Als Mutter fühle ich mich im Stich gelassen! – Ein offener Brief an Hermann Gröhe

Sehr geehrter Herr Gröhe,

die neuste Entwicklung bezüglich Hebammen und Wochenbettambulanz (alleine das Wort!) veranlasst mich dazu, diesen Brief ganz offen in meinem Blog zu schreiben. Damit ihn jeder lesen kann.

Herr Gröhe, ich fühle mich von Ihnen im Stich gelassen. Ich bin maßlos enttäuscht von Ihnen und denke, Sie interessieren sich für (werdende) Mütter so ganz und gar nicht.
Ich weiß, dass Sie Geburtsstationen besucht haben, mit Hebammen redeten. Aber haben Sie richtig zugehört? Haben Sie sich mit normalen Frauen, mit Müttern, mit Schwangeren unterhalten und auch zugehört?

Situation Hebammenbetreuung in der Schwangerschaft und Wochenbett

Was seit Jahren bezüglich der Hebammenbetreuung geschieht, ist einfach nur schrecklich.

Wissen Sie eigentlich, wie viele Frauen keine Hebamme finden, obwohl sie sich schon direkt nach Feststellung der Schwangerschaft um eine Hebamme bemühen? Und sei es nur für die Wochenbettbetreuung und gar nicht mal für die Schwangerschaft. Da hängt man sich stundenlang ans Telefon, schreibt Emails und bekommt doch nur Absagen mit „Tut mir Leid, ich bin schon voll“. Es sind viele Frauen denen es so geht. Und es werden immer mehr.

Und anstatt etwas dagegen zu tun, anstatt dass Sie sich bemühen, dass die Hebammen wieder eine vernünftige Arbeitsgrundlage haben, dass es wieder mehr Hebammen gibt.  Da kommen Sie und die GKV mit einer WOCHENBETTAMBULANZ um die Ecke?!

Liebe Herr Gröhe, soll das ein schlechter Scherz sein?

Wochenbett. Wissen Sie, was das heißt? WochenBETT! Da bleibt man liegen, da verlässt man, wenn möglich, nicht das Haus. Man kommt erst mal an, gewöhnt sich mit dem neuen Menschen ein, den man da im Arm hat. Bekommt eine Routine beim Stillen. Da muss sich vieles erst einmal finden. Gerade das Thema Stillen ist sehr empfindlich in der ersten Zeit. Und da setzt Frau sich nicht in eine Ambulanz!

Vor allem, Herr Gröhe, tut man das nicht, wenn es einem dann obendrein noch schlecht geht.  Hmm.. wie drücke ich mich jetzt am besten aus, ohne konkret zu werden? Hatten Sie schon mal „untenrum“ Wehwehchen? So dass das Sitzen unangenehm war? Das multiplizieren Sie dann bitte mal mit 10. So fühlen sich Geburtsverletzungen an. Mindestens. Ist unterschiedlich. Je nachdem ob Dammriss, Scheidenriss, Abschürfungen etc.

Es ist auf jeden Fall schon unangenehm, wenn alles gut verheilt. Es ist aber deutlich unangenehmer, wenn nicht alles gut läuft und sich etwas entzündet oder gereizt ist. Was durchaus vorkommt. Ganz zu schwiegen von einem Milchstau oder einer Brustentzündung. Wenn man Schmerzen und Fieber hat. Da gehört man ins Bett, da braucht man Ruhe. Fragen Sie mal eine Laktationsberaterin.

Damit will man nicht stundenlang irgendwo in einer Ambulanz sitzen, zu der man ja auch erst einmal hinkommen muss. Schon gar nicht mit einem Neugeborenen und Wochenbettfluss. Und obendrein will man sich dann lieber mit der einen Hebamme unterhalten, die man kennt, die einen sowieso betreut. Und nicht in einer Ambulanz an jemanden geraten, der einem fremd ist, mit dem man auch vielleicht nicht ganz klar kommt. Denn, Sie wissen das vielleicht nicht, aber nicht alle Menschen sind auf derselben Wellenlänge. Und auch zwischen Hebammen und Müttern ist das eben manchmal auch so, dass man sich nicht grün ist. Ist ja auch nicht schlimm. Eigentlich. Es gibt für jede Frau die richtige Hebamme.

Naja.. gab es jedenfalls mal. Inzwischen lautet das Prinzip ja „Nimm, was du kriegen kannst oder bleib halt alleine“.

Herr Gröhe, was wollen Sie konkret tun, damit diese Situation wieder besser wird? Wieso sollte ich am 24. September meine Kreuzchen bei der CDU machen? Setzt die sich für mich als Mutter ein?

Allerdings sind das ja nicht die einzigen Probleme. Das Thema Geburt hat ja noch weitere.

Situation Geburt und Kreißsaal

Herr Gröhe, ich habe zwei Kinder. Mein Sohn wurde im März 2011 geboren. Und damals war die Situation schon angespannt. Damals waren schon weniger Hebammen da, die Kreißsäle gut voll.
Mir ist klar, dass Sie erst 2013 Gesundheitsminister wurden und davor nicht verantwortlich waren. Aber Sie haben seit 2013 nichts besser gemacht. Eher schlimmer.

In der Zwischenzeit wurden so viele Kreißsäle geschlossen. So viele Hebammen fielen ersatzlos weg.
Mehr schwangere Frauen, weniger Kreißsäle und weniger Hebammen. Wie geht diese Rechnung bitte auf?

Die Kreißsäle sind überfüllt. Immer mehr schwangere Frauen werden abgewiesen.
Lesen Sie die Zeitungsberichte? Zum Beispiel von der Frau, die ihr Kind im Auto, auf dem Weg zum zweiten Krankenhaus bekam, nachdem Sie im ersten Krankenhaus weggeschickt wurde?
Das ist der Horror schlechthin für alle schwangeren Frauen und wahrscheinlich auch für sämtliche werdenden Väter!
Falls Sie jetzt denken: „Einzelschicksale!“ – kommen Sie mir bloß nicht damit. Die sollte es nicht geben. Nicht so!

Geburt muss wirtschaftlich sein. Kreißsaalstationen dürfen nicht Minus machen. Wieso eigentlich? Reicht es nicht, wenn das ganze Krankenhaus insgesamt Plus macht? Sind Geburten nicht gesellschaftlich und sozial wertvoller als Geld und Einnahmen?

Meine Tochter wurde im Januar diesen Jahres geboren. Und ich kann Ihnen sagen, dass meine erste und fast einzige Sorge der Geburt galt, als ich erfuhr, dass ich schwanger war. Die ganze Zeit war dies die große Sorge, die meine ganze Schwangerschaft überschattete. Das, worum sich oft meine Gedanken drehten.

Ich bekam nebenbei erwähnt auch keinen Geburtsvorbereitungskurs. Weil es einfach zu wenige Hebammen gibt, die diese anbieten können, für die Menge an schwangeren Frauen. Dabei habe ich mich früher darum gekümmert als damals bei meinem Sohn.

Die Geburt war zum Glück entspannt. Aber auch nur, weil ich nicht das nächste Krankenhaus (Links der Weser) wählte, sondern das weiter entfernte Diako Bremen, dass nicht zur GENO gehört, keine angeschlossene Kinderklinik hat und deshalb oft von Schwangeren nicht gewählt wird. Der weitere Weg war ein Risiko. Aber dies habe ich lieber auf mich genommen, als eine Geburt am Fließband, die eventuell aufgrund fehlender Kapazitäten im Kaiserschnitt geendet hätte, weil man nicht länger warten wollte/konnte.

