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Zahnarztangst

Zahnarztangst

Plötzlich ist wieder alles anders – und ein weiterer großartiger Mensch fehlt auf dieser Welt

Lange Zeit war das Thema still. Einfach weil ich krank war, Termine verlegt werden mussten und nichts “dringendes” anstand. Am Freitag wäre nun mein nächster Zahnarzttermin gewesen. Wäre.

Heute morgen beim Gassi gehen brökelte mir plötzlich eine Ecke von meinem Backenzahn ab. Der Backenzahn der im Dezember die Wurzelspitzenresektion hatte. Verwunderlich war das nicht, denn der Zahnarzt, der vor fast 8 Jahren die Füllung dort machte, hat nicht gut gearbeitet und seitlich war ein kleines Loch. Die war nicht dicht! Daher hatte ich im Januar mit meiner Ärztin besprochen dass eine neue rein kommt. Jetzt bröckelte genau diese Ecke ab wo das Loch war. Ich vermute daher, dass dort Schmutz rein kam und den Zahn angegriffen hat.

Zuhause, nach einem kurzen Check ob Zahn oder Füllung gebröckelt ist, rief ich in meiner Zahnarztpraxis an und fragte ob das am Freitag reicht oder ich früher kommen soll. Im Hintergrund war ganz unüblich viel los (man hörte Gespräche). Das hätte mich ja schon verwundern sollen.

Die Zahnarzthelferin meinte dann “So wie sich das anhört, haben sie keine Tageszeitung, oder?”

Ich “Nein, wieso?”

Sie “Frau B. ist letzte Woche verstorben.”

Sie hätte genauso gut das machen können – es hat sich jedenfalls so angefühlt:

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Ich war fassungslos, fragte entsprechend doof “Was???” und nach einer erneuten Bestätigung “Ach du scheiße” (wofür ich mich demnächst noch mal persönlich entschuldigen muss, ich war einfach nur total geschockt). Ich habe auch gar nicht gefragt was eigentlich passiert ist (ich las später in der Todesanzeige nur “plötzlich und unerwartet”).

Ich war so geschockt, dass ich am liebsten direkt losgeheult hätte. Das hab ich mir dann doch aufgespart bis ich das Gespräch beendet hatte. Dann aber so richtig.

Für manchen mag das albern klingen. Aber mich hat die Nachricht tief getroffen.

Als Angstpatientin baut man auf einer gewissen Ebene eine sehr tiefe Beziehung zu seinem Angstarzt auf. Eine Vertrauensbasis die mit jedem Besuch, mit jedem Schritt wächst und stärker wird.

Diese Frau war aber vor allem eine wunderbare, großartige Person. Sie hatte etwas das meiner Meinung nach vielen Ärzten heute fehlt. Einfühlungsvermögen, Verständnis und Ehrlichkeit. Und wirklich den Wunsch medizinisch zu helfen ohne dass dabei unbedingt ein teures Auto raus springen muss.

Sie war die erste, die mir nicht teuren Zahnersatz im vierstelligen Bereich aufdrängen wollte. Die erste, die mir erklärt hat, das viele vorherige Zahnärzte beim Thema Weiterbehandlung vage blieben und mich hängen ließen, weil “mit dem was bei ihnen gemacht werden muss, lässt sich nicht viel Geld verdienen. Es ist für Sie notwendig, aber für Ärzte nicht wirklich rentabel”.

Sie hat etwas geschafft, was vor ihr ausgewiesene Angstzahnärzte nicht geschafft haben. Dass ich ihr ehrlich vertraut habe. Dass ich zu Zahn-OPs ging. Und vor allem, dass ich den Glauben an mich und den Mut bekam, den ganzen Weg ohne Vollnarkose schaffen zu können.

Sie konnte so toll und herzlich mit Kindern umgehen, Menschen sehr gut einschätzen und dadurch perfekt mit Angstpatienten umgehen. Sie hatte eine wunderbare Art mit trockenem Humor und Ironie, wo sie angebracht war.

