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Ganz schlimme Stilldemenz

Dass es hier im Moment so ruhig ist, liegt nicht dran dass ich nichts zum verbloggen habe. Im Gegenteil. Da gibt es eine Menge.

Es liegt eher daran, dass ich es nicht mehr weiß. Gestern hatte ich einen halben Blogartikel gedanklich vorformuliert, dachte “oh ja, super, genau so! Muss ich nachher unbedingt tippen”  – kam dann natürlich nicht dazu Und heute ist alles weg. Ich weiß noch nicht mal genau um was es eigentlich ging.

Die Stilldemenz hat mich voll im Griff. Dabei stille ich nicht mal mehr. Irgendwie scheint es da um den 5.-6. Monat einen hormonellen(?) Höhepunkt zu geben. Ich hoffe jedenfalls dass der Höhepunkt jetzt erreicht ist. Noch schlimmer kann es ja eigentlich nicht mehr werden.

Seit Wochen nehme ich mir vor hier und da anzurufen. Termine umzulegen, hier wie vereinbart Bescheid zu geben, dort etwas zu erfragen.. und vergesse es wieder bevor ich den Anruf tätigen konnte.

Oder neulich stand ich in der Küche vor dem offenen Kühlschrank und überlegte krampfhaft was ich eigentlich dort wollte. Und dann fiel mir ein dass ich meinem Sohn eigentlich seinen Schlafanzug holen wollte. Der natürlich nicht im Kühlschrank lag. Ich war da vollkommen falsch

So weit ist es mittlerweile also schon. Kann ja nicht mehr lange dauern bis ich mal mein Kind irgendwo vergesse

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Er ist wieder da! 

Ich habe ja Anfang April berichtet dass mein Ehering verschwunden ist. Nun kann ich mit Freude berichten: Er ist wieder da!

Ich kann das immer noch nicht glauben. Wie es dazu kam:

Die letzten Wochen waren schlimm für mich. Immer wieder wälzte ich Gedanken. Fragte mich wo ich ihn liegen gelassen haben könnte und ob ich ihn im Schusselanfall vielleicht sogar mit irgendwas zusammen in die Mülltonne geworfen haben könnte.

Ich fühlte mich nackt ohne meinen Ring. Betrachtete öfter traurig meine leere Hand und unterdrückte so manche Träne. Es fehlte etwas wichtiges. Vor allem an unserem Jahrestag. Und der Hochzeitstag steht auch bald an. Ohne Ring. Schrecklich 😢

Irgendwann kam mir dann so die Idee ob wir denn eigentlich unter unserem Bett genau geschaut haben. Er könnte ja vom Nachttisch gefallen und unters Bett gerollt sein?!

Also lag ich am Vatertag Abends halb unterm Bett. Enttäuscht dass ich nichts fand, außer einer verschollenen Tempopackung und Staub.

Ich lag dort und starrte so vor mich hin, überlegte verzweifelt wo ich noch nachschauen könnte. Und kam dann auf die Idee unsere Matratzen jeweils halb vom Bett zu ziehen um in die Bettritze zu gucken. Ich fand das selber albern. Reine Verzweiflungstat. Ich würfe sowieso nichts finden.

Wir haben ein IKEA NYVOLL (gibt es leider mittlerweile nicht mehr) im klassischen 180cm mit zwei sehr hohen 90cm breiten Matratzen.

Also hiefte ich die Matratzen weg, kletterte auf meine drauf und schaute nach. Und da lag er. Ich konnte es gar nicht glauben. DA LAG ER EINFACH!

Ich schrie vor Freude. Herr Nord kam angerannt weil er dachte es wäre etwas passiert. Und die Nachbarn waren sicher auch irritiert 😂

Mit dem Ring am Finger wedelte ich Herr Nord dann vor der Nase rum und sprang ihn fast an. “Du hast ihn gefunden?” fragte er ungläubig. “Mhmmmm!” war alles was ich sagen konnte.  Danach konnte mir keiner mehr die Laune verhageln! Ich war so gut drauf als hätten wir in Lotto gewonnen 😂

Auch jetzt starre ich manchmal noch den Ring an und denke: Unfassbar dass Du wieder aufgetaucht bist!