Stress, Sorgen, Zeit – das sind Dinge über die man sich unter der Geburt keine Gedanken machen sollte. Sie sind Gift für das Vorankommen der Geburt. Und wenn die Hebamme zwischen zwei oder mehr Kreißsälen springen muss, weil es für die ganze Station mit 4-6 voll belegten Kreißsälen nur zwei Hebammen gibt, meinen Sie, dass dies nicht ein sehr großer Stressfaktor ist? Für Mutter, Kind und Hebamme? Entspannung geht jedenfalls anders.

Das sind Gedanken die sich Schwangere machen. Das sind Sorgen die schwangere Frauen haben!

Wenn man mal zurückblickt über die letzten 10-15 Jahre und wie es sich mit den Hebammen und Kreißsälen bis heute entwickelt hat. Sagen Sie mir Herr Gröhe, finden Sie das Ergebnis befriedigend? Sind Sie mit dieser Entwicklung zufrieden? Seien Sie bitte ehrlich!

Ich kann Ihnen sagen: Wir Mütter, wir sind es nicht! Und die Hebammen sicher auch nicht.

 

Viele Fragen

Herr Gröhe, wissen Sie eigentlich, dass Ihnen als Gesundheitsminister eine ganz besondere Aufgabe obliegt?  Sie sind nämlich noch vor der Familienministerin für all unsere Kinder verantwortlich. Für all die, die gerade in den Leibern ihrer Mütter wachsen, für die, die gerade geboren werden und für all die jungen Leben in diesem Land. Für ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen. Und vor allem auch für das ihrer Mütter! Und ich habe das Gefühl, dass Sie sich dafür nicht wirklich einsetzen.

Sie haben selbst vier Kinder. Waren Sie bei diesen Kindern bei der Geburt dabei? Hat es Sie interessiert, wie es ihrer Frau danach ging? Fühlten Sie und ihre Familie sich gut versorgt nach den Geburten? Oder haben Sie sich in ihre Arbeit geflüchtet und sich gesagt „Kinderkriegen ist ja Frauensache“?

Ich vermute aufgrund ihrer Haltung und ihrer Taten in den letzten Jahren, dass letzteres der Fall ist. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass Sie es Müttern immer schwerer machen, sorgenfrei zu gebären und die Wochenbettzeit zu gestalten. Und natürlich auch den Hebammen ihre Arbeit immer schwerer machen, anstatt sie Ihnen zu erleichtern.

Falls Sie nun entgegen meiner Erwartung sagen „Doch, ich war dabei und es war alles super, wir wurden gut betreut“ – dann frage ich mich, wieso Sie die Versorgung, die Sie vor über 16 Jahren und mehr erhalten haben, und die sie gut fanden, nicht aufrecht erhalten sondern zerstören?

Die Hebammenversorgung ist eine wichtige und gute Errungenschaft gewesen. Wieso machen Sie diese kaputt? Wieso tun Sie nicht etwas für die Bürgerinnen und Babys dieses Landes, sondern dagegen?
Nun Herr Gröhe, ich bin auf ihre Antwort gespannt.

Mit freundlichen Grüßen!

P.S. liebe Schwangeren, liebe Mütter, liebe Männer, liebe Väter – ihr seid herzlichst eingeladen dies zu teilen, zu kommentieren und laut zu werden!

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Kassensturz: Das hat unsere Einschulung gekostet – inkl. Ausblick auf die gesamte Schulzeit

Nachdem die Einschulung und die ersten Schulwochen nun hinter uns liegen, ist es an der Zeit mal einen Kassensturz zu machen und darüber zu schreiben was so eine Einschulung denn kostet. Und überhaupt die ganze Schulzeit. Eins kann ich schon mal verraten: billiger wird es nicht!

Was hat unsere Einschulung gekostet?

Beginnen wir mal mit den ersten Anschaffungen: Schulranzen, Material, Bücher etc.

Hier die erste Rechnung:

In Niedersachsen kann man Schulbücher leihen. Die Leihgebühr bei den Schulbüchern für die ersten Klasse macht bei uns genau 5 EUR aus und war nur für ein Buch. Alle anderen Bücher mussten wir kaufen und es ist bis auf das geliehene Buch, kein einziges dabei, dass man hinterher noch einmal weitergeben kann, da in ALLE diese Bücher reingeschrieben wird. Das finde ich faszinierend! Denn das kenne ich von meiner Schulzeit gar nicht. Da wundert es mich nicht dass wir keinerlei Hefte kaufen mussten!

Zum Material zählt alles was die Schule an Unterrichtsmaterial gefordert hat. Ordner, Schnellhefter, Mappen, Zeichenblock, Malkasten, Schere, Kleber, Stifte.

Eine neue Brotdose musste her, da ich früher im Kindergarten zwar gerne mehrere mitgegeben habe, dies allerdings in der Schule einfach nicht mehr geht. Denn die Schultasche ist im Gegensatz zum Kindergartenrucksack nicht mehr nur rein zum Transport des Frühstücks, sondern in erster Linie für die Schulsachen. Und da geht es einfach nicht das mehrere Brotdosen den halben Ranzen verstopfen.

Übrigens habe ich zwar alles mit in die Rechnung gepackt, wir haben uns aber einiges davon schenken lassen. Unter anderem die Brotdose und die Sportsachen.

Den Inhalt der Schultüte hatte ich ja verbloggt im Artikel zur Schultüte. Zu den Kosten der Einschulungsfeier zählen neben Essen und Getränken auch alle Backzutaten, Papiertischdecken etc. was wir explizit für die Feier brauchten.

Des weiteren kann ich mittlerweile schon 15 EUR Klassenkasse und 6 EUR für die erste Projektwoche der Schule als reguläre Schulkosten rechnen.

Das macht unterm Strich bis jetzt Kosten in Höhe von 865 EUR. Uff. Wenn mein Mann die Summe sieht, muss er sich wahrscheinlich setzen. 😄

Mit diesen Kosten liegen wir weit über dem, was Idealo in der Analyse „Was kostet ein Schulleben“ angegeben hat für den Schulstart. Dabei gab es hier bei uns Familien die viel weiter darüber liegen als wir. Ich glaube wir waren da sogar noch ziemlich human. Ich kenne da Familien, die ganze Zelte gemietet haben. Wir hatten nur eine kleine Feier auf der Terrasse, mit Kaffee, Kuchen und anschließendem Grillen.

Ausblick in die Zukunft

Die Analyse von Idealo hat mich übrigens fast in Tränen ausbrechen lassen als ich sie gefunden habe. Wir wohnen im teuersten Bundesland überhaupt was die Schulkosten angeht:


Weitere Informationen findest Du hier

Während der Bundesdurchschnitt nur ca. 20 700 EUR beträgt, zahlen wir in Niedersachsen über 27 000 EUR für die gesamte Schulzeit. Uff. So viel wie kein anderes Bundesland.

Im Gespräch über die Analyse mit befreundeten Eltern meinte ein Vater letzte Woche zu mir „Naja, dafür stimmt auch die Qualität der Schulen und Bildung“. Dass dies aber kein Zeichen von Qualität ist, sieht man daran, dass Bremen nur knapp hinter Niedersachsen liegt mit seinen durchschnittlich 24 500 EUR. Und in Bremen sind die Schulen sehr marode und die Bildung stimmt auch nicht, wie wir alle wissen. Bremen hat in den letzten PISA-Tests extrem schlecht abgeschnitten. Und Niedersachsen ist auch nicht gerade vorne mit dabei.