Ich kann noch nicht ganz begreifen, das ich nie wieder in einem ihrer Behandlungsstühle sitzen werde und nie wieder diesen wundervollen, pragmatischen und gelassenen Menschen begrüßen werde. Nie wieder werde ich diese nette Frau mit ihren roten Haaren und ihrem NASA-Shirt sehen. Nie wieder werden wir uns gemeinsam darüber freuen, dass ich einen weiteren Schritt geschafft habe. Nie wieder mit ihr scherzen. Nie wieder sehen, wie sie mit der Nordlady schäkert oder meinem Sohn mit viel guter Laune erzählt, dass er so cool wie Spiderman aussehen wird um ihm die Angst zu nehmen.

Und mein Herz schmerzt bei diesen Gedanken.

Das sie nun nicht mehr ist, wirft mich auf meinem Weg zu gesunden Zähnen und dem ersehnten Lächeln sehr weit zurück. Sie zu ersetzen wird schwer 😢 So jemanden findet man doch so schnell nicht wieder!

Aber irgendwie werde ich. Denn alleine wegen ihr will ich nicht aufgeben und den Weg irgendwie fortsetzen. Was wir gemeinsam erreicht haben, soll nicht umsonst gewesen sein. Ich glaube das würde sie sonst sehr traurig machen.

Wieso ist das Schicksal so eine miese Kuh und holt mal wieder einen derart tollen Menschen mitten aus dem Leben?

Sie war erst 56 Jahre alt. Jünger als meine Mutter. Ich mag mir gar nicht vorstellen wie entsetzlich das für ihre Familie ist.

Was bleibt, ist mal wieder die Erkenntnis, dass das Leben heute oder morgen ganz plötzlich vorbei sein kann. Und das jeder Moment zählt.

Zahnarztangst

Next Level: Zähne ziehen!

Nachdem ich ja so tapfer beim Kieferchirurgen war und mir ein Loch in den Kiefer fräsen ließ (Wurzelspitzenresektion), wollte ich eigentlich so schnell nicht mehr da hin. Auch wenn bei der Zahnärztin Zähne ziehen auf dem Plan stand. Aber eben noch nicht als nächster Schritt.

Leider machte mir der Backenzahn der auf der “zu ziehen”-Liste ganz oben stand einen fetten Strich durch die Rechnung. Er bekam nämlich vor knapp zwei Wochen ein fettes Loch auf der Innenseite. Es tat weh und ich entdeckte bei der Ursachenforschung das Loch. Mist!

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Zahnarztangst

Stell dir vor du hast schlimme Zahnarztangst und musst plötzlich sofort zum Kieferchirurgen

Für alle, die wissen möchten wie es weiterging, kommt hier der Bericht! Der Rest überliest es einfach. Morgen kommt der Monatsbericht vom Nordbaby 🙂

Es ist Samstagmorgen, draußen ist es noch dunkel. Aber ich bin schon wach. Ich könnte jetzt behaupten das liegt am Baby. Die war heute Nacht sehr unruhig. In Wahrheit war ich schlafloser und unruhiger als die Babydame und sehr wahrscheinlich war sie unruhig wegen mir. Das hat sich einfach übertragen.

Ich könnte immer wieder aus dem Nichts spontan losheulen. Das überfällt mich einfach. Es ist die Angst die mir im Nacken sitzt. Übermorgen ist mein Termin beim Kieferchirurgen und ich würde am liebsten sterben vor Angst.

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Zahnarztangst

Unverhofft kommt oft – Von wegen letzter Zahnarztbesuch dieses Jahr!

Heute morgen um 9 Uhr sollte ich eigentlich den letzten Zahnarzttermin für dieses Jahr haben. Dachte ich.