Manchmal lohnt es sich an den absurdesten Orten zu suchen. Ich weiß bis jetzt nicht wie er da hin gekommen ist. Vermutlich ist er mir Nachts vom Finger gerutscht oder ich hab ihn im Halbschlaf abgemacht. Wer weiß… Ist ja auch alles egal. Hauptsache er ist wieder da!

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Der Ring ist weg

Seit Freitag suche ich meinen Ehering. Oder besser gesagt wir suchen den Ehering. Denn mittlerweile sucht auch mein Mann wie verrückt. Ich habe ihn offenbar in einem Anfall von Stilldemenz verlegt.

In der Schwangerschaft konnte ich ihn nicht mehr tragen. Ich hatte ja Wassereinlagerungen und teilweise auch dicke Finger. Nach der Entbindung fing ich an ihn wieder zu tragen, aber nur ab und zu, da ich manchmal durch komische Liegepositionen mit Baby im Bett, wieder geschwollene Hände hatte und weil unsere Ringe so breit sind, dass die Haut am Ringfinger sich erst wieder dran gewöhnen muss. Dadurch ist mir jetzt auch erst aufgefallen dass er nicht mehr da ist. Ich hab zwar zwischendurch immer mal gedacht “Wo liegt der eigentlich?” – kam dann aber nicht dazu nachzuschauen weil irgendwas anderes dazwischen kam – ein mauliges großes Kind, ein hungriges kleines Kind, ein Mann der nach Socken verlangt oder der Hund der unbedingt jetzt SOFORT!!! Gassi muss. Argh!

Sorgen habe ich mir nie gemacht denn ich hab eigentlich feste Plätze. Wenn ich meinen Ring ablege, dann packe ich denn entweder an meinen Schreibtisch aufs Regal oder auf meinen Nachttisch. Ganz selten liegt er mal in der Küche, wenn ich ihn zum Teig kneten oder ähnlichem ausziehen muss. Und dann lege ich ihn meistens danach an den Schreibtisch oder ziehe ihn wieder an. Nur isser jetzt eben nicht mehr da. Nicht da wo er sonst ist, nicht darunter oder darüber, nicht in der Ecke, nicht auf dem Boden.. er ist verschwunden. Und ich könnte permanent heulen.

Ich versuche mich daran zu erinnern wo er sein könnte, aber in meinem Kopf ist nichts. Nur ne Wand. Und mein Mann hilft mir nicht gerade dabei, der macht mich nur wuschig denn mittlerweile ist er sich nicht mal mehr sicher ob er ihn nicht versteckt hat. Was er übrigens schon oft gemacht hat. Schon am ersten Tag nach der Heirat. Als ich meinen nagelneuen, glänzenden Ring behutsam auf die Ablage am Badezimmerspiegel packte und duschen ging. Danach war er weg. Und ich in heller Panik schon kurz davon den Abfluss abzuschrauben aus Angst er wäre reingefallen.

Ich bin mir jeden Tag unsicherer welches der letzte Platz gewesen sein könnte wo er lag. Aber verloren habe ich ihn ganz bestimmt nicht. Meine Angst den Ring zu verlieren ist dafür viel zu groß. Ich würde den nie in eine Jackentasche oder Hosentasche stecken. Ich hab den Ring einmal unterwegs ausgezogen weil die Finger dick wurden. Da hab ich den Ring ins Portemonnaie gepackt und mich gefühlt minütlich versichert dass das Portemonnaie noch da ist. Hingegen wächst mit jedem Tag die Angst dass er vielleicht runtergefallen ist und z.B. beim staubsaugen eingesaugt wurde und so im Müll landete. Wobei ich mir dann sage: “Jeder normale Mensch würde das beim ausleeren ( (wir haben einen Dyson, also nix mit Beutel) bemerken” – oder? ODER???

Ich fische dan jedenfalls jedes Mal Legoteile raus. Und der Ring ist größer und glänzender als das Lego-Zeug. Vor allem muss das Ding ja eigentlich einen Höllenlärm machen im Staubsauger.

