Der Glaube an den Weihnachtsmann

Der Glaube an den Weihnachtsmann ist ein heikles Thema. Wie so viele Themen in der Elternschaft.

Da gehen die Meinungen weit auseinander. Die einen, dazu gehören wir, finden es schön wenn ihr Kind an den Weihnachtsmann glaubt. Fürchten sich aber vor dem Tag, an dem das ganze nicht mehr so sein wird. Die anderen finden Weihnachtsmann doof und verurteilen es, dass man dem Kind von der “Cola-Erfindung” erzählt. Wieder andere finden den Glauben an Weihnachtsmann oder Christkind oder was auch immer, unschön und wollen ihr Kind nicht anlügen. Und dann gibt es noch ganz viel dazwischen. Alleine an wen das Kind glaubt und wer die Geschenke bringt ist ja schon eine Diskussion für sich.

Heute will ich mal berichten wie das bei uns zuhause so läuft. An was der Butscher glaubt oder geglaubt hat, wie wir mit Fragen umgehen.

Der Weihnachtsmann

Bei uns kommt der Weihnachtsmann. Und deshalb glaub der Butscher auch an ihn.

Natürlich gab es schon Kritik, wieso bei uns nicht das Christkind kommt. Das hat viele Gründe. Unter anderem den, dass ich nicht wirklich christlichen Glaubens bin und auch den, dass ich es als Kind schon immer seltsam und zum Teil sogar gruselig fand, dass ein Kind Abends oder Nachts Geschenke bringt. Wieso ist das nicht bei seinen Eltern oder im Bett? Und friert das nicht wenn das im Nachthemd Geschenke verteilt? Denn das Christkind war für mich immer ein goldgelocktes Kind im weißen Hemdchen. Typische Frage eines Erwachsenen jetzt: “Wieso?” – Antwort: Weiß ich nicht. Kindliche Gedanken eben.

Die Vorstellung vom Weihnachtsmann gefällt mir uns besser. Er ist neutral. Ein lieber, alter Opa mit vielen kleinen Helferlein. Es kommen keine Fragen von wegen “Kommt das Christkind auch zu Leuten die eine andere Religion haben?” oder ähnliches. Der Weihnachtsmann kommt zu allen. Egal wo sie wohnen, egal was sie glauben, egal welche Hautfarbe sie haben.

Die ganze Wahrheit über den Weihnachtsmann kann man übrigens beim Hamburger Abendblatt lesen, sehr informativer Artikel!

 

Wie erklärt ihr die vielen Weihnachtsmänner?

Diese Frage habe ich schon oft gestellt bekommen. Wie erklären wir dem Kind die vielen Weihnachtsmänner in den Geschäften? Die Frage kam vom Kind eigentlich nur einmal, als er noch sehr klein war. Die Erklärung war wohl dermaßen schlüssig, dass er sie seitdem nie in Frage gestellt hat.

Unsere Erklärung war: Der Weihnachtsmann hat an Weihnachten besonders viel zu tun, soll aber überall hinkommen. Täglich bekommt er tausende Einladungen von Geschäften, Restaurant und sogar von der Eisenbahn, die ihn zu Zugfahrten einlädt. Aber wen der Weihnachtsmann das alles macht, dann kann er Heiligabend keine Geschenke verteilen und alle wären traurig. Deshalb schickt er Helfer, die sich verkleiden und so tun als seien sie der echte. Quasi wie die Doubles von Schauspielern. Dadurch kann er sich um die wichtigen Dinge zuhause am Nordpol kümmern und trotzdem freuen sich alle, dass der Weihnachtsmann zu Besuch ist.

Sollte er wieder mal explizit nachfragen, werden wir ehrlich sein. Er ist alt genug.

Glaubt er noch?

Ja, der Butscher glaubt mit seinen knapp 6 1/2 Jahren noch an den Weihnachtsmann. Es ist jedes Jahr aufs neue toll, wie erfürchtig der Butscher von ihm spricht, wie fest er an ihn glaubt. Aktuell scheint da keine Skepsis vorhanden zu sein. Selbst jetzt, wo er schon in der Schule ist. Einige Kinder glauben nicht mehr und haben ihm schon gesagt, dass es den Weihnachtsmann nicht mehr gibt. Das überhört er. Oder fragt nach beweisen dafür, dass es ihn nicht gibt. Schlaues Kind. Das bewirkt sogar, dass die anderen Kinder dann doch unsicher sind und ihren Nichtglauben wieder zum Teil verlieren. Ich finde das sehr faszinierend! Der Weihnachtsmann ist dieses Jahr für ihn so was wie Superman.

Übrigens gibt es bei der Terrorpüppi einen sehr lesenswerten Artikel zum Thema: “Darf man Kinder über den Weihnachtsmann anlügen?”.

Herr Nord hat letztes Jahr schon darüber nachgedacht ihm die Wahrheit zu sagen, da der Butscher ja in die Schule kommt. Er habe Angst, dass der Butscher gehänselt wird, wenn er seinen Glauben verteidigt. Ich habe das abgelehnt. Ich denke, dass sich das von selbst gibt. Irgendwann wird er fragen. Im Moment ist sein Glaube unerschütterlich.

Und ganz ehrlich? Ich finde das toll. Denn Weihnachten wohnt doch ein gewisser Zauber inne, den so ziemlich alle früher oder später verspüren, je näher die Weihnachtstage rücken. Und wenn der Weihnachtsmann die Verkörperung dessen ist, dann glaube ich wohl selbst auch noch ein bisschen an ihn!

 

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31 Jahre alt, 2 Kinder (2011 und 2017), verheiratet seit 2008.

Internetaffine Serienjunkie, Bücherwurm und Hörbuchfan, Gamerin, backt und kocht gerne, hängt an der (Strick-/Häkel-)Nadel und hat einen Hang zur Wollsucht.

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