Der nächste Kindersitz – Was gibt es mit i-Size nun zu beachten?

Unsere kleine Nordbabydame ist mittlerweile schon 10 Monate alt und dürfte theoretisch schon in den nächstgrößeren Sitz wechseln. Allerdings passt sie aktuell noch gut in die Babyschale, weshalb ein Wechsel noch nicht zwingend notwendig ist.

Zeit, sich mal um zuschauen was es so gibt, was interessant sein könnte und vor allem: Was sich ab Januar 2018 bezüglich Kindersitze und ihre Zulassung konkret ändert!

Ein neuer Kindersitz muss bald her!

Auch wenn die Nordbabydame immer noch in ihren MaxiCosi Cabriofix passt, wird es nun langsam Zeit sich zu überlegen welcher Sitz folgen wird. Zur Auswahl steht: Ein Reboarder oder ein Sitz mit Fangkörper.

Passt noch!

Auch wenn mir das jetzt sicher den einen oder anderen empörten Schnauber anderer Mütter einbringt. Ich tendiere generell zum Reboarder, aber mit einem Golf wird das nicht ganz einfach, und wenn wir keinen passenden Reboarder finden der mich überzeugt, tendiere ich lieber zu einem Sitz mit Fangkörper. Zumal sich die kleine Dame auch selbst in dem Sitz wohlfühlen muss den wir kaufen. Sie muss ja drin fahren, nicht wir.

Jetzt werden einige aufmerken, dass es ja bald keine ECE R44/04 mehr gibt. Dazu hier einige Infos, denn ich habe selbst einige Zeit nicht ganz gewusst was denn nun Sache ist ab 2018.

Übersicht im Sicherheitsdschungel: ECE R44/04? i-Size?

Die ECE R44/04 Sicherheitsverordnung kümmert sich vor allem um das Gewicht der Kinder. Nicht um die Körpergröße. Die Hersteller konnten selbst festlegen bis zu welcher Körpergröße ein Sitz geeignet ist. Zudem konnten Kinder schon ab 9kg vorwärts gerichtet fahren. