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Home Of The Brick – Zu Besuch im LEGO House in Billund

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Im Dänemarkurlaub haben wir auch etwas ganz besonderes besucht. Das LEGO House in Billund. Wir waren total begeistert und heute möchte ich euch davon erzählen, euch mitnehmen auf eine kleine (Bilder)Reise durch ein einmaliges Legoparadies – und euch einen Besuch ans Herz legen!

Lego House? Was?

Ja, LEGO House. Kannte ich bis zu unserem Besuch im Juli auch nicht. Mein Mann hatte es erwähnt, als wir unseren Dänemarkurlaub planten. Dann sahen wir die Dokumentation auf Netflix über das Haus und es war klar: Da müssen wir unbedingt hin! Das will ich in echt sehen und erleben.

Das Lego House gibt es noch gar nicht so lange. Im September 2017 war die offizielle Eröffnung. Daher ist es noch relativ unbekannt und entsprechend nicht überlaufen im Gegensatz zum allgemein bekannten Legoland, das im Übrigen eigentlich recht wenig mit Lego zu tun hat. Jedenfalls wenn man es mit diesem Haus vergleicht. Es war auch für uns ein sehr entspannter Tag, trotz Hauptferienzeit.

Bild (C) by LEGO Pressearchiv

Mir hat es mehr Spaß gemacht als ein Besuch im Legoland. Und das nicht nur, weil es einfach nicht überlaufen war.

Sondern auch, weil man definitiv merkt, dass das Lego House nicht zu Merlin gehört (der große Konzern der das Legoland in Billund und Deutschland betreibt, nebst diversen anderen Freizeitparks, den Madame Tussauds und vielem mehr). Und auch, weil es wirklich und wahrhaftig das “Home of the Brick” ist. Da steckt so viel Liebe und Leidenschaft drin. Dieses Haus ist eine Hommage an Kinder, Kindheit und das ewige Kind in uns. An Kreativität, ans spielen und zu guter Letzt natürlich auch an die kleinen bunten Steinchen.

Ich kann euch wirklich nur ans Herz legen diesem wunderbaren Ort einen Besuch abzustatten! Ihr werdet es nicht bereuen. Ich hoffe ihr habt Spaß an diesem, doch sehr ausführlichen, Artikel, der aber bei weitem nicht alles zeigt und erzählt, was es zu sehen und zu entdecken gibt! Klick auf die Bilder macht sie groß.

Ankunft am Lego House – Willkommen im LEGO Mekka!

Schon das Parkhaus macht Laune. Das ist nämlich nicht nur groß genug bemessen, sondern auch innovativ gebaut. Ich möchte bitte in Deutschland auch solche Parkhäuser! Die Parkflächen sind schräg und somit selbst schon an sich die Auffahrt. In diesem Parkhaus gibt es keine engen und steilen Auffahrten, sondern breite, nahtlose Durchgänge zur nächsten Parkfläche.

Die Parkflächen, die Auffahrten.. alles ist groß genug, dass ich auch den Kinderwagen auspacken kann ohne Angst zu haben, dass das nächste Auto uns überfährt oder rammt.

Kaum aus dem Parkhaus raus, schaut man schon links auf das Lego House. Es ist ganz nah! *waaah*

Durch eine Drehtür (oder links davon durch eine Tür die sich für gehandicapte Menschen automatisch öffnen lässt) ist man dann auch ganz schnell im riesigen, luftigen Eingangsbereich.

 

Im Eingangsbereich steht man dann erst einmal und staunt. Es ist riesig, es ist hell, es ist atemberaubend! In dem weitläufigen Bereich befindet sich neben einem Wegweiser, Ticketautomaten, einem riesigen Toiletten- und Schließfachbereich und den Cafés und Restaurants auch Grünpflanzen, umrahmt von Sitzbänken, die zum verweilen einladen.

Und last, but not least: Natürlich auch ein Lego Store. Dem sollte man auch unbedingt mal einen Besuch abstatten! Im Gegensatz zu den Stores in den Merlin Park gibt es hier die Exklusiven Minisets die es auch im Onlineshop gibt und man kann seine gesammelten VIP-Punkte nutzen (und die sind in Dänemark mehr wert als in Deutschland! Das lohnt sich also vor allem für exklusive Sets die es NUR bei LEGO gibt, also sehr preisstabil sind).

Zudem kann man das LEGO House als Modell bestaunen oder an einem Turmbauwettbewerb teilnehmen. Und mit einem Aufzug hoch zu den Spielplätzen auf dem Dach fahren. Dieser Bereich nennt sich “Public Area” und ist, wie der Name schon vermuten lässt, frei zugänglich für Jedermann. Ohne Eintritt.

Über den Ticketautomaten oder die Rezeption neben den Eingängen kann man seine Tickets lösen. Jeder erhält ein Armband mit einem NFC-Chip. Dieses berechtigt den gesamten Tag zum Eintritt. Man kann also jederzeit wieder raus und rein, so dass man in den Restaurants essen kann, aber nicht muss. In der Billunder Fußgängerzone gibt es ebenfalls attraktive Restaurants zur Auswahl.

Das Armband kann übrigens noch mehr, dazu komme ich nachher noch! Und es funktioniert sehr gut. Mit diesem kleinen Armband sieht man mal was möglich ist, wenn man sich Mühe gibt und versucht moderne Technik wirklich ernsthaft integrieren zu wollen. Lego hat hier die Technik sehr gut eingebunden und sich viele Gedanken gemacht!

Kaum durch die Zugangskontrolle, steht man erst einmal staunend vor diesem megamäßig riesigen Baum und staunt schon wieder:

Tree of Creativity – Er besteht aus 6.316.611 LEGO Steinen und wurde in Handarbeit gebaut, darin stecken 24 350 Arbeitsstunden. Das sind über 1000 Tage!

 

Übrigens gibt es zu diesem Baum eine schöne Anekdote, die man im Buch zum LEGO House findet (das Buch gibst vor Ort zu kaufen).

Und zwar ist der Fuß des Baumes von massenhaft grünen Legosteinchen bedeckt, die Gras darstellen sollen. Nun stand man vor diesem Pool aus grünen Steinen aus dem der Baum “wächst”  und überlegte stundenlang wie man die Kinder davon abhalten könne, da reinzuklettern und mit den Steinen zu spielen. Bis Kjeld Kirk Kristiansen intervenierte und meinte die Diskussion erübrige sich, die Kinder sollen gar nicht abgehalten werden, sie SOLLEN mit den Steinen spielen und etwas daraus bauen, denn dazu würde man das LEGO House ja bauen.

Und das beschreibt so ziemlich wozu das Lego House da ist. Es gibt jede Menge zu tun, zum anfassen, zum bauen, zum erleben, zum staunen.

Auf den einzelnen Ästen stehen verschiedene Legobauten aus den letzten Jahrzehnten

 

Die Experience Zones

Das Herzstück des Hauses sind die Experience Zones. Im mittleren Stockwerk, das weitläufigste und größte von allen, gibt es vier Zonen die sich thematisch und farblich unterscheiden. Jede Zone hat eine eigene Farbe und ein eigenes Thema dass man praktisch erkunden und erleben kann.

Zudem gehört zu jeder Zone auch eine eigene, thematisierte Terrasse, so dass man auch frische Luft schnappen kann. Die Böden sind alle gedämpft und dank der gummierten Schicht nicht nur Geräuschschluckend, sondern auch rutschfest.

Damit der Artikel etwas übersichtlicher bleibt, habe ich mich entschieden das ganze mit aufklappbaren Texten zu gestalten. Mit einem Klick auf die jeweilige Zone oder das + Zeichen, klappt der Text mit Bildern auf:

Red Zone
Aus dem Aufzug heraus steht man in der Red Zone.

Hier dreht sich alles ums Bauen und Kreativität. Sowohl groß als auch klein. Hier ist für jeden was dabei.  Es gibt massenhaft Steine die sich optisch über riesige Legofälle aus der Wand in die Becken mit Steinen ergießen. Sowohl kleine Legosteine als auch große LEGO Duplo gibt es.

Überall hört man das typische Geräusch der klirrenden Steine, weil alle darin herumwühlen und die richtigen Steine suchen. Für LEGO-Fans ist das wie Musik. Meine beiden Männer waren direkt verschwunden. Und auch die Kleinste hat das LEGO Fieber gepackt, obwohl sie sich bis dahin noch gar nicht für die Steine interessiert hat.

Zur roten Zone gehört auch ein “Creative Lab”, das nur gelbe und schwarze Steine enthält. Etwas abseits gelegen, geht es hier etwas ruhiger zu. Hier kann man mit einem Lego Experten in einer 20 Minuten langen Session besonders kreativ werden. Als ich dort war, war gerade freies bauen und einträchtige Stille angesagt.

In dieser Ruhe und Abwesenheit der restlichen Familienmitglieder entstand hier mein kleines neues Haustierchen 😀

Ach und dies hätte ich fast vergessen zu erwähnen: Zur Red Zone gehört auch noch eine Bücherecke und ich glaube die haben da wirklich J E D E S  LEGO-thematisierte Buch dass es auf der Welt gibt gesammelt. Es sind viele auf englisch, aber auch deutschsprachige Bücher findet man. Zum Beispiel ein Kleinkinderbuch von LEGO DUPLO mit Klappen.


