10 Monate – von Zähnen und Einschlafgassigehen

Schon wieder ist ein Monat rum. Wobei… was heißt denn hier schon wieder?

Im Moment ist es echt schwer. Mit dem Baby. Mit dem Haushalt. In einen Tagesrythmus zu kommen, bei dem ich das Gefühl habe etwas zu schaffen und etwas getan zu haben.

Ich kann keine drei Schritte tun, ohne dass die Nordbabydame das mit wütendem Protestgeheul kommentiert, egal wie beschäftigt sie gerade war. Nur mal eben kurz zum Backofen. Nur mal eben kurz an die Waschmaschine. Nur mal eben kurz auf die Toilette. Ist nicht drin! Absolut nicht! Nur wenn ich sie mitnehme. (Was beim Backofen so eine Sache ist… da will sie die heiße Tür anfassen. Innen. Meine Nerven!!! Ich sags euch!)

Zähne, Zähne, Zähne!

Die junge Dame zahnt. Und wie! Die produziert die Zähne am laufenden Band. Die Dinger machen schon fast ein Wettrennen wer erster da ist! Drei Zähne waren diesen Monat unterwegs. Die oberen beiden Schneidezähne und, wie sich später herausstellte, auch noch einer von unten. Letzterer hat den zweiten Schneidezahn von oben überholt. Der zweite von oben ist immer noch nicht draußen, also ist auch im 11. Monat noch Theater angesagt. Die oberen Schneidezähne tun anscheinend richtig weh.

Seit die Dinger unterwegs sind, ist mit dem Kind eigentlich nichts mehr vernünftiges anzufangen. Beschäftigen geht nur mit Mama. Auf Mama. Und das heißt, sie kaut auf allem rum. Bausteine, Teddys.. ganz egal. Notfalls auch auf Mama.

Und an Schlaf ist im Moment auch nicht so wirklich zu denken. Einschlafbegleiten dauert mindestens 1 – 1,5h. WENN es überhaupt klappt. Zwischendurch hat sie sogar schon durchgeschlafen. Hach.. das waren schöne Tage. Ich hoffe die kommen bald wieder. Ich bin inzwischen dazu übergegangen Abends um 20 Uhr mit dem Hund gassi zu gehen und sie mitzunehmen. Das hilft meistens und sie schläft unterwegs ein. Das hat sich schon richtig zum Ritual entwickelt.

Unterwegs. Sie schläft!

Zuhause angekommen wird der Kinderwagen kurz geparkt, der Hund drinnen festgebunden damit er mir nicht in die Quere kommt, alle angeraunzt dass sie ja still sein sollen, das Kind vorsichtig aus dem Kinderwagen geschält und so vorsichtig, als würde ich eine scharfe Bombe tragen, ins Bettchen bugsiert.

Donnerstag klappte das nicht. Da war an Schlaf nicht zu denken. Um 22 Uhr war sie erst im Land der Träume. Abende kann ich im Moment knicken. Und Schlafen auch. Denn zwischen 0:30 Uhr und 1:30 Uhr ist sie wieder wach und verlangt eine Flasche. Und zwischen 4-5 Uhr ist sie dann wach und quakt nur noch. Wir stehen dann auf. Aber sie ist eigentlich noch müde. Quengelt nur rum, reibt sich die Augen und weiß nicht so recht wohin mit sich.

Die arme Maus tut mir echt Leid. Klar, bin ich mit den Nerven im Moment am Rande des Wahnsinns. Denn da ist ja auch noch ein Butscher, ein Hund UND ein Mann, die alle was von mir wollen und erwarten dass man sie beachtet und sich um sie kümmert. Aber sie macht das ja nicht extra. Sie leidet ja an ihren Zähnen und wer weiß, vielleicht auch an Nebenwirkungen eines Entwicklungssprunges. Das werden wir dann sehen.

Im Moment sieht es hier aus wie bei Hempels unterm Sofa. Wenn nicht sogar schlimmer. Aber ohne das bloggen, ohne ab und an Zeit für etwas anderes was ich für mich mache, würde ich im Moment mit Haut und Haaren untergehen. Da kann es hier aussehen wie es will. Bringt ja auch keinem was, wenn ich ausraste oder gar zusammen klappe.

Genug Heuli. Aber das gehört dazu. That’s Life. Ist nicht immer alles schön und hachz und rosa Plüsch!

Es gibt ja auch noch positives.

Das Nordbabymädchen passt langsam aber sicher in die 74. Ich muss zwar hier und da noch krempeln, aber sie ersäuft nicht mehr drin. Die 68 werde ich jetzt wohl oder übel komplett ausmustern müssen. Der Schlafanzug in 68 ist auch schon zu klein *schnüff*

Sie isst immer sicherer und will alles essen was wir essen. Und wehe man gibt ihr nichts ab. Großes Drama! Dann lässt sie sich umfallen, schiebt die Unterlippe vor und fängt an zu heulen als hätte man ihr soeben mitgeteilt, dass der Weihnachtsmann tot ist und Weihnachten deshalb auf ewig ausfällt.

Neulich gab es Currywurst. Davon hat sie natürlich nichts abbekommen. Jedenfalls nicht freiwillig. Bis das Patschehändchen in meiner Currysauce landete und dann schnell im Mund verschwand.

Und auch gestern griff sie bei unseren Pommes zu wie selbstverständlich. Und ja, ich lasse sie auch. Kartoffeln, Schnitzel, Nudeln.. sie hat schon einiges probiert. Und das freut mich total. Denn ihr Bruder hat nie von sich aus nach Essen gegriffen. Er hat zwar gegessen, was man ihm in die Hand gedrückt hat oder auf den Teller gelegt hat, aber nie von sich aus sich für anderer Leute Essen interessiert. Also die Probleme mit dem Essen nicht wohl zum Teil auch einfach Charakterbestimmt bei ihm. Umso mehr freut es mich, dass das Mädchen sich dafür interessiert. Und so lange es nicht stark gewürzt ist, Alkohol enthält oder scharf ist, lasse ich sie auch.

Baby mit Kriegsbemalung! Hauptsache es schmeckt 😉

Obwohl sie mittlerweile sehr gut sitzen kann, auch mit beiden Beinchen nach vorne anstatt einem angewinkelt, findet sie stehen viel besser. Wahrscheinlich ist die Sicht besser. Außerdem liegen „oben“ ja die interessanteren Sachen. Überall zieht sie sich hoch. Räume Tische ab, schnappt sich Sachen die sie nicht haben soll…

Vor zwei Wochen habe ich die Fernbedienung gesucht. Stundenlang. Um sie dann im Fisherprice Bauernhof zu finden! Muss man ja auch erst Mal drauf kommen.

31 Jahre alt, 2 Kinder (2011 und 2017), verheiratet seit 2008.

Internetaffine Serienjunkie, Bücherwurm und Hörbuchfan, Gamerin, backt und kocht gerne, hängt an der (Strick-/Häkel-)Nadel und hat einen Hang zur Wollsucht.

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