Einerseits war mir daher mulmig zu Mute, denn ich hab immer noch tierisch Schiss vorm Zahnarzt. Schon Tage vorher fängt das an mit Bauchschmerzen, am Abend vor dem Termin habe ich dann immer eingebildete Zahnschmerzen – und zwar nicht irgendwo konkret, sondern halt überall so indirekt. Schwer zu beschreiben. Ist halt was psychosomatisches. Auch wenn ich das weiß und auch weiß dass die Angst dämlich ist.. ich hab sie eben trotzdem. Andererseits war ich froh, denn dann wäre DAS Thema ja für dieses Jahr abgehakt.

Denkste…

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Zahnarztangst

Zahnarzt – das nächste Kapitel

Es gibt ein Zahnarztupdate.

Seit dem Beenden der Wurzelbehandlung war ich wieder nicht mehr in der Praxis.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit der Ärztin nicht kann. Die hat nämlich zwischendurch gewechselt. Als ich damals schwanger in die Praxis kam, hat mich eine sehr nette, junge Ärztin behandelt. Ich konnte mit ihr absolut gut. Sie hat mit mir ein Handzeichen vereinbart falls etwas sein sollte, weh tut oder so, mir immer erklärt was sie macht, aber mich ansonsten immer mit Smalltalk abgelenkt, damit ich mich erst gar nicht auf das konzentriere was passiert. Sie fragte zwischendurch auch immer ob alles okay ist, ob es noch geht. Fand ich mega. Ich fühlte mich und meine Angst ernst genommen, gut aufgehoben.

Als die Wurzelbehandlung sich dem Ende neigte, behandelte mich plötzlich die Chefin selbst. Wieso und wo meine Ärztin ist, hat mir keiner gesagt. Für eine Praxis, die sich auf Angstpatienten spezialisiert hat, fand ich das seltsam. Als solcher würde ich dann doch gerne bei der Ärztin bleiben, bei der ich mich wohl gefühlt habe.

Die Chefin hat mich nicht schlecht behandelt. Aber sie war wortkarg, arbeitete eher zügig als behutsam und hat ihrer Arzthelferin ziemlichen Stress gemacht. Sie hat nie erklärt was sie gerade macht oder versucht mich abzulenken. Sie hat weder nach einem vereinbarten Handzeichen gefragt, noch sonst irgendwas. Und das ich Angstpatientin bin habe ich mehrfach betont und das hat man mir auch angesehen.

Die erste Ärztin hat damals gesagt, dass der Nachbarzahn auch nicht okay ist. Hat aber nichts daran gemacht. Ich vermute sie wollte in der Schwangerschaft nicht irgendwo rumpopeln wo es nicht zwingend notwendig ist.

Ich vermute ebenfalls sie hat es nicht in den PC eingetragen und die andere Ärztin hat gar nicht geguckt. Jedenfalls hat sie den Zahn nach der Schwangerschaft auch nicht behandelt.

Am Sonntag war es dann so weit und es war ein Loch in dem Zahn. Schmerzen hatte ich keine. Genau wie damals beim abgebrochenen Backenzahn. Und hatte ich ab dem Moment wo ich das Loch fühlte eine mittelschwere Krise. Zum einen weil ich genau weiß was mit bevorsteht. Zum anderen weil ich natürlich ebenfalls weiß, dass ich selbst dran Schuld bin.

Das ist eigentlich das schlimmste an der Zahnarztangst. So lange man keine Schmerzen hat, ist alles tutti. Natürlich weiß man, dass man gucken lassen muss, das wahrscheinlich irgendwo was im argen liegt. Aber man spürt es ja nicht. Also vertagt man es. Wieder und wieder. Schiebt es weg, das was einem Bauchschmerzen bereitet.

Wenn dann erst mal ein Loch da ist oder was weh tut, dann kommen gleich mehrere Dinge zusammen: Die Schmerzen, die Angst vor dem nun zwingend notwendigen Besuch und vor allem und am allermeisten die Vorwürfe an sich selbst. Weil man genau weiß, dass es so weit erst gar nicht hätte kommen müssen. Weil man genau weiß, dass man selbst Schuld ist.

