dass die lieb gewonnene Gewohnheit, die auch der Hund schon drin hat, nämlich am Tor vom Kindergarten abzubiegen und sich bei der Vordachsäule zu parken, ein Ende hat.