Mittlerweile hab ich natürlich den Staubsauger auseinander genommen und auch den Dreck da drin einmal durchgebaggert! Den kompletten Schreibtisch durchsucht, in sämtlichen Ablagen mehrmals gesucht, den Nachttisch sowie den Wickeltisch durchsucht und weggeschoben, unterm Bett geschaut, in Jacken, Taschen etc. pp. und nichts gefunden.

Und langsam aber sicher beschleicht mich Angst und Verzweiflung. Angst dass er wirklich für immer weg sein könnte. Und Verzweiflung weil ich langsam nicht mehr weiß wo ich noch suchen soll. 😢

Babymonate Kinderchaos

Und? Wie ist das jetzt so als Zweikindmama? 

Die Nordbabydame ist nun schon neun Wochen und zwei Tage bei uns. Ich bin also “schon” über zwei Monate zweifache Mutter. Ich habe mir in der Schwangerschaft öfter mal Gedanken gemacht wie es sein wird. Ob ich alles schaffe?  Würde ich beiden Kindern gerecht werden? Würde ich einen geregelten Alltag hin bekommen? Wird der Haushalt schaffbar sein? Und teilweise hatte ich echt Panik dass alles scheitert.

Inzwischen bin ich in meiner neuen Rolle angekommen. Und auch der Butscher ist in seiner Rolle als großer Bruder angekommen. Er macht das wirklich großartig. Er versteht wenn ich mal nicht direkt kommen kann wenn er mich ruft. Er tröstet seine Schwester wenn sie weint und ich z. B. gerade auf der Toilette bin. Und er streichelt sie jeden Morgen zum Abschied ❤️

Der Haushalt ist nicht schaffbar. Jedenfalls nicht aktuell. Hier sieht es teilweise aus wie bei Hempels unterm Sofa.

Vor zwei Wochen habe ich mit Herr Nord komplett aufgeräumt und geputzt und mir vorgenommen jeden Tag bestimmte Dinge im Haushalt zu machen damit es so sauber bleibt. Pustekuchen! Ist nicht möglich. Ich muss mich aufteilen zwischen Haushalt, Nordbabydame, Butscher, Hund und Mann und irgendwie noch schauen dass ich mich selber nicht vergesse.Und die Prioritäten setze ich nun mal nicht beim Haushalt sondern bei meinen liebsten.

Mein Schreibtisch versinkt im Blätterchaos und ich glaube ich habe noch niemals so viele Unterlagen gesucht wie aktuell. Ich bin schon froh wenn ich die Küche einigermaßen geregelt bekomme und die Wäsche gewaschen und getrocknet kriege. Wäsche falten ist teilweise schon schwer. Der letzte Berg stand hier fünf Tage im Wohnzimmer und ich habe zwischendurch diverse Sachen rausgekramt 😆 Und gefaltet habe ich die nach den 5 Tagen auch nur, weil ich den Korb dann ganz dringend brauchte. Für den nächsten Wäscheberg. 🙈

Im Wohnzimmer kann man auf diversen Möbeln Kunstwerke in den Staub malen. Wann ich die Fenster das letzte Mal geputzt habe weiß ich gar nicht! Aber man kann noch rausgucken, das ist die Hauptsache 😜 Im Flur liegt Sand ohne Ende. Den bringt der Butscher immer aus dem Kindergarten mit. Und Staubsaugen ist auch nur noch so einmal die Woche drin, Staub wischen eher Wunschdenken. Und in der Küche steht noch das komplette Geschirr vom Abendessen, während ich hier Nachts um 4 Uhr beim stillen den Artikel am Smartphone weiter schreibe, den ich seit einer Woche schon als Entwurf gespeichert habe und schon längst posten wollte.