Blue Zone

Geht man durch die Red Zone weiter, kommt man in die Blue Zone. Hier dreht sich alles um Logik und das konstruieren. Als erstes wird man eingeladen ein Auto zu Testzwecken zu bauen.

Es stehen zwei Stecken zur Verfügung mit unterschiedlichen Eigenschaften. Hier die sehr flache, wo es eher um Rennen geht:

Und dann gibt es noch eine sehr steile, die ist eher für Crashtests gedacht. Hier sind jede Menge Herren unterwegs, die meinen sie haben den Durchblick und wissen gaaaanz genau wie das Auto beschaffen sein muss damit es heile bleibt und die Strecken bis zum Ende schafft. Bleibt einfach mal stehen und beobachtet die Fachleute beim bauen.. und dann beim scheitern. 😉

Die gebauten Autos muss man übrigens nicht die Teststrecken fahren lassen, man kann sie auch einfach an der Wand ins Regal stellen. Dort sind sie in guter Gesellschaft.

Das war aber noch nicht alles. Es gibt noch viel mehr! Zum Beispiel ein riesiges Areal um Zugtsrecken zu bauen (hier habe ich nichts gemacht, ich wäre da sonst stundenlang versackt, das ist genau mein Ding. Kilometerweise Zugstrecken aus Legoschienen! Moah!!!) und das Robo-Lab, wo man auf einer arktischen Mission einen Roboter programmieren kann.

Und es gibt eine Architektur-Zone in der man kleine Häuser auf 6×6 großen Platten bauen kann um seine eigene Stadt zu erschaffen. Diese haben die vier Zonenfarben und die Elektronik des Simulator erkennt zuverlässig welche Farbe die Platte hat und sobald die Platte auf dem Tisch eingefügt wird, verändert sich die Dynamik der Stadt. Es erscheinen Straßen und Figuren. Es ist faszinierend.

Nicht nur wie es sich verändert, auch wie das ganze funktioniert und vor allem WIE GUT und.. wie soll ich sagen.. smooth das ganze funktioniert. Technisch gesehen.

Im Architekturbereich hat mein Mann sich lange aufgehalten und mehrere Bauten kreiert. Und hier kommen wir auch mal auf die anderen Funktionen des Armbandes zu sprechen. Überall im Haus gibt es Terminals, wie im mittleren Bild unten.

An das gelbe Symbol kann man sein Armband ran halten (welches am NFC-Chip das selbe Symbol hat) und dann Fotos machen an den Foto-Terminals. Oder an den Terminals mit großem Bildschirm seine gemachten Bilder anschauen, oder eine virtuellen Plan des LEGO Hauses interaktiv erkunden.

Findet ihr cool? Kommt noch besser! Es gibt im Google PlayStore (und auch im Apple AppStore) eine App namens “LEGO® House” direkt von Lego. In dieser kann man den Appcode eingeben, der ebenfalls auf dem Armband zu finden ist. Und schon hat man die Fotos (und Videos) die man im LEGO House gemacht hat in der App und kann sie sich aufs Handy laden. Die Bilder sind nicht direkt in der App verfügbar, aber es geht schon relativ schnell – unter einer Stunde.

Green Zone
Als nächstes kommt man in die Green Zone. Hier steht das Miteinander, das Soziale im Mittelpunkt.

Es gibt riesige LEGO Welten zu entdecken und erkunden. Ähnlich wie im Miniaturwunderland. Und dort kann man stundenlang stehen und sich gemeinsam jedes Detail anschauen und findet doch noch etwas neues was man den anderen zeigen will. Es ist der Wahnsinn!

Und das ist nur eine kleine Auswahl. Wir haben bei weitem nicht alles entdeckt oder fotografiert. Da sieht man Darth Vader Ski fahren, eine Poolparty, spielende Kinder auf dem Schulhof, kleine Missgeschicke, Alltagsdinge, seltsame Dinge… es fahren Züge durch Tunnel und Berge. Es gibt sooo viel zu entdecken dort! Und wenn ihr da wart, dann schreibt mir doch mal was ihr kurioses dort entdeckt habt!

Aber natürlich ist das nicht alles. Es gibt noch mehr. Viel mehr! In der Green Zone lernt man, wie die berühmten Minifiguren entstehen. An der Wand gibt es verschiedene Schaukästen die die Schritte von der Entwicklung bis zur fertigten Figur zeigen und erklären. Und man kann auch welche selber bauen. Es gibt mehrere Pools die alle möglichen Minifigures-Bauteile enthalten.

