Allgemein Nerdiger Kram

Mehr Nervenkitzel im Urlaub mit Smartfrog

In unserer Urlaubswoche in Dänemark musste ich oft an die Herztongeräte (Fetal-Doppler) für Schwangere denken. Weil es immer heißt, das die Anschaffung und Benutzung eines solche Gerätes mehr Stress und Unsicherheit bringt, als man ohne ein solches Gerät hätte.

Genau dies trifft auf meine Erfahrungen mit Smartfrog zu.

Aber beginnen wir von vorne: Es stand Urlaub an. Und in jedem Urlaub habe ich ein mulmiges Gefühl.

Ich habe Angst vor einem Einbruch. Es gibt bei uns zwar nicht interessantes zu holen für Einbrecher – weder Schmuck noch andere hochwertige Wertgegenstände – aber man weiß ja nie! Alleine die Tatsache, das überhaupt jemand unbefugt im Haus war und rumgewühlt hat, das ist doch schrecklich genug. Wenn nicht das schlimmste an der ganzen Sache. Und wie oft hat man schon von Verwüstungen gelesen oder wo das Haus zum Beispiel unter Wasser gesetzt wurde aus Wut, weil die Einbrecher eben nichts gefunden haben.

Also überlegt man, wie man sich am besten absichert. Die Seite der Polizei “Nicht bei mir” ist da schon eine gute Anlaufstelle. Wir lassen die Post lagern, sehen zu dass Pakete in der Zeit gar nicht kommen etc. Aber reicht mir das? Schon letztes Jahr habe ich Werbung für die Smartfrog Cam gesehen. Die kann man für 5,95 EUR im Monat mieten. Ohne Vertragslaufszeit. Monatlich kündbar.

Dafür bekommt man eine kleine Cam mit HD Auflösung, Nachtsichtmodus, Mikrofon und Lautsprecher. Über den Onlineaccount und die App kann man vieles einstellen, jederzeit “zuhause reinschauen” (und hören!), bekommt Benachrichtigungen wenn sie etwas tut und hat 24h Videospeicher. Dieser ist erweiterbar auf 30 Tage, das ist dann aber noch mal zusätzlich kostenpflichtig.

Klingt gut. Oder?  Dachte ich auch. “Kannst du ja nichts falsch machen. Wenn sie gut ist, behalten wir das Ding und mieten es weiter. Wenn nicht, hab ich halt 6 EUR verballert.” – dachte ich mir und bestellte. Zwei Tage später war die Kamera dann da.

Die Einrichtung

Viel ist nicht in der Verpackung. Eine kurze Anleitung, die Kamera inkl. Wandhalterung und der Stromanschluss. Reicht auch.

Eingerichtet ist die Kamera sehr schnell und effektiv. Kamera aufgestellt (oder anschrauben) und mit Strom versorgt.

Über die App ging es dann weiter. In dieser musste ich mein WLAN-Passwort eingeben. Die App generierte dann einen QR-Code, den man aus circa 20 Zentimeter Entfernung in die Kamera halten musste. Ein kurzer *piep* der Kamera gab an, dass sie den Code gelesen hat. Dann dauerte es noch knapp eine Minute und die Cam war online und betriebsbereit.

Dann kann man noch Feinheiten einstellen, wie z.B. ob die Kamera nur zu bestimmten Uhrzeiten filmen soll, Geofencing (Kamera springt an wenn man einen bestimmten Umgebungsbereich verlässt) oder wie empfindlich die Kamera reagiert bei Geräuschen oder Bewegungen, damit sie einen Alarm sendet. Und OB sie überhaupt einen solchen Alarm senden soll.

Soweit so gut, alles schick. Dachte ich.

Ich habe die Kamera einen Tag vor der Abfahrt dort platziert wo sie hin sollte. So konnte ich den Tagmodus und den Nachtmodus testen.

 

Ein Fehler

Mittlerweile bereue ich sehr diese Kamera überhaupt ausprobiert zu haben. Hätte ich das Ding mal bloß NIEMALS bestellt!

Beruhigt fuhren wir am Samstagmorgen nach Dänemark los. Noch nicht mal in Dänemark angekommen, bekam ich schon im 15-Minuten-Takt Alarme aufs Handy. Weil es zuhause bewölkt war.