Aber das ist nicht so schlimm. Schlimmer wäre für mich, wenn ich das Gefühl hätte das eins meiner Kinder leidet oder zu kurz kommt. Gut, der Butscher bekommt im Moment definitiv weniger Aufmerksamkeit als die Nordbabydame, aber das liegt am Babysein. Sie muss gestillt, gewickelt und rumgetragen werden. Er hat das alles schon hinter sich. Und das habe ich ihm alles genau so auch mal erklärt. Nicht weil er sich beschwert hat, sondern weil ich dem schon vorweg gehen und es gar nicht so weit kommen lassen wollte. Und das schöne an dem großen Altersabstand ist, dass er das auch versteht. Die Gespräche mit ihm sind toll. Und er sieht auch das vieles so läuft wie vorher auch. Das “in den Kindergarten bringen” zum Beispiel. Und er hat auch Exklusivzeit. Egal ob mit mir puzzeln oder spielen oder neulich mit Papa im Kino einen Männernachmittag mit dem LEGO Batman Movie. Da blieb ich mit dem Baby zuhause.

Das haben wir schon vor der Geburt so abgesprochen, das wir schauen dass der Butscher auch Zeit mit mindestens einem Elternteil alleine hat ohne Baby. Im Moment hat er die meiste Exklusivzeit mit Papa. Das finde ich aber auch sehr gut. Denn er war bisher mehr Mamakind und die beiden waren nicht so eng. Da ist das eine gute Gelegenheit dass die beiden sich annähern, denn ich finde er braucht seinen Papa mehr als er manchmal denkt.

Allgemein finde ich es richtig toll wie sich das alles fast von alleine in halbwegs geregelte Bahnen gelenkt hat. Ich hatte mir viel mehr Sorgen gemacht, mir alles schlimmer vorgestellt die erste Zeit. Die Panik hätte ich mir schenken können. Denn jetzt weiß ich dass das unnötig war. Ich muss nicht alles schaffen. Ich muss nicht alles perfekt machen. Die oberste Priorität ist der zwischenmenschliche Aspekt. Wir als Familie. Alles andere findet sich von alleine in einer angemessenen Zeit. Und wer es hier zu chaotisch findet darf gerne wieder gehen 👋 😊

Allgemein Babymonate

Wie geht es uns so? 

Bis auf den Versatile-Artikel hab ich ja seit dem Geburtsbericht nichts geschrieben.

Das liegt daran dass einfach noch kein wirklicher Rythmus eingekehrt ist. Es ist absolut nicht absehbar wann die Nordbabydame Hunger hat, wie sie schläft oder ob sie Koliken hat. Und ich kann sowieso davon ausgehen dass sie schreit, wenn ich gerade eine Minute am Computer sitze 😉

Aber uns geht es gut! Die kleine Dame hat etwas Schnupfen, aber das haben wir im Griff. Ist ja in dieser Zeit auch nicht unüblich. Ich bin froh wenn es dabei bleibt. Denn beim Butscher im Kindergarten ging diese Woche gar nichts mehr. Kindergarten fiel komplett aus weil die meisten Erzieher mit einem grippalen Infekt krank zuhause lagen.

Da wir ja nun endlich wissen was ich da geschlechtlich ausgebrütet habe, konnten wir endlich ausgiebig dem Shoppingfieber frönen und die Nordbabydame entsprechend austatten. Hier mal ein kleiner Teil der neuen Gaderobe – meine Babywalz-Sale-Schnäppchen!

Bis 62/68 ist die junge Dame nun glaube ich sehr gut augestattet. Denn zu dem Babywalz-Einkauf kamen noch zwei Shoppingtouren zu BabyOne und eine Bestellung bei Lidl. Ich bin ganz froh dass letztere einen Onlineshop haben! Wenn es da Babyklamöttchen gibt, will ich mich nämlich nicht unbedingt mit der Meute im Laden um die Sachen zanken, da lasse ich es dann lieber gnaz bleiben und verzichte dankend. Die meisten Mütter wissen was da abgeht wenn Kindersachen im Angebot sind 🙈

Der Butscher hat sich mittlerweile auch schon an sein Geschwisterchen gewöhnt. Als er sie zum ersten Mal im Krankenhaus sah, meinte er “Du darfst nach Hause kommen, aber das Ding bleibt da!” – für einen 5-jährigen ist so ein kleines Baby auch sehr befremdlich und im ersten Moment halt alles andere als toll. Mittlerweile sieht er das anders. Abends, wenn ich ihm ein Hörspiel anmache, liegt sie mit ihm in seinem Bett, die beiden schauen sich an und er freut sich.