Es würde mich ja wirklich mal interessieren wie viele Bauteile – oder sagen wir mal wie viele Kilo Material – so am Tag im Lego House “verschwinden” (*hüstl*). Ich kann mir vorstellen dass die regelmäßig nachfüllen.

Mit den gebauten Minifigures kann man dann wieder Fotos machen und sich z.B. lustige Zeitschriftencover designen.

Natürlich gibt es hier auch wieder ein Labor, ein “Lab”. Nach dem Creativity-Lab und dem Robo-Lab kommt jetzt das letzte und das ist der absolute Knaller: Die Story-Lab! Hier kann man seinen eigenen Stop-Motion-Film drehen! Mit Special Effects und allem was dazu gehört.

Ab Zuweisung der Kulisse hat man 15 Minuten Zeit. Das klappt schon beim ersten Mal sehr gut. Wenn man sich aber schon auskennt und gut plant, bekommt man ein Video mit richtig guter Länge und Geschichte hin. Es ist immer ein Mitarbeiter da den man fragen kann und der einen auch einweist.


Yellow Zone

Als letztes kommt die Yellow Zone. Hier ist das Thema Leben, Emotionen. Hier erwacht auch LEGO richtig zum leben.

Das beeindruckendste ist das, weswegen es vermutlich in der gelben Zone kein Lab gibt: Der Fish Designer. Hier bilden vier riesige Monitore ein Aquarium das mit LEGO-Fischen bestückt werden will.

Wie man das macht? Man baut sie! Bei jedem Bildschirm stehen zwei LEGO-Pools inkl. Skala wie groß/klein die Fische maximal sein dürfen. Danach werden sie am Terminal eingescannt, man wählt Augen und Mund aus und dann wird der echte Fisch ins virtuelle Aquarium übertragen.

Und das haben die Lego-Experten wieder echt niedlich gemacht. Der Fisch schwimmt auf dem Terminal in ein Rohr und kommt nebenan auf dem großen Bildschirm raus. Er glitzert und glänzt.. er ist ja auch ganz neu! Und dann zieht er im Aquarium seine Runden.

Die echten gebauten Legofische müssen dann aber nicht wieder in Einzelteilen zurück in den Pool. Die dürfen an der Wand einziehen:

 

Genug am Aquarium gestaunt, geht es weiter mit kleinen Tierchen. Im “Critter Creator”-Teil kann man Frösche und andere Lebewesen bauen die auf Luft über eine Platte schweben oder Kreaturen die dann zu Samba-Klängen auf einer anderen Platte umher hüpfen. Oder seine kleinen Tierchen durch den gefährlichen Schlangenpfad lotsen.

Zu guter letzt wird es entspannt. Mit Blumen. In Sichtweite zum großen Tree of Creativity kann man seine eigenen Blumen aus LEGO designen.

Und egal wo ich da unterwegs war: Ich habe immer über die Kreativität der Menschen gestaunt. Aus welchen Teilen man doch tolle Dinge zaubern kann. Es ist wirklich erstaunlich wie kreativ die Menschen sind!

 

Alle Blumen von Besuchern gebaut. So vielfältig wie in der Natur!

Überall in diesem Haus ist LEGO. Überall sind Steine. Selbst das Treppenhaus besteht aus LEGO-Steinen die vom Keller her von Grau allmählich zu bunt wechseln.

Und wenn man sich irgendwo auf eine Bank setzt: Da ist LEGO. Egal auf welchem Stockwerk man sich befindet. Überall stehen weiße Sitzgelegenheiten, die rechts und links thematisch entsprechende Legosteine enthalten mit denen man bauen kann. Und die Bank selbst sieht auch aus wie aus Lego. Wie eigentlich alles!

Bank in der Masterpiece-Gallery

 

Jede Zone ist einzigartig und nun, wo ich den Artikel schreibe merke ich, dass wir gar nicht alles gemacht haben. Obwohl wir den ganzen Tag dort verbracht haben. Aber es gibt eben so viel zu tun und man kann in jeder Zone viel Zeit verbringen. Ich war zum Beispiel überhaupt nicht im Robo-Lab. Und als ich die Fotos meines Mannes aus der Green Zone angeschaut habe, habe ich festgestellt, dass ich wohl auch nicht alle Welten gesehen habe.

Da wir nun einmal durch die Experience-Zone gestromert sind, geht es in die

Masterpiece-Gallery

Einmal die Treppe oder den Aufzug hoch, kommt man aus den turbulenten und lauten Experience-Zones in die sehr ruhige und weiße Galerie der Meisterwerke. Hier zollt man den endlosen Möglichkeiten der Steinchen und vor allem AFOLs Tribut. AFOL = Adult Fans Of LEGO! Menschen die leidenschaftlich gerne LEGO bauen, damit ihre Kreativität ausleben, egal wie alt sie sind.