Neue Ärztin!

Ich probiere es jetzt noch mal bei der Zahnärztin hier um die Ecke, habe schon viel gutes gehört, bekam sie auch empfohlen und eigentlich war das ja meine allererste Anlaufstelle, aber sie hatte damals ja Urlaub. Ich glaube, ich muss zukünftig zwei Dinge beachten:

  1. Ich brauche einen Arzt oder eine Ärztin die nah dran ist, wo ich niemanden brauche der mich hin bringt oder wo ich nur zu bestimmten Zeiten hin kann. Denn das war ein großes Hindernis für eine zeitnahe Weiterbehandlung.
  2. Ich muss zukünftig IMMER einen neuen Termin machen, wenn ich einen absage. Sonst wird die Hürde hinzugehen wieder größer. Und langsam wird es Zeit, dass ich wirklich was tue.

Um 11:15 Uhr hatte ich dann direkt am Dienstag einen Termin und sagte schon bei der Anmeldung, dass ich ganz schlimme Angstpatientin bin. Zuvor saß ich zuhause heulend im Badezimmer. Tja, so isses. Sonst ne große Klappe, aber wenn es um den Zahnarzt geht… lieber bekomme ich noch 20 Kinder, hacke mir einen Finger ab oder sonst was, als dass ich ein Mal zum Zahnarzt muss.

Im Wartezimmer zu sitzen und einen Bohrer zu hören ist der blanke Horror. Und tatsächlich hatte ich Fluchtgedanken. “Ich geh jetzt einfach wieder”. Bin ich dann aber doch nicht. Denn bevor ich aufstehen konnte, stand schon eine Arzthelferin vor mir, die mich ins Behandlungszimmer brachte.

Die Ärztin war sehr nett und hat gar nichts gemacht. Erst haben wir geredet, ich erzählte ihr was so alles passiert war, was mit dem anderen Zahn war und was ich mir wünschen würde. Nämlich, dass ein Arzt mal nicht nur das notwendige behandelt und dann den weiteren Weg offen lässt, sondern guckt was alles gemacht werden muss, einen Fahrplan mit mir bespricht und dann gleich mehrere Termine vereinbart. Damit ich weiß was auf mich zu kommt.

Sie hat dann auch nur geguckt und ihrer Arzthelferin diktiert wo überall was im argen liegt. Vermutlich. Denn sie meinte, erst müsste man eine Zahnreinigung machen, denn bisher ist das meiste nur reine Vermutung. Und ein Röntgenbild muss her. Das wurde dann hinterher auch direkt angefertigt. Und ein Termin für eine PZR vereinbart.

Am Loch hat sie nichts gemacht. Sie meinte das kann erst mal so bleiben, da sollte nichts passieren. Eine Wurzelbehandlung müsste her und die wolle sie mir jetzt nicht antun. Wenn doch was sei, wenn der Zahn wider Erwarten doch Theater macht, soll ich anrufen.

Hallo Wurzelbehandlung! Again…

Tja.. es ist doch was passiert. Direkt am Folgetag. Also Mittwoch. Da brach mir morgens beim Frühstück der halbe Zahn weg. Mist. Loch ist das eine, ein halber Zahn was ganz anderes. Scheiße. Scheiße, Scheiße, Scheiße!!!

Also direkt angerufen, Fall geschildert. Ich solle sofort kommen. Also packte ich das Baby ein und machte mich auf den Weg zum Zahnarzt. Ich will nicht! Hülfe!!!