Man muss sich die Analyse allerdings auch genau anschauen. Da geht in Niedersachsen viel Geld für die Hortkosten und ÖPNV drauf. Deshalb werden wir wahrscheinlich niemals annähernd auf diese Summe kommen. Unser Sohn läuft zur Schule und wird, aller Voraussicht nach, auch kein Buskind, wenn er in die höhere Schule kommt, da auch diese Schule sehr nah dran ist und er diese Strecke gut zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen kann. Auch eine kostenpflichtige Betreuung benötigen wir derzeit nicht und werden sie hoffentlich auch zukünftig nicht benötigen.

In den Ferien kostet die Betreuung bei uns pro Tag 15 EUR. Ich habe gerade leider nicht auf dem Schirm was die Betreuung in den Schulzeiten kosten würden, wenn er im Anschluss an die GTS bis 17 Uhr bleiben würde. Allerdings das ist schon echt sehr lange und vor allem wäre es mir zu lange. Daher habe ich mich dagegen entschieden und werde auch schauen, dass es irgendwie finanziell so hinhaut, dass wir die kostenpflichtige Anschlussbetreuung niemals nutzen müssen. Aber man weiß ja nie was kommt, was sich ändert.

Die Kosten der Materialien beziffert Idealo bei uns mit knapp 780 EUR für die gesamte Schulzeit. Das finde ich ziemlich optimistisch. Wo ich nun fürs erste Jahr schon bei 60 EUR gelandet bin. Und ich habe da vieles sehr preiswert im Netz bestellt anstatt lokal zu kaufen. Ohne Hefte und auch ohne Pinsel (die werden von der Lehrerin über die Klassenkasse gekauft). Sonst wäre der Betrag sicher dreistellig geworden. Ich glaube kaum, dass das in den nächsten Jahren bei dem Betrag bleiben wird. Das wird teurer. Mit jedem Jahr. Ich sehe da bergeweise Hefte vor mir. Taschenrechner, Geodreiecke, Zirkel. Und wer weiß, an was ich da gerade alles nicht denke.

Ganz zu schweigen von den Klassenkassenbeträgen. Auch diese steigen, wie ich aus Gesprächen mit anderen Eltern gehört habe, mit jedem Jahr. Und von den Klassenfahrten fangen wir erst gar nicht an.  Wie wir jetzt schon wissen, fährt der Butscher dieses Jahr mit seiner Klasse ins Weihnachtstheater. Und zum Schuljahresende gibt es immer einen großen Ausflug für alle Klassen. Ich bin gespannt was das kosten wird. Ich werde dann mal berichten. Und wenn ich ganz viele Nerven dazu habe, am Schuljahresende nächstes Jahr mal ein kleines Resümee ziehen.

Wie war bei euch die Einschulung so? Hattet ihr ähnliche Kosten?

Wie man sich mit einem Klick ins Unglück stürzt

Eigentlich könnte man meinen das gerade mir so was nicht passiert.

Ich, die der lieben Gemischtwaren den kompletten Blogumzug inkl. sämtlicher Anpassungen gewuppt hat und ne gewisse Ahnung von der Materie hat. Ich sollte es eigentlich besser wissen.

Aber, auch ich bau mal riesengroße Scheiße.

Ich hab mir gestern die Domain „nordherz.blog“ registriert. Allerdings bei einem anderen Anbieter. So musste ich also die Adresse manuell in meinen Webspace eintragen und war entsprechend im Backend unterwegs. (Die geht übrigens noch nicht. Das dauert etwas.)

Und wo ich da gerade am werkeln war, sah ich dass die alte Subdomain noch existiert, unter der ich damals den Blog umgezogen hatte bevor ich ihn offiziell in Betrieb nahm. Brauch ich nicht mehr. Weg damit. „Subdomain löschen“ geklickt.

Ein Fenster öffnete sich. „Sind sie sicher dass sie die Subdomain löschen bla bla bla…“ *Ja*

Äh MOMENT! Was stand da? Irgendwas mit Verzeichnis wird gelöscht. NOOOIIIIN! STOP!