Die Ausstellungsstücke wechseln regelmäßig, so dass es immer etwas neues zu entdecken gibt. Ich war total fasziniert davon, wie sehr man mit den Steinen doch seinen eigenen Stil kreieren kann und was sich die Menschen auf der ganzen Welt so ausdenken.

 

In der Mitte der Galerie stehen drei riesige Dinosaurier die auf LEGO-Steinchen treten und entsprechende Qualen leiden. Kennen wir, nä? Jeder Dino ist anders thematisiert und besteht aus anderen Bauteilen. Man sollte sich also die Zeit nehmen sie mal genauer zu betrachten.

Die Masterpiece-Gallery eignet sich super zum staunen, durchatmen und entspannen. Es ist eine ganz andere Atmosphäre als unten in den Experience-Zones.

 

Weiter gehts im Keller mit der Schatzkammer, dem Heiligtum:

History Collection

Wenn man aus dem Aufzug steigt, merkt man direkt dass hier alles anders ist. Gedämpftes Licht, schwarzer Fußboden, graue Wände. Nichts bunt. Hier ist man im Keller, im Grundstock des ganzen.

Hier erwarten einen die Grundsteine von Lego. Das Herzstück. Die Geschichte. Wie alles Begann.

An den Außenseiten entlang erfährt man alles über die Entstehung und die Firmengeschichte von LEGO. Von den ersten Holzspielzeugen, wie die Steine entstanden, dass es schwere Zeiten gab. Es gibt tolle Bilder der Familie. Es sind viele alte LEGO Sets ausgestellt. Aber auch die ersten Holzspielzeuge, denn LEGO war nicht immer nur kleine bunte Plastiksteinchen.

An den grauen Innenwänden, die die eigentliche Schatzkammer umgeben, laufen faszinierende Dinge ab: Schatten von Kindern tanzen, hüpfen und spielen an den Wänden. Dazu laufen Zitate an den Wänden herunter. In Englisch und Dänisch. Es geht darum das Spielen wichtig ist für Kinder. Für ihre Entwicklung.

 

Und natürlich stehen auch hier Bänke mit LEGO herum, die nicht nur dazu einladen etwas zu verweilen und sich die Exponate länger anzusehen oder den Schattenspielen zuzuschauen. Sondern auch kreativ zu werden. Rote Steine zu beiden Seiten laden zum bauen ein. Auch die Nordlady war da total begeistert und wollte gar nicht mehr aufhören. Denn es sind auch DUPLO-Steine dabei. Hier wird auch an die Kleinen gedacht!

Wie man sieht, ist auch alles breit genug für Kinderwagen. Ich war etwas skeptisch, nachdem ich auf der Seite gelesen hatte, dass man bitte nur die Kleinsten mit Kinderwagen durchs Haus zu schieben solle und dann möglichst kompakte Kinderwägen. Hä? In Dänemark? Gerade in dem Land wo es die größten Kinderwägen überhaupt gibt? (Ich sag nur Emmaljunga Big Star!).

Ich wollte aber unbedingt meinen großen Emmaljunga mitnehmen, weil ich da die Sitzrichtung wechseln kann. Also hab ich es riskiert. Und ich hatte keinerlei Probleme irgendwo durchzukommen. Es war immer genug Platz, die Aufzüge sind sehr geräumig.

An einer der Wände gibt es einen Durchgang in die Schatzkammer, die mittig liegt, hinten den grauen Wänden mit den Schattenspielen. Hier sind Lego-Sets aus allen Jahrzehnten ausgestellt. Von Beginn bis heute.

 

 

Schätze!

Zur rechten und Linken Seite säumen die Sets den kompletten Raum. An den Kopfseiten sind Gucklöcher durch die man Architecture-Bauten anschauen kann. Vom Eifelturm, über den schiefen Turm von Pisa bis hin zum Architecture-Modell des LEGO Houses (dass es nur exklusiv vor Ort zu kaufen gibt) sind hier alle Sets live und in Farbe vertreten. Und in der Mitte des Raumes gibt es wieder etwas interaktives. Drei Kreisrunde Schaukästen laden nicht nur zum schauen ein. Rechts und Links gibt es wieder LEGO zu bestaunen:

Und der mittlere Schaukasten entpuppt sich als.. kein Schaukasten! Sondern Touchcomputer mit dem man aus einem riesigen Katalog in dem ALLE, also wirklich ALLE Legosets die es jemals gab aufgelistet sind, sein virtuelles Regal bestücken kann mit den Sets die man selbst als Kind besaß. Oder die man heute besitzt. Oder die man besonders geliebt hat. Jeder wie er mag.