Die Kamera stand im Flur auf dem Schuhschrank. So hatte ich die Haustür, den Flur sowie die Zimmereingänge zur Küche und Wohnzimmer im Blick ohne was anschrauben zu müssen. Ich dachte das sei ein guter Platz. Falsch gedacht.

Ich stellte die Empfindlichkeit für Bildveränderungen auf 1 und Geräusche auch auf 1. Extrem niedrig. Laut App müssten sich große Teile des Bildes verändern, damit der Alarm ausgelöst wird. Und der Lichteinfall von der Haustür ist nicht groß! Das macht minimale Teile vom Bild aus!

Und trotzdem bekam ich auch an den folgenden Tagen mehrere Fehlalarme aufs Handy. Und jedes Mal zeigte der Videoclip mir nur, wie sich das Licht an der Tür leicht veränderte durch mehr oder weniger Sonnenstrahlung. Oh und ich bekam regelmäßig Abends und Morgens einen Alarm aufs Handy, wenn die Kamera vom Tages- in den Nachtmodus oder vom Nacht- in den Tagesmodus wechselte.

Ich muss nicht extra betonen, dass mir bei jeder Benachrichtigung der Smartfrog-App über einen “Bewegungsalarm” das Herz in die Hose rutschte, oder? Und dass ich bei jedem Clip schon damit rechnete, da einen oder mehrere Kerle durchs Haus gehen zu sehen?

 

Keine erhoffte Beruhigung – eher das Gegenteil

Diese Kamera hat mir praktisch den halben Urlaub verdorben. Es macht keinen Spaß in Esbjerg durch das Fischereimuseum zu laufen und sich mit solche Alarmen zu beschäftigen. Oder im Legoland zu stehen und kalte Schweißausbrüche zu bekommen, weil man wirklich bei jedem Alarm damit rechnet, dass es jetzt DER eine, echte Alarm ist, den man nicht haben will.

Statt der erhofften Beruhigung, hat mir die Smartfrog-Cam nur unnötige Aufregung und Stress beschert.

Das erste was ich zuhause getan habe, war die Kamera auszustöpseln, einzupacken und die Kündigung an Smartfrog zu schreiben.

Und tschüss!

 

Es sei der Vollständigkeit und Ehrlichkeit halber noch erwähnt: Smartfrog mir auch am drauf folgenden Montag direkt geantwortet und mir einen Austausch und drei Freimonate angeboten, da die Kamera eventuell defekt sein könnte. Das habe ich abgelehnt und die Kamera zurück geschickt. Es ist nett das anzubieten, unter anderen Umständen hätte ich es vielleicht auch angenommen. Aber ich wollte den Kram einfach nur los sein, ich hatte nach der Woche Nervenkitzel einfach nur die Nase voll und wollte die zwei Zuhause-Urlaub-Wochen entspannt verbringen, ohne Fehlalarme. Ich wollte wieder den Kopf frei haben.

Die Smartfrog Cam ist sicherlich nicht schlecht. Leider habe ich wohl ein Montagsgerät erwischt. Hoffe ich jedenfalls. Die Idee dahinter finde ich sehr gut. Eine Kamera mieten zu können für knapp 6 EUR im Monat, wenn man sie selten braucht (z.B. wie ich nur für Urlaube) ist sehr praktisch und günstig. Zudem ist das Web-Interface und die App sehr gut zu bedienen und zu verstehen.

Sollten wir jemals noch einen Versuch mit diesem oder einem ähnlichen System wagen, dann definitiv nicht im Urlaub, sondern erst mal mit viel Vorlaufzeit im Alltag. Und das würde ich auch jedem genau so ans Herz legen!

Habt ihr auch schon so eine Cam ausprobiert? Ich freue mich über Erfahrungsberichte von euch!

 

Thema Transparenz: Es besteht keinerlei Kooperation mit Smartfrog – weder direkt noch indirekt. Deshalb keine Werbungs-Markierung. Ich habe die Cam ganz normal als Kunde gebucht und bezahlt. Dies hier ist ein reiner Erfahrungsbericht und ich kann euch nur empfehlen eure eigenen Erfahrungen zu machen!

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