Und wie man sieht, hat er sich auch schon getraut den Wagen zu schieben 😊

In der kommenden Woche steht auch so einiges an. Meine Abschlussuntersuchung – kaum zu glauben dass die Geburt schon wieder so lange her ist 😱 – die U3 Untersuchung und die erste Impfung sowie ein Elternabend zur Einschulung des Butschers. Im Moment kommt so einiges zusammen.

Ich habe auch so vieles zu verbloggen, ich hoffe ich komme bald dazu. Ich bin auch ein bisschen traurig das ich nicht dazu kam über meinen Krankenhausaufenthalt vor der Geburt zu schreiben. Aber vielleicht hole ich das auch noch nach. Freut euch auf einige kommende Updates 🙂 Unter anderem auch zum Thema Stillen!

Allgemein Schwangerschaft

Wochenwechsel, ganz viel Regen und Strohwitwenzeit

Heute: SSW22 / 21+0

Heute ist Wochenwechsel. Schon wieder. Mir kommt es so vor, als ob wir vor kurzem erst den Schwangerschaftstest gemacht hätten.
Ja die zweite Schwangerschaft geht echt schnell vorbei. Schneller als die erste. Das liegt sich an mehreren Faktoren. Man kann sich beim zweiten Mal nicht so extrem auf die Schwangerschaft konzentrieren wie beim ersten. Es ist ja schon ein Kind da, dass auch Aufmerksamkeit braucht und auch einfordert. Man macht sich in der zweiten Schwangerschaft auch einfach mehr Gedanken: Werden sich die Geschwister verstehen? Werde ich beiden Kindern gerecht? Und so weiter…

Die junge Dame turnt derweil munter im Bauch herum. Die letzten beiden Nächte habe ich kaum geschlafen, weil sie vor allem Nachts ganz schön munter ist. Aber es war auch einfach zu warm. Wir hatten bestimmt so 28 Grad im Schlafzimmer. Und das ist mir viel zu viel. Selbst mit Fenster auf (was wir eigentlich ständig auf haben) wurde das nicht besser.

Massenweise Regen

Und dabei hat es gestern so toll abgekühlt. Naja.. ich glaube wir hätten aber auch alle auf die Abkühlung verzichtet wenn uns der Rest erspart geblieben wäre. Ich hatte gestern Kaffeebesuch. Noch nachträglich zum Geburtstag. Das letzte Wochenende war ja nicht so toll zum draußen sitzen, so das ich dass dann auf dieses Wochenende verschob. Wir saßen Nachmittags gemütlich auf der Terrasse im Schatten unseres Sonnenschirms, da kamen dann gegen 16 Uhr die ersten Tröpfchen. Wir räumten den Tisch, blieben aber – jeder mit einem Glas Wasser – unter dem Schirm sitzen. So dass wir im Fall der Fälle nur noch uns selber und die Gläser reinbringen müssten. Es hörte schnell wieder auf und ich war ein bisschen traurig. Etwas mehr Regen hätte ich mir schon gewünscht. Alleine schon für den Garten. Hätte ich da gewusst was noch kommt…

Keine halbe Stunde später, wir hatten uns in der Zwischenzeit reingesetzt, weil es begann zu donnern, hagelte es plötzlich. Und keine kleinen Körner! Einige davon hatten schon Golfballgröße. Es knallte ganz schön gegen die Fenster, auf die Terrassensteine und den Tisch draußen und ich beeilte mich die Rolläden runter zu lassen. Denn: Lieber einen kaputten Rolladen als kaputtes Glas! Noch währen ich die Rolläden runter lies, gesellte sich zum Hagel ein heftiger Regen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir hatten schon schlimme Regenfälle. Aber das gestern hat alles übertroffen. Es regnete so heftig dass sogar die Regenrinne es nicht mehr schaffte und das Regenwasser Wasserfallartig aus der Regenrinne fiel. Der Ablauf im Hinterhrof sprudelte Zentimeterhoch das Wasser wieder raus. Unser Hof schwamm und mein Mann schrie “Das läuft in den Keller!”