Wie Herr Kirk Kristiansen sagte “It’s all about the possibilities!”

Vor der History Collection gibt es noch einen Raum der ein Kino beinhaltet. Dort laufen LEGO Filme wie wir sie auch von YouTube kennen. Der Saal ist bestückt mit einfachen Stühlen und ganz vorne gemütlichen, großen Kissen zum hinflätzen.

Leider hat nur mein Mann ein Foto und das ist etwas verwackelt.

Wer mittlerweile Hunger bekommen hat durch das ganze bauen und staunen, der muss in eines der Restaurants. Also begibt man sich zum Ausgang, aber da wartet noch eine Besonderheit. Eure eigene, individuelle LEGO-Kombination aus 6 kleinen 4×2 Steinchen.

Am Ausgang steht eine riesige Maschine, eingefasst von Plexiglas. Sie produziert an Ort und Stelle die kleinen Legosteinchen die ihr kostenlos mitnehmen dürft. Also echt jetzt. Nicht nur Showmäßig “so als ob”.

Gegenüber der Maschine befinden sich mehrere Terminals die nach Scan des Armbandes eure persönliche Legokombination ausspucken. Und das nicht auf Papier, sondern auf einer richtigen, massiven Karte. Und natürlich erscheint das auch in der App.

Hintergrund? Ein Mathemathikprofessor hat 2004 berechnet das es mit 6 gleichfarbigen Steinchen ganze 915 103 765 individuelle Kombinationen gibt. Und so erhält jeder Besucher als Geschenk von LEGO seine individuelle einmalige Kombination und die dazugehörigen Steine zum bauen. Bis die 915 Millionen voll sind, sollte es  sehr lange dauern.

Die folgenden Punkte könnt ihr wieder aufklappen:

Essen & Trinken

Auch für das leibliche Wohl ist im LEGO House natürlich bestens gesorgt. Allerdings ist das ganze nicht ganz so günstig.

Im Erdgeschoss gibt es drei Restaurants.

Brickaccino, Mini Chef und Le Gorumet

Das Brickaccino ist ein Café mit Kleinigkeiten. Neben Kaffee, den üblichen Kaltgetränken und Säften gibt es hier Paninies, Kuchen und geschnittenes, rohes Gemüse sowie frisches Obst zu kaufen.

Direkt dahinter geht es zum “Mini Chef” und “Le Gourmet“.

Über das Le Gourmet kann ich nicht viel sagen, da es geschlossen war, als wir da waren. Es öffnet erst um 17:30 Uhr und bietet, wie der Name schon vermuten lässt, exklusive Speisen auf höchstem Niveau. Das kostet auch entsprechend. Ein Menü ohne Getränke ab 300 DKK bis 600 DKK (umgerechnet 40-80 EUR) und die “Full Experience” mit Champagner und allem drum und dran satte 1.298 DKK pro Person. Das sind umgerechnet ca. 170 EUR.

Einen Tisch kann man online buchen via Le Gourmet.

Wir waren im Mini Chef, dem Familienrestaurant. Als wir kamen, war es gerade voll. Reservieren kann man hier nicht. Man bekommt dann einen Pieper, ähnlich den runden Dingern die man andernorts in Restaurants bekommt und die dann piepen wenn das Essen fertig ist. Warten ist immer doof, aber schön, dass man nicht in der Schlange rumstehen muss, sondern sich bis zum freien Tisch anderweitig beschäftigen kann.

Das Mini Chef ist ein echtes Erlebnis weil man seine Bestellung nicht mündlich an einen Mitarbeiter gibt, sondern aus Legosteinen baut und einscannt. Die Erklärung wieso das so ist, ist auch für die Kinder total logisch: In der Küche arbeiten Mini-Figuren und die können nun mal keine Menschensprache. Deshalb wird die Bestellung aus Legosteinen gebaut.

Jede Farbe steht für ein Teil des Essens. Erwachsene können vier Komponenten auswählen, Kinder drei. Die Auswahl ist begrenzt, aber ausreichend. Dadurch dass man sich sein Menü komplett individuell zusammenstellen kann, wird das ganze sehr variabel. Die Kinder bekommen statt der vierten Komponente übrigens eine kleine Überraschung zum Spielen. Und die Steine von der Bestellung kann man auch behalten.

Das einscannen funktioniert auch hier wieder erstaunlich Fehlerfrei. Ist die Bestellung aller am Tisch sitzender Personen eingescannt (es geht nur einzeln), wird die Bestellung in die Küche geschickt.

