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DSGVO des Grauens – eine kleine Geschichte

Wenn euch die DSGVO auch so sehr nervt wie mich, vielleicht nicht unbedingt weil ihr eine Website habt, sondern einfach weil ihr über alle Kanäle mit neuen Datenschutzbestimmungen und erneutem opt-in für 200 Newsletter bombadiert werdet.. dann könnt ihr hierüber ja vielleicht ein bisschen schmunzeln!

Es folgt eine kleine fiktive Geschichte aus der Zukunft über Herrn Bommel, seines Zeichens kleiner Blogger, Angestellter und natürlich hat er besten Gewissens versucht alles umzusetzen.

Achtung – nichts für zarte Gemüter! Und natürlich nicht alles für bare Münze nehmen 😉

25. Mai 2018 0:05 Uhr – Zuhause

*Öffnet des Browser* “Puh das Internet ist noch da! WIR LEBEN!!! Alles nicht so schlimm.”

*lehnt sich zurück*

 

25. Mai 2018 0:15 Uhr – Zuhause

Email: “Betreff: Ihre Facebookseite.

Inhalt: Ihre Facebookseite wurde gelöscht. Sie haben nicht den Datenschutzbestimmungen der Gruppe “Klöppeln für Anfänger” per Kommentar zugestimmt. Es tut uns sehr leid.”

 

“NEEEIIIIIN!!!! NEIN! NEIN! NEIN!!! DIE HABEN DOCH ALLE GESAGT DAS PASSIERT NICHT!!! Damit ist meine Blog-Facebookseite auch weg!”

*heulend ins Bett*

 

25. Mai 2018 9:22 Uhr – Zuhause

32 neue Emails. Davon 2x Werbung, 9x neue Datenschutzbestimmungen, 21 Anfragen welche Daten auf der Website über einen gespeichert werden.

*argh* *Haare rauf*

 

25. Mai 2018 15:34 Uhr – Zuhause

Email: “Betreff: Abmahnung.

Inhalt: Sehr geehrter Herr Bommel, ihre Website entspricht nicht den aktuellen Datenschutzbestimmungen. Leider haben sie keine Information über Cookies auf ihrer Seite. Im Anhang zu dieser Email finden Sie meine Rechnung über 2 350 EUR sowie eine Erklärung was sie tun müssen um Datenschutzkonformes Opt-In via Cookiebanner zu ermöglichen.”

“Aber.. Aber.. aber ich hatte doch einen grünen Schirm und 0-0-0! Ich hab doch gar keine Cookies!!!” *gräbt den ganzen Blog um*

 

26. Mai 2018 04:28 Uhr- Zuhause, nicht geschlafen.

Herr Bommel sitzt übernächtigt mit einer großen Koffeinüberdosis am Schreibtisch. Immer noch.

“Ach da ist doch einer. Nur auf der einen Unterseite von vor 3 Jahren kommt das Ding. Gnaaaah!!!!!”

*setzt alles weinend um* *verkauft seine Spielekonsolen, sämtliche Spiele für Konsolen und Computer sowie den Erbschmuck von Mutti*

*bezahlt den Anwalt*

 

5. Juni 2018 19:00 Uhr – Zuhause

*verarbeitet mit müdem Blick die täglich üblichen 5 Anfragen über Datenspeicherung*

 

11. Juni 2018 8:35 Uhr – Arbeitsplatz

Rundmail: “Betreff: Schlechte Nachrichten.

Inhalt: Mitarbeiterversammlung in der großen Lagerhalle um 12 Uhr. Bitte alle kommen. Wichtig!!!”

