Kinderchaos

Was tun bei einer möglichen Vergiftung?

Der Albtraum aller Eltern: Das Kind hat etwas im Mund, möglicherweise auch geschluckt, was es nicht essen darf. Etwas das giftig sein könnte oder definitiv giftig ist.

Uns ist das schon passiert. Obwohl ich meine Putzmittel alle in kindersicheren Höhen aufbewahre und auch sonst aufpasse – es kann immer mal was passieren, womit man nicht rechnet. Egal ob im Haushalt, im Garten mit Beeren und Sträuchern, beim Nachbarn der gerade das Haus streicht oder bei Oma & Opa im Keller. Die Möglichkeiten sind dermaßen vielfältig.

Bei uns war es so, dass K1, der sonst nie an Schränke ging und sich nie für irgendwas interessiert hat, einfach mal mein Spülmaschinensalz aus dem Schrank fischte und davon gegessen hat. Ich wäre nie darauf gekommen dass es gefährlich oder interessant sein könnte. Aber falsch gedacht.

Ich war in heller Panik als ich es entdeckte. Natürlich hab ich es ihm sofort abgenommen und ihn gebeten alles auszuspucken was er noch im Mund hat. Der Pokal als Rabenmutter des Jahres, der war in dem Moment definitiv meiner! Genau so fühlt man sich. Wie das verantwortungsloseste, schlechteste Elternteil der Welt.

Was sollte man tun wenn so etwas passiert?

  1. Ruhe zu bewahren!
  2. Das giftige Zeug wegnehmen, Reste entfernen und einen kurzem Checkup beim Kind machen
  3. NICHT das Kind zum erbrechen bringen! Keine Milch und kein Salzwasser geben!
  4. Falls vorhanden, unbedingt die Packung griffbereit halten
  5. Giftnotruf anrufen. Für Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein ist das die 0551 – 19240 der GIZ Nord – welcher Giftnotruf für euch zuständig ist, könnt ihr hier erfahren!
  6. Je nachdem was der Giftnotruf sagt entsprechend handeln – Beobachten, Arzt….

Bei uns war es so, dass K1 (laut Notruf) relativ wenig Salz zu sich genommen hatte, circa ein Teelöffel voll. Das Spülmaschinensalz ist nicht giftig, aber in hohen Mengen schädlich. Er sollte viel trinken und ich sollte ihn beobachten. Sollte mir irgendwas komisch vorkommen: Kinderarzt aufsuchen.

Das ganze hat dann ein gutes Ende genommen. Ein Kinderarztbesuch war nicht nötig. Ich war dankbar für die Mitarbeiterin vom Giftnotruf, die mir sehr ruhig und sachlich geholfen hat, die richtigen Fragen stellten und mir so die Angst und Panik nahmen.

Was kann man vorbeugend tun?

Natürlich wie ich erwähnt habe, alles was giftig sein könnte wegschließen, irgendwo aufbewahren wo die Kinder nicht dran kommen. Vor allem Arznei, Waschmittel und Haushaltsreiniger.

Wenn doch einmal was passiert, ist es ratsam den Giftnotruf im Smartphone und Festnetztelefon gespeichert zu haben und die Nummer zusätzlich am Kühlschrank oder woanders zentral anzupinnen, für den Fall der Fälle. Entweder druckt ihr euch einen Merkzettel mit der Nummer und den oben genannten Schritten aus oder ihr fragt mal bei eurem Kinderarzt nach einem Flyer, die haben oft welche!

Außerdem gibt es noch eine App vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die ich sehr gut finde. Sie listet viele Medikamente, Gifte im Haushalt und Pflanzen auf. Zudem kann man über den Button den Giftnotruf wählen.

Die BfR Vergiftungs-App im Google Playstore

Die BfR Vergiftungsapp im Apple Appstore

Und ganz wichtig: Keine Selbstvorwürfe! Ihr seid keine schlechten Eltern wenn so etwas passiert. Man kann nicht alles vorhersehen und nicht 100% vorbeugen.

 

Ist bei euch schon einmal etwas passiert was den Giftnotruf notwendig machte?

 

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