URL aufgerufen

Apache Testseite. Blog wech. 😱😭

FTP Client gestartet und tatsächlich. Die meisten Dateien des Blogs waren weg. Fuck! Fuck, Fuck, Fuuuuuuck! 😵

Naja, aber die Datenbank wird noch da sein. Das ist die Hauptsache.

Nein, die Datenbank ist auch weg. Alle Beiträge weg. ALLES!

Ich war kurz davor zu heulen. Und in die Tischkante zu beißen. So dumm kann man doch gar nicht sein.

Backup war von März. Ich hätte zwischendurch welche machen sollen. Wirklich. Ich hätte mich schlagen können.

Ich schrieb eine Email an meinen Provider und fragte ob die mir helfen können. Hoffentlich ist da Freitags um 17 Ugr noch jemand da 😨

Konnten sie.

Für 11,90 EUR konnte ich eine Wiederherstellung beantragen. Die dann auch prompt durchgeführt wurde. Am Freitag Vorabend. Große Liebe.

Und jetzt hab ich für jede Nacht ein Teil-Backup und einmal wöchentlich ein volles Backup geplant. Sicher ist sicher.

Ich schäm mich über Wochenende trotzdem noch ein bisschen über meine eigene Dummheit.

Das Problem mit dem Essen

Ich muss da mal was los werden. Auch wenn es bestimmt jede Menge kluge Ratschläge geben wird die keine sind („bleibt doch halt mal stur!“) oder Diskussionen oder sonstwas.. aber das muss mal raus. Und nicht mal eben in 140 Zeichen bei Twitter sondern ausführlich.

Jedes Kind hat wahrscheinlich so ein „Ding“ dass ihm Probleme bereitet, wovor es sich fürchtet, ekelt, was es nicht mag… beim Butscher ist das Essen.

Ich erinnere mich gerne an die Zeit zurück als er stolz wie Bolle sein erstes richtiges Essen bekam. Als er alles aß was ich ihm hinstellte. Butterbrote, Käsebrote, Frikadellen, gekochtes Gemüse. All das isst er nicht mehr.

Was mein Sohn isst, das kann man eigentlich an zwei Händen abzählen. Was er nicht isst, die Liste ist endlos lange.

Es fing so mit 1,5 Jahren an. Da nahm es langsam ab. Plötzlich verweigerte er dies, dann das. Nicht schlimm, dachte ich. Er entwickelt halt seinen eigenen Geschmack. Dafür isst er dies oder jenes lieber. Falsch gedacht. Für das was weg kam, kam nichts anderes hinzu oder wurde lieber gemocht. Es wurde einfach weniger. Aß er mit 2 noch gerne Paprikageschnetzeltes mit Reis, war es mit 2,5 nur noch nackter Reis.

Er isst auch nur Nudeln ohne alles. Ohne Sauce, ohne Butter. Das ist im Restaurant schon vorgekommen das ein Teller Nudeln zurück ging, weil die Nudeln in Butter geschwenkt wurden obwohl wir „ohne alles“ bestellt hatten und er sich natürlich veweigerte weil: „Da ist was dran!“.

Selbst die Einschulungstorte hat er nicht gegessen. Obwohl er sich selbst aussuchen konnte was für eine Torte es sein sollte.

Gemüse geht nur Roh. Und auch nur Karotten. Wobei er die im Moment auch nicht isst. An Obst nur Granny Smith Äpfel, Bananen und Erdbeeren (die Saison ist ja nun vorbei). Laugengebäck geht immer. Brot mit Salami oder Nutella oder nur mit Butter. Marmelade, andere Wurst.. das alles wird verweigert und auch nicht probiert. Egal mit welchen Engelszungen oder Verlockungen man ihm kommt. Fleisch geht mal gar nicht. Egal welcher Art. Geflügel, Schwein, Rind – never. Egal wie zubereitet es ist. Eventuell Würstchen. Aber auch nur bestimmte. Und auch nur ganz selten.

