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Tagebuch einer Strohwitwe

Ich. Bin. SOOO. Müde! *gääääääääähn*

Deshalb kommt hier gerade nix neues. Obwohl ich einiges in der Pipeline habe. Ich kam bis jetzt nicht mal dazu die Gewinnerin für den ‚Gutschein zu benachrichtigen (aber ausgelost ist schon seit Montag). Das habe ich eben erst nachgeholt.

Seit Samstag bin ich Strohwitwe. Mein Mann weilt geschäftlich in Singapur und kommt erst am Sonntag wieder. Bis dahin bin ich alleinerziehend. Und da schon Schulferien sind, habe ich 24/7 zwei Kinder und einen Hund um mich herum.

Und ich habe total unterschätzt wie anstrengend das ein kann.

Auch wenn die Woche dahingehend entspannter lief, dass ich auch einfach Dinge liegen lassen konnte die ich für weniger wichtig erachte als mein Mann, ist es doch echt anstrengend sich mit zwei total unterschiedlichen Kindern unterschiedlichen Alters zu befassen und vermehrt zwischen beiden zu vermitteln.

Der Altersunterschied ist eben doch schon ganz schön krass und auch wenn der Butscher ein ziemlich vernünftiger Junge ist, versteht er doch noch nicht, dass die Nordlady eben vieles noch nicht versteht und noch nicht genauso handeln kann wie er. Vor allem den Spruch „Du sollst nicht zurück hauen, wenn Sie dich haut!“ habe ich diese Woche so oft gesagt, dass ich es nicht mehr zählen kann. (Natürlich habe ich ihm auch mehrfach in Ruhe erklärt, wieso er das nicht soll. Das nur kurz als Anmerkung für die Klugschnacker.)

Aufmerksamkeit *schluuurp*

Da Butscher Osterferien hat ist er die ganze Zeit zuhause und verlangt extrem nach Aufmerksamkeit seit der Papa weg ist. Ich vermute die Situation überfordert ihn. Am Samstag drehte er total frei und auch jetzt reicht ein falsches Wort oder ein falscher Tonfall und er rauscht beleidigt ab. Dazwischen verlangt er ständig und viel mehr als sonst Aufmerksamkeit, die er auch begierig aufsaugt wie ein riesiger Schwamm.

Wir malen, wir spielen, wir singen und toben, wir spielen gemeinsam Playmobil-Fußball (ja liebe Nachbarn, wir haben nur Fußball gespielt, es wurde niemand gequält und wir haben uns nicht gehauen! Auch wenn das Geschrei sich schlimm anhörte. Wir haben halt mitgefiebert!) und diskutieren. Verabreden wollte er sich die ganze Woche nicht. Lieber zuhause bleiben.

Die kleinste blieb dabei gefühlt etwas auf der Strecke. Allerdings pendelt es sich doch langsam ein, seit Mittwoch beschäftigen sich die beiden auch vermehrt miteinander. Allerdings muss ich da auch aufmerksam dabei bleiben. Denn schneller als man denkt, gibt es ein Missverständnis und die beiden hauen sich oder einer schreit Aua.

Ansonsten ist es herrlich zu beobachten. Denn die Nordlady hat ihr vor zwei Monaten zum Geburtstag geschenktes Pukylino für sich entdeckt und rödelt eigentlich nur noch auf vier Rädern durch die Gegend. So kam es, dass die beiden seit Mittwoch ein spezielles Versteckspiel spielen. Der Butscher versteckt sich, sie fährt durch die Zimmer und such ihn, hat sie ihn gefunden (was sie durch schelmisches Lachen und Jauchzen signalisiert) dann rennt der Butscher zum nächsten Versteck. Die beiden haben dabei richtig viel Spaß. Und für mich ist es einfach nur schön das ganze zu sehen.

Vermissen

Vor allem die Nordlady versteht noch nicht ganz wo der Papa gerade ist und wieso er nicht wieder kommt. Deshalb ruft sie ihn oft und denkt auch immer und überall er wäre in der Nähe. Ganz besonders schlimm war es, als ich die Tage Abends kurz den Müll zur Tonne brachte. Als ich wieder rein kam und die Haustür hinter mir schloss, dachte sie der Papa wäre heim gekommen und sie wollte schnell zur Tür und fing mit ihrem üblichen „Papa-begrüßungs-kreischen“ an. Um dann festzustellen dass da gar kein Papa ist. Da war ich echt den Tränen nahe.

Wir haben natürlich ab und zu via Skype Videochats gemacht und sie hat sich auch gefreut. Aber sie schiebt dann das Tablet weg, weil sie denkt Papa muss dahinter sein und wieso ich ihr das Ding vor die Nase halte 😂

Ich vermute sie wird am Sonntag an ihm kleben wie ein „babbisch gutsel“ (pfälzisch für klebriges Bonbon).

Der Hund ist sonst eigentlich immer der, der 24/7 an der Tür wacht wenn das Herrchen abwesend ist und hofft dass er jede Sekunde wieder heim kommt. Dieses Mal ist es anders. Ich vermute es liegt daran, dass das Auto noch draußen steht. Das ist sonst immer mit dem Herrchen zusammen weg.

Lecker gekocht im Chaos

Den Haushalt kann ich diese Woche total vergessen. Ich war schon am jubeln als ich gestern 2 Maschinen Wäsche geschafft habe. Und das auch nur, weil der Große am PC saß und ich die Kleine mit einer Folge JoNaLu (die singen und tanzen, das liebt sie total!) vor der Glotze geparkt habe (ja, buuuh! Rabenmutti!). Ich wollte an dem Tag eigentlich das Badezimmer noch putzen, aber da stand die Nordlady schon mitten dabei und war immer genau da, wo ich gerade hantieren wollte oder sie wollte irgendwas in die Toilette schmeißen (ja den Toilettendeckel kann sie selber anheben). Da habe ich es direkt aufgegeben.

Dafür habe ich heute Mittag ’nen Rappel bekommen und das Wohnzimmer geputzt als die Kleine schlief. Inklusive Sofa auseinander nehmen und 2kg Krümel finden.

Abends komme ich nicht vor 22 Uhr aufs Sofa und kann in Ruhe essen. Bis der Hund Gassi war, beide Kinder versorgt und im Bett, vergeht einige Zeit. Und dann muss ich mich noch ein bisschen um mich kümmern, mir Essen zubereiten. Und ja, wenigstens eine ruhige Mahlzeit am Tag gönne ich mir. Das muss drin sein. Und das ist sowieso überhaupt das beste an der Strohwitwenzeit: Ich koche lauter Gerichte die ich sonst nie essen kann, weil mein Mann die nicht mag! Er hasst Käse, Pilze und Fisch. Also gibt es diese Woche lauter Gerichte mit Käse und/oder Fisch. Pilze nicht, da keine Saison. Leider. Sonst hätte es definitiv Pfifferlinge gegeben! Der Nordlady gefällt das megagut. Die hat heute Mittag zum ersten Mal selbstgemachte Pizza gegessen und es geliebt!

Insgesamt bin ich zwar sehr müde, aber es ist okay. Ich vermisse meinen Mann sehr und bin froh wenn er wieder da ist. Aber wir schaffen es auch ohne ihn. Und wir werden dieses Jahr noch mehr Strohwitwenzeiten haben.

Wie läuft das bei euch so wenn ihr alleine mit den Kindern seid?

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1 Kommentar

  • Antwort
    Karola
    6. April 2018 um 15:02

    Ja, die Alleinherrschaft zu haben ist anstrengend. Es liegt aber auch irgendwie an der Jahreszeit. Ich bin in letzter Zeit auch todmüde.

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