Die Getränke werden über das selbe Display bestellt und dann von einem Mitarbeiter zum Tisch gebracht. Wie die Bestellung weiter läuft, verrate ich an dieser Stelle nicht. Nur so viel: Es ist sehenswert! Da geht einiges vor sich auf dem kleinen Bildschirm. Und es gibt Schienen und Roboter.

Das Essen

In der Wartezeit bis das Essen fertig ist, gibt es kleine Brötchen und Bio-Butter. Und hier merkt man schon, dass im Restaurant sehr viel wert auf hochwertiges und gesundes Essen gelegt wird. Die Brötchen bestehen nicht aus toten Kalorien und Weizenmehl, sondern aus Vollkorn. Sie schmecken übrigens sehr gut! Genau wie die Butter.

Das Essen ist frisch, sieht gut aus und ist trotzdem gewöhnungsbedürftig. Nicht weil es schlecht wäre. Sondern weil jegliche Zusatzstoffe fehlen. Das ist pures, reines Essen. Ohne jeglichen Convenience-Kram, Zusatzstoffe etc. Auf der Karte gibt es nicht Kleingedrucktes, keine Nummern als Hinweis. Die Sachen sind auch nicht überwürzt.

Ich weiß das viele Kritik üben wenn die Speisen zu wenig Salz enthalten. Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht, In allen Restaurants stehen Salz und Pfeffer am Tisch. Das steht da nicht zu Deko! Nachwürzen kann man immer noch, ein zu viel kann man nicht mehr ändern. Und zu viel Salz ist auch ungesund. Und vor allem essen die Kinder das selbe Essen, und das sollte nicht zu viel Salz enthalten. Daher: Find ich gut!

Wir waren mit dem Essen sehr zufrieden. Das ganze kostet 169 DKK was umgerechnet rund 22 EUR sind. Nicht billig. Aber man macht es auch nur einmal. Und das drumherum stimmt auch. Hier zahlt man das Erlebnis halt mit. Und man macht das ganze nur ein Mal!

 

Snackbar

Auch in den Experience Zones muss man nicht hungern oder verdursten. Gegenüber des Aufzuges steht ein kleiner Verkaufswagen mit Getränken, Knabbereien und Kaffee. Man kann dort auch mit Karte zahlen.

Babytauglichkeit

Wie tauglich ist das LEGO House mit Baby? Die kurze Antwort: Absolut Babytauglich!

Es gibt, wie schon erwähnt breite Wege, Aufzüge – das einzige wovon man mit Kinderwagen ausgeschlossen ist, ist die oberste Ebene des Daches. Der weiße Legostein mit den Oberlichtern. Da geht es nur mit Treppe nach oben. Mit mehreren Personen kann man da auch mal hoch. Ich war nur mit meinen Kindern oben und wollte den Kinderwagen nicht unbeaufsichtigt lassen. Aber bis zu den äußeren Spielplätzen kommt man ohne Probleme durch das ganze Haus.

In den Toiletten stehen überall Wickelauflagen und Windeleimer bereit. Im Erdgeschoss, bei den Schließfächern gibt es einen riesigen Toilettenbereich, der auch einen Raum mit Stillmöglichkeit und Mikrowelle beinhaltet. Die Toiletten dort haben auch niedrigere Waschbecken, damit Kinder diese leichter erreichen können.

Ich muss aber sagen das ganze könnte noch etwas herzlicher gestaltet sein. Von einem Stillraum erwarte ich die Möglichkeit gedämpften Lichtes um etwas Gemütlichkeit und Ruhe aufkommen zu lassen. So wirkt es ziemlich steril und ungemütlich. Und es wäre schön, wenn man wenigstens im Stillraum einen anständigen Wickeltisch bereitgestellt hätte. Aber das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau. Es ist was vorhanden, man hat sich Gedanken gemacht.

Große Taschen soll man abgeben bzw. in den Schließfächern einschließen. Vermutlich damit man nicht tonnenweise LEGO mitgehen lässt. Die Wickeltasche konnte ich aber mitnehmen. Es hat mich niemand drauf angesprochen, ich hatte aber aus Unsicherheit vorher extra gefragt ob das okay ist.

Schließfächer

Genug Schließfächer vorhanden

Größere Taschen und allerlei Gepäck kann und sollte man wegschließen. Die meisten werden jetzt stöhnen und denken “Wieder Geld versenken!” – aber dem ist nicht so. Die Schließfächer sind kostenlos und funktionieren mit dem NFC-Chip am Armband.

Wie man auf dem oberen Foto sieht, gibt es massenweise Schließfächer. Es sollte also kein Platzmangel herrschen.