Ich konnte bei der Ankunft direkt durch ins Behandlungszimmer. Die Ärztin betäubte ordentlich. Die Spritzen habe ich gar nicht gespürt. Und obwohl absolut gar nichts weh tat, saß ich die ganze Zeit verkrampft auf dem Stuhl. Ich hatte die Hände dermaßen zu Fäusten geballt, dass die Ärztin irgendwann eingriff, meine Hände nahm und meinte, ich solle sie gefaltet auf den Bauch legen. Und wenn das nicht ginge, könne sie mir auch einen Ball zum drücken geben.

Hinterher hat sie sich dann über den Gesamtbefund unterhalten. Auf dem Röntgenbild hat man einiges gesehen. Sie meinte, es müssten 12 Zähne gemacht und 4 gezogen werden. Sie empfiehlt mir, das alles komplett unter Vollnarkose machen zu lassen, da ich so große Angst habe. Es wäre schon einiges und wenn ich das in einzelnen Sitzungen machen lasse, wäre ich ein Jahr damit beschäftigt und müsste mindestens dieses Jahr noch jede Woche kommen. Das ist schon echt heftig.

Und ganz ehrlich, wenn ich an das Ziehen der Zähne denke, wird mir richtig übel und mich packt die nackte Panik. Ich habe wirklich große Sorgen, dass ich entweder in Panik alles abbreche, komplett die Nerven verliere oder zusammenklappe.

Allerdings ist das eine ganz schöne Stange Geld die da auf mich zukommt. Es ist ja nicht wenig zu tun und ich mache mir da keine Illusionen, dass ich mit 250 EUR für eine Stunde Narkose hinkomme. Ich werde versuchen mir meine Angst bescheinigen zu lassen, dann würde die Kasse zahlen. Wenn das nicht geht, muss ich halt schauen, dass ich das Geld so zusammen bekomme. Denn so geht es definitiv nicht mehr weiter. Seit Jahren ist das eigentlich mein größter Herzenswunsch. Das die Zähne in Ordnung sind. Denn das ist echt eine große Last. Und im Moment habe ich das Gefühl das rückt in greifbare Nähe. Hoffnung ist definitiv da.

Und ja.. Falls jetzt einer denkt “Selbst Schuld” – ich weiß. 😖

Am heutigen Freitag musste ich dann noch einmal hin. Meine Wange ist im unteren Bereich ziemlich geschwollen. Am Mittwoch war alles okay. Gestern fing es dann an dass ich beim gähnen, sprechen oder berühren der Wange Schmerzen hatte. Nicht am Zahn. Sondern so allgemein. Man sieht es von außen nicht wirklich, aber eine leichte Berührung schmerzt schon sehr und beim tasten fühlt man auch die Schwellung deutlich. Ich vermute es kommt von der Spritze. Die Ärztin ebenfalls. Aber mir war es lieber noch mal drauf gucken zu lassen – denn immerhin ist sie die Ärztin und nicht ich! Wenn es morgen Theater machen würde, und ich zum Notdienst muss, würde ich es bereuen, dass ich heute nicht hin gegangen bin. Ich hab vorsorglich Antibiotika bekommen und hoffe übers Wochenende bleibt alles ruhig und die Schwellung geht weg. Ich werde es weiterhin kühlen, was ich gestern schon gemacht habe.

Zahnarztangst

Erster Zahnarztbesuch nach der Schwangerschaft – Es geht weiter mit der Wurzelbehandlung!

Na? Bekommt ihr bei dem Bild auch ein mumliges Gefühl? Ich schon. Ich hatte ja schon über meine Zahnarztangst geschrieben. Und wer schon länger mitliest, weiß ja dass mir in der Schwangerschaft der Zahn abgebrochen ist.