Und das wars dann eigentlich auch schon. Ausgewogen und gesund geht anders. Weiß ich selbst.

So oft sitze ich hier und frage mich was passiert ist. Was ich falsch gemacht habe, wo wir falsch abgebogen sind. Und mache mir riesige Vorwürfe. Was ist mit meinem Kind passiert?

Manch einer, der mich/uns nicht kennt, würde jetzt wahrscheinlich sagen „HA! Das kommt halt davon wenn man von MaggiFix lebt! Richtig kochen, dann wird das halt auch was! Der kennt ja kein frisches Essen“

*mööööp* FALSCH! Ihr könnt gerne mal in unsere Schränke und den Kühlschrank schauen, das einzige „Fix“ was man hier findet, sind Rinder- und Gemüsebrühe. Und selbst die werden nicht immer genutzt (je nachdem was gekocht wird! Wenn Gemüse vorgekocht werden muss, kann man die Brühe davon nehmen, aber wenn die irgendwo ran muss lohnt es sich nicht für 100ml was anzusetzen und ich hab auch keinen Platz um so was einzufrieren).

Bei uns wird frisch gekocht. Ich koch gerne. Ich koche viel. Ich habe ihn beim Essen vorbereiten und kochen helfen lassen. Zum Beispiel Karotten schälen, Schaschlikspieße stecken (das liebt er) aber essen möchte er es hinterher nicht.

Probieren ist schon eine riesige Überwindung für ihn. Eine zu der man ihn überreden, schon fast zwingen muss. Eine bei der er so manches mal schon würgt und fast erbricht. Und ich scheue mich wirklich davor ihn zu zwingen. Weil ich befürchte dass er dadurch ein noch schlechteres Verhältnis zum Essen bekommt. Essen sollte kein Zwang sein. Essen sollte man gerne.

Ich frage mich dann immer woher dieser Ekel kommt. Und weiß keine Antwort. Nicht mal eine Vermutung. Ich bin ratlos. Er sieht doch was ich koche, was ich an Zutaten nehme, dass wir es auch essen.

Wir hatten gehofft dass es im Kindergarten besser werden würde. Wenn er gleichaltrige Kinder um sich hat die das selbe essen wie er. Aber auch das war nicht der Fall. Die Erzieher haben auch probiert ihn zum essen zu bewegen. Aber er bleibt dann stur vor dem vollen Teller sitzen. Er wäre da sitzen geblieben bis ich ihn abhole. Der Erzieher hat das einerseits bewundert. Dass er so einen starken Willen hat. Ist auch bewundernswert. Aber es macht mir auch Sorgen.

Seit mittlerweile fast 5 Jahren. Ich habe diese Sorge auch öfter geäußert. Die Leiterin vom Kindergarten meinte zu mir, ihr Sohn wäre auch so gewesen. Er wäre inzwischen erwachsen und isst heute normal. Ja das macht Mut. Aber auch nicht lange.

Es sind mittlerweile wie gesagt fast 5 Jahre. Und es wird einfach nicht besser. Auch wenn mir Leute sagen „Lasst ihm Zeit, das gibt sich“ – Wie lange Zeit sollte man sich lassen bevor man eingreift? Der Gedanke langsam Psychologische Hilfe zu holen, ist schon öfter mal da. Aber ist das nötig? Bringt es was? Ich weiß es nicht.

Ich vermute aber ihm fehlen Nährstoffe. Es kann eigentlich gar nicht anders sein, bei dem wenigen was er isst. Das werde ich beim nächsten Kinderarztbesuch mal ansprechen. Dann will ich ein Blutbild haben. Ich habe Angst dass er nicht die nötigen Vitamine und die Energie hat, die er für die Schule benötigt. Immerhin ist das anstrengend. Für Kopf und Körper.

Zudem ist er spindeldürr. Das Kind trägt der Länge nach Größe 122. Von der Breite würden ihm Hosen in 104 reichen.