Siehe oberes Bild. Etwas wegschließen geht sehr einfach und hat bei uns auch perfekt funktioniert.

Außenbereich

Den Außenbereich will ich nicht unerwähnt lassen. Die verschiedenen Terrassen sind alle verschieden thematisiert, haben aber eines gemeinsam: Sie alle haben einen weichen Boden aus Fallschutzmatten, wie man sie vom Spielplatz kennt.

Ins gesamt 13 Spielplätze gibt es außen. Und wir haben nicht einen davon genutzt. Weil drinnen viel zu viel zu entdecken war.

Fazit

Der Besuch im LEGO House lohnt sich. Wir kommen wieder. Ganz sicher! Und dann will ich eine Guided Tour buchen. Die gibt es nämlich an ausgewählten Tagen und geht 1 1/2 Stunden lang.

Mit 229 DKK (bzw. bei Vorbuchung im Internet 199 DKK) ist der Eintritt nicht billig. Kinder bis 2 Jahre sind frei. Alle anderen zahlen denselben Preis, egal ob Kind oder Erwachsener.

Das mag teuer sein. Und im Gegensatz zu Merlins Legoland gibt es hier keine weiteren Rabatte. Aber es ist es wert. Alles hat funktioniert, nichts war kaputt, die Toiletten sauber, die Mitarbeiter stehts verfügbar und zur Stelle, gut gelaunt und zu Späßen aufgelegt.

Ich würde lieber noch mal dorthin fahren als ins Legoland. Und das, obwohl wir ins Legoland dank unserer Merlin-Jahreskarten jederzeit kostenlos können. Aber es hat halt nicht viel mit Lego zu tun. Nur Designtechnisch ein bisschen. Das hier, dieses Haus, das ist etwas ganz anderes. Es ist in der Tat das “Home of the Brick”. Und ich kann es jedem nur empfehlen!

Fahrt da hin, erlebt einen tollen Tag mit massenweise Lego überall! Schafft euch tolle Momente, Aha-Erlebnisse, staunt an dem riesigen Tree of Creativity.

Ich war so beeindruckt, dass ich Donnerstag als wir im Legoland waren, noch mal zu Fuß zum Haus gelaufen bin um mir das Buch über das Haus zu kaufen. Es kostet 30 EUR. Aber es ist wunderbar darin zu blättern. Etwas über die Entstehung dieses Hauses zu lesen. Den Besuch noch einmal Revue passieren zu lassen mit dem was im Buch steht. Wenn man dort war, wenn man es erlebt hat, dann wisst ihr was ich meine. Es ist einfach nur beeindruckend. Alleine schon die Architektur!

Zum Buch gesellten sich übrigens noch die beiden exklusiven Sets die es vor Ort zu kaufen gibt. Die mussten einfach mit.

Mitbringsel zur Erinnerung

Das kleine aber:

Es gibt nur ein großes Manko was einige von einem Besuch abschrecken wird: Nichts ist auf Deutsch. Es gibt nur Englisch und Dänisch. Also erwartet keine deutschen Texte dort. Ich bin zwar eh der Meinung dass man grundlegende Englischkenntnisse haben sollte, wenn man im Ausland Urlaub macht, auch bei den dänischen Nachbarn. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass da nicht jeder so denkt und für viele ist Englisch ein Problem. Aber es gibt auch Mitarbeiter die Deutsch sprechen und die Texte sind leicht verständlich. Und vor allem: LEGO ist universell. Die Steinchen, die versteht jeder, egal woher er kommt.

Infos & Kontakt:
LEGO House
Ole Kirks Vej 1 in 7190 Billund, Denmark
https://www.legohouse.com

 

Transparenzhinweis: Wir wurden von der Pressestelle des LEGO House auf den Eintritt eingeladen. Alles andere – das Essen, die Souvenirs und sonstiges, haben wir selbst gezahlt.

 

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2 Kommentare

  • Antwort
    Lothar
    22. August 2018 um 17:03

    Puh, ein langer Artikel.
    Wir sind auch schon einige Zeit zum Überlegen mal zum Legoland zu fahren.
    Darum habe ich ein bisschen recherchiert.

    Grüße Lothar

    • Antwort
      Nordherz
      22. August 2018 um 17:22

      Das Legoland ist ein himmelweiter Unterschied zum Lego House. Beides liegt nah beieinander.
      Es gibt auch Kombiangebote/Rabatte.
      Kommt drauf an was man möchte. Achterbahnen gibt es halt im Lego House nicht. Wenns einem wirklich um Lego geht, ist das Haus die bessere Wahl. Bei Action, Attraktionen und “Draußenaktivitäten” ist Legoland besser.

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