Nun war der erste Termin nach der Schwangerschaft zum weiterführen der Wurzelbehandlung. Ich hatte übrigens noch ein kleines Zwischenspiel am 24.12. beim Vertretungsarzt weil der Zahn da Theater machte. Durch den Stress bezüglich der Schwangerschaftsdiabetes-Unterstellung habe ich wohl Nachts die Zähne aufeinander gepresst und durch den Druck hat der Zahn Theater gemacht. Jedenfalls hat man mir das so erklärt und das klang auch logisch. Natürlich passiert so etwas immer wenn der Zahnarzt, dem man wenigstens halbwegs vertraut, gerade geschlossen hat 😩 Und so saß ich also am Heiligabend Vormittags hochschwanger und zitternd wie ein Häufchen Elend in einer fremden Praxis. Die Androhung “Wenns schlimm ist, operieren wir gleich” trug auch nicht gerade zur Besserung meines ängstlichen Zustands bei. Es wurde dann aber nur gespült, Medikament rein, Cavit drauf und fertig. Der Zahn gab seitdem auch Ruhe und hat kein Theater mehr gemacht.

Mein Termin sollte eigentlich auch nicht im April sein. Irgendwie war hier der Wurm drin. Denn dies war der dritte Anlauf zur Weiterbehandlung. Beim ersten Termin konnte mein Mann nicht mit, und alleine mit Baby geht nicht, da hab ich auf dem Behandlungsstuhl keine Ruhe. Beim zweiten Mal war die Ärztin krank und der Termin wurde kurzfristig abgesagt. Und jetzt, gestern am 10.04. war also der dritte Termin. Und dieses Mal kam nichts dazwischen. War auch höchste Zeit. Das Cavit war schon zur Hälfte flöten. Das Zeug ist auch nicht für so lange Zeit gedacht.

Und obwohl ich wusste dass es nicht weh tun würde, obwohl ich selbst wusste das meine Angst albern ist… war ich wieder kurz vorm durchdrehen. Schon den ganzen Montag war ich angespannt. Und auf dem Hinweg war mir schlecht. In der Praxiswars dann auch nicht besser. Ich war fast dankbar dass ich schon wieder den Anamnesebogen ausfüllen musste (“Die Krankenkasse will das jetzt jedes Jahr so”) und so etwas zu tun hatte anstatt an die Wand zu starren und innerlich Amok zu laufen. Ich war dann auch kaum fertig mit ausfüllen, wurde ich aufgerufen.

Mit verkrampften Händen saß ich auf dem Stuhl und war sehr nervös. Ich fühlte mich so dumm. Es ist so bekloppt wenn man Angst hat und eigentlich weiß dass man keine haben müsste. Aber diese Angst ist da, sitzt tief. Und wird wohl auch nie mehr ganz weg gehen.

Wie erwartet wurde gestern nur gereinigt, Medikament neu gemacht und wieder verschlossen. Ein letztes Mal. Um sicher zu gehen das nicht entzündet ist und alles sauber. Das nächste Mal kommt dann die richtige Füllung rein. Und natürlich tat es nicht weh. Ich brauchte keine Betäubung. Wie die letzten Male davor auch schon. Das einzige was weh tat war das Instrument mit dem die Zahnarzthelferin mir die Wange auf hielt. Das drückte sie nämlich ziemlich fest in mein Zahnfleisch und meinen Kiefer! Autsch!

Das ganze dauert vielleicht 5 Minuten. Eher weniger. Dann war es vorbei und ich wurde mit “Sie können jetzt den Mund auspülen wenn sie möchten” entlassen. Im Mai gehts dann weiter. Und wieder werde ich wahrscheinlich innerlich die Wände hoch gehen. Wie angespannt ich gestern wirklich war, merke ich übrigens heute. Vor allem meine Oberschenkel bestehen heute aus purem Muskelkater. Als wäre ich zum ersten Mal seit langer Zeit im Fitnessstudio gewesen oder Fahrrad gefahren. Es ist manchmal schon unheimlich wie stark man Ängste körperlich auslebt.

Ich frage mich ob ich diese Angst je komplett los werde. Ich vermute nicht. Aber ich hoffe ich habe den Mut alle Zähne heile machen zu lassen. Mit dem einen ist es nämlich nicht getan.