Ich würde mir wünschen dass er gerne isst. Dass er gerne probiert. Dass er neugierig is(s)t. Ohne Ekel. Aber ich habe keine Ahnung wie ich das anstellen soll. Sollten wir dieses Problem je überwinden, dann fällt mir ein riesiger Stein vom Herzen.

Die Ninjago-Schultüte

Neben dem Ranzen und den ganzen Schulutensilien ist das größte Thema bei der Einschulung wohl die Schultüte. Sowohl für die Eltern als auch für die Kinder.

Als ich meinen Sohn fragte was für eine Schultüte er denn haben möchte, kam es sofort wie aus der Pistole geschossen: „Ninjago! Mit Kai.“ (der rote Ninja)

Okay, der Wunsch war mir Befehl. Das die Tüte selber gebastelt wird war klar. Man bekam da auch so ganz subtile Hinweise, dass es für Bastellegastheniker ja auch einen Bastelkurs für die Schultüte gibt. So von wegen „Kauf ja keine fertige!“

Nun ja… ich hab eine gekauft. Einen Rohling. Ich wollte nämlich eine runde, keine eckige. Aber wollte nicht selbst kleben. Da wäre ich wahrscheinlich irre geworden! Also wurde es ein Rohling von Goldbuch, nach der Empfehlung von Daily Pia. Überhaupt hat die Schultüten-Bastelanleitung von ihr mir sehr geholfen!

Das Basteln hat sich über drei Tage gezogen. Wobei das aufzeichnen und ausschneiden mit dem Cutter-Messer die meiste Zeit gebraucht hat.

Über den fertigen Ninja war ich dann stolz wie Bolle. Mein Mann hat die ganze Zeit geunkt „Das sieht bestimmt aus wie von nem 3-jährigen. Würden wir mal lieber eine kaufen!“. Urteilt selbst:

Ich bin jedenfalls wirklich richtig stolz auf mich. Ich bin eigentlich absolut nicht die Basteltante. Wir haben zwar eine große Kiste voll Bastelkram, aber die wird selten genutzt. Und für die Laternen hol ich lieber Bastelsets *zugeb* Aber wenn der Sohn eine schöne Schultüte will soll er die auch bekommen.

Ich habe dann zusätzlich noch seinen Namen und das Jahr ausgeschnitten und mit einem Stanzer Sterne in Rot, Gold und Silber ausgestanzt und alles mit doppelseitigem Klebeband auf die Schultüte geklebt. Das alles mit dem Klebeband zu versehen war übrigens auch noch mal eine richtige Sisyphusarbeit. Genau wie das „Papierchen abknibbeln“ 😩

 

Das Ergebnis konnte sich aber sehen lassen! Das Einschulungsbild habe ich ja schon gepostet, ich habe mir aber die Mühe gemacht und noch mal ein GIF produziert damit ihr die Schultüte in voller Pracht sehen könnt:

Der Inhalt

Nicht nur außen ist wichtig, nein der Inhalt ja auch. Deshalb wollen sicher auch viele wissen was denn drin war.

Was bei uns rein kam:

  • Lieblingssüßigkeiten (Minis von Kinderschokolade: Buenos, Kinderriegel und Schokobons, Russisch Brot, Smarties und Gummibärchen)
  • Die BluRay vom Lego Batman Movie
  • 3 Tüten Minifigures aus der neuen Ninjago-Serie
  • Ein kleines Lego Set in der Tüte
  • SkipBo Junior Kartenspiel
  • Kosmos Mini Experiment Knalltüte (Spaceshuttle)
  • Eine Box mit Gutscheinen vom Papa, einzulösen bei eben jenem. Für Lego Zeitschriften und Kinobesuch

 

Ich hab die Tage mal überschlagen was wir alles ausgegeben haben für die Einschulung. Das werde ich aber noch mal separat posten. Sicher für den einen oder anderen ganz interessant.