 

11. Juni 2018 12:00 Uhr – Arbeitsplatz, große Lagerhalle

Die Mitarbeiter tippeln nervös von einem Fuß auf den anderen, werfen sich gegenseitig unsichere Blicke zu. Der Chef betritt kurz darauf eine Palette vor seinen Mitarbeitern, blickt mit besorgtem Gesicht in die Runde, seufzt schwer und setzt an:

“Sehr geehrte Mitarbeiter, leider muss ich Ihnen allen eine sehr schlechteNachricht überbringen. Leider wird es diese Firma demnächst sehr wahrscheinlich nicht mehr geben. Sie alle sollten sich einen neuen Job suchen! (bestürztes ächzen in der Menge) Leider hatte ein Mitarbeiter WhatsApp auf seinem Geschäftshandy, wir wurden erwischt und abgemahnt und ich muss so viel Strafe zahlen, dass wir nun leider Pleite bin. Heute morgen wurde Insolvenz angemeldet.”

Der Chef verlässt traurig die Halle. Herr Bommel sitzt den Rest des Tages weinend am Arbeitsplatz.

 

29. Juni 2018 18:55 Uhr – Zuhause

Email: “Betreff: Ihre Website.

Inhalt: “Ein Check hat ergeben: Sie übermitteln Daten in die USA. Unser Mandant lässt sie abmahnen.”

Kosten: 3000 EUR

*verkauft den Fernseher, die Anlage und sämtliche BluRays sowie das Fahrrad*

*bezahlt seufzend den Anwalt*

 

5. Juli 2018 10:30 Uhr – Zuhause

Email: “Betreff: Erneuter Verstoß” *schweißausbruch* “Was jetzt? WAS JETZT SCHON WIEDER???”

“Inhalt: Sehr geehrter Herr Bommel, ihre Antwortemail an uns war nicht verschlüsselt, dies stellt einen erneuten Verstoß gegen die DSGVO dar!”

Kosten: 5000 EUR

*verkauft weinend sämtliche Möbel und Utensilien bis auf das Bett und den Bürostuhl sowie Schreibtisch und was man sonst absolut dringend benötigt*

“Mein Blog ist doch das einzige was mir noch etwas Geld einbringt!!!!” *schnief*

 

21. Juli 2018 11:45 Uhr – Zuhause

Email: “Betreff: Foto in ihrem Blog

Inhalt: Sehr geehrter Herr Bommel, auf ihrem Blog im Beitrag vom 30. Mai 2018 haben sie auf dem dritten Foto im Hintergrund auf der linken Seite meinen Mandanten abgebildet. Dieser will nicht veröffentlicht werden und hat uns beauftragt. Bitte löschen Sie das Foto umgehend.”

Kosten: Schadensersatz 1000 EUR, Anwalt 500 EUR

*verkauft weinend das Auto*

*zahlt* Er schwört sich gleichzeitig keine Fotos mehr zu veröffentlichen. Nie wieder.

 

25. Juli 2018 14:21 Uhr – Briefkasten

Brief: “Sehr geehrter Herr Bommel, wie unser Mandant bei ihrem letzten Besuch in seinem Büro feststellen musste, haben sie Visitenkarten ihrer Kunden neben den Kundenkarten von Payback und Deutschlandcard. Dies stellt einen Verstoß gegen die DSGVO dar! Die Karten könnten die Daten ihrer Kunden lesen und bei der nächsten Benutzung weitergeben!” Kosten: 3200 EUR

*löscht die Website* *zerreißt die Visitenkarten* *verbrennt die Kundenkarten* *kratzt die letzten Dinge zusammen* *verkauft auch den Computer*

Reicht nur leider nicht.

*kündigt die Wohnung* *verkauft auch alle Kleidung* *zahlt mit totem Blick den Anwalt*

 

Herr Bommel wohnt seit August 2018 irgendwo, wo es kein Internet gibt. In einem Bretterverschlag ohne Strom und Wasser, ohne Telefon, Smartphone und Internet. Munkelt man, genau wissen wir es nicht. Vermutlich ernährt er sich von Giersch und Brenneseln. Hoffen wir jedenfalls. Lebenszeichen gibt es keine mehr von ihm. Wer weiß…

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