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Ein gewagter Schritt

Dass es hier so lange still war, lag nicht daran dass zwischenzeitlich Herbstferien waren. Sondern daran, dass ich die letzten Wochen eine große Entscheidung ausgebrütet habe: Ich werde mein Abitur nachholen. Im Fernunterricht.

Ja ich weiß das ist gewagt, es wird nicht leicht. Ich habe davor sehr großen Respekt und auch ein bisschen Bammel. Aber ich hoffe und glaube, dass ich als Autodidaktin die sich Wissen selbst erarbeitet und recherchieren kann gute Voraussetzungen habe und mir auch das Internet und meine Twitter-Timeline da mit Rat & Tat zur Seite stehen werden.

Warum die Entscheidung zum Fernabi?

Das Abitur nachzuholen ist ein Wunsch den ich schon viele Jahre habe. Schon bevor ich meinen Mann überhaupt kennen lernte und noch in einem anderen Bundesland lebte, wollte ich das tun. Das hat aber Zeitlich und und finanziell nicht gepasst.

Heute sind allerdings die Zeiten und die Örtlichkeiten das größte Problem. Ein Abitur vor Ort ist nicht möglich, egal wie ich es drehe und wende, ich werde damit nicht glücklich werden.

Ich müsste mindestens 4 Abende die Woche zur Schule nach Syke oder Bremen, denn hier direkt im Ort gibt es keine Möglichkeiten für mich. Es ist kein Angebot verfügbar. Und das ohne selbst Mobil zu sein, das macht das “zur Schule kommen” zu den Unterrichtszeiten in Verbindung mit den Arbeitszeiten meines Mannes nahezu unmöglich. Und selbst wenn wir das irgendwie hinbekommen: Das würde unsere Zeitplanung und Familiendynamik dermaßen aus den Angeln reißen, dass ich nicht weiß, ob ich durch den Stress der dadurch entsteht, wirklich lernen könnte. Auf die lange Sicht, die das Abitur erfordert klappt das nicht. Ein Jahr könnten wir das sicher irgendwie durchstehen, aber nicht zwei oder drei Jahre.

Zudem darf man nur gewisse Fehlzeiten haben, überschreite ich die, werde ich nicht zur Prüfung zugelassen. Dann wäre alles für die Katz gewesen. Und es gibt so viele Gründe die auftreten können und, wenn ich wirklich ehrlich und realistisch bin, auftreten werden, dass ich dann nicht hin gehen kann: Mein Mann oder ich werden krank, die Kinder sind krank und wollen nur die Mama, oder mein Mann muss mal wieder auf Geschäftsreise bzw. zu abendlichen Geschäftsterminen. Dann könnte ich nicht zur Schule. Ganz zu schweigen von all den Fällen die man vorher nicht absehen kann. Im Fernstudium kann ich zuhause flexibel lernen, selbst wenn ich krank bin oder mein Mann in Singapur oder Athen weilt und sonst niemand zum Aufpassen verfügbar ist. Ich kann die restlichen Termine und Verpflichtungen besser damit koordinieren und miteinander vereinbaren.

Zudem habe ich es schon erlebt, dass Abiturkurse aufgelöst wurden, weil mit der Zeit immer weniger Schüler da waren. Gestartet mit zweistelliger Personenzahl, waren es irgendwann nur noch 4-5 Leute die kamen. Der Rest brach weg, weil keine Lust, doch noch Ausbildung oder Arbeit gefunden etc. pp. Man ist nie vor Änderungen des persönlichen Lebens gefeit. Für die, die bleiben ist es dann natürlich doof, wenn es plötzlich heißt “Sorry, zu wenig Leute. Wird aufgelöst. Wir melden uns wenn wieder ein Kurs startet.” – Zeit und Geld für die Katz raus gepfeffert. So was will ich nicht erleben. Es ist eine lange Zeit die man da vor sich hat und wenn man den Weg beginnt, will man auf das Ziel zugehen. Solch ein Abbruch ist dann natürlich ein herber Rückschlag. Durch das Fernstudium bin ich von so etwas unabhängig. Wenn ich hinschmeiße, dann nur wegen mir selbst, nicht wegen anderen.

Und natürlich habe ich Angst. Denn Fernstudium heißt, dass ich mich auf mich selbst verlassen muss, alleine lernen muss. Es gibt keine festen Termine und Zeiten, ich muss mich selber organisieren, selbst motivieren. Das ist mir alles bewusst. Und wie schon oben erwähnt: Ich habe davor großen Respekt. ABER:

Ich bin jetzt 32 Jahre alt, ich habe diesen Wunsch schon sooo lange, habe es so oft vor mir her geschoben und ich denke es reicht jetzt. Dass die äußeren Umstände für ein Präsenzabi nicht stimmen ist doof, aber ich kann es nicht ändern und wer ewig wartet, bereut es irgendwann. Es gibt nun mal die Möglichkeit es anders zu lösen, also will ich mir endlich mal einen Schubs geben und den Schritt wagen, ich bin noch nicht zu alt dafür. Aber irgendwann vielleicht schon.

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1 Kommentar

  • Antwort
    HelgaS
    23. Oktober 2018 um 14:30

    Ich kann Dich gut verstehen. Ich habe meinen Bachelor im Fernstudium gemacht. Man muß sich halt ein wenig organisieren, Zeiten zum lernen schaffen, in den man sich durch nichts ablenken lässt. Letztlich hat es aber gut funktioniert, auch weil alle in der Familie es akzeptiert haben, wobei ich vorrangig morgens, wenn alles ausser Haus waren, studiert haben

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