Oh neiiiin! Das hatte ich fast vergessen. Wir haben zwei Lüftungsschächte für die Kellerräume, das sind nach außen so geschlitzte Steine. Die Schlitze sind so hoch dass dort kein Wasser reinlaufen kann. Aber der Stein, der zum Innenhof geht, ist offenbar an der Unterseite undicht. Der müsste neu verspachtelt werden oder sonst was. Ich bin da kein Experte. Aber auf jeden Fall kommt dort das Wasser rein. Wenn im Hof das Wasser steht, läuft es von dort in den Keller. Als ich unten an kam fing es gerade an zu laufen. In Bächen rann das Wasser die Wand herunter. Wir stopften Handtücher, die vor der Waschmaschine auf ihre 60°C-Runde warteten in den Schacht und legten weitere Handtücher vor die Wand. In der Hoffnung dass das erst mal reicht. Aber es mussten noch andere Maßnahmen her!

Ich warf mir kurzerhand die Jacke über, ging barfuß durch zentimeterhohes Wasser zum Gartenhaus und schnappte mir den nächsten Besen um das Wasser aus dem Hof Richtung Einfahrt und Straße zu “kehren”. Mein Mann versuchte es zwischenzeitlich ziemlich niedlich mit dem Kehrblech vom Handfeger 😀 Als er das mit dem Besen sah, meinte er gleich “Gibt mir auch einen!” und ich wurde von meiner Schwiegermutter abgelöst. Mit vereinter Kraft war der Hof dann schnell leer, so dass kein Wasser mehr vor der Treppe und dem Luftschacht stand.

Die Handtücher im Keller waren nass. Aber mehr auch nicht. Die drehen inzwischen ihre wohlverdiente 60°C-Runde. Die Nachbarn hat es schlimmer erwischt. Die haben eine Kellergarage, also eine tiefer gelegte. Das heißt das Haus selbst ist ebenerdig und die Einfahrt sehr steil nach unten. Das ganze Wasser lief natürlich die Einfahrt runter, in die Garage und den restlichen Keller. Wir hatten uns gerade von dem Schreck und dem Wasser kehren erholt, da fuhr die Feuerwehr in die Straße um den Keller der Nachbarn auszupumpen. Ist natürlich richtiger Bockmist für die Nachbarn 🙁

Vielleicht habe ich auch unruhig geschlafen weil ich Angst hatte dass es Nachts auch noch mal so heftig regnet und uns dann, ohne die Kehrmaßnahmen, der Keller doch noch richtig voll läuft.

Strohwitwe voraus!

Nächste Woche werde ich sicher auch unruhig schlafen. Denn von Montag bis Freitag bin ich Strohwitwe. Herr Nord fährt, wie alle zwei Jahre zur Branchenmesse und wird auch dort übernachten. Denn er ist an allen Tagen Vollzeit auf der Messe und wird Abends noch zusätzliche Kundentermine haben.

Strohwitwenzeit ist mich mich immer eine bittersüße Zeit. Ich vermisse Herr Nord natürlich immer sehr. Jetzt gerade wo ich Schwanger bin natürlich noch mal eine ganze Ecke extremer als sonst. Vor allem Abends im Bett, wenn nichts mehr zu tun ist am allermeisten. Es fehlt der andere Mensch im Bett, das vertraute gleichmäßige Atmen, die albernen Worte die wir manchmal noch wechseln, das Kuscheln, die Nähe, die Sicherheit dass jemand da ist.

Aber es gibt mir auch Zeit für mich. Wenn Herr Nord abwesend ist, plane ich für diese Tage immer Gerichte die ich gerne esse, er aber absolut nicht mag. Dinge mit Käse (“iiih, Käse! Geh mir weg damit!”), Bolognese (“Das sieht aus wie schon mal gegessen!”) oder Kürbiscremesuppe (“Ich will was zum kauen haben, wenn ich esse! Püriertes krieg ich noch früh genug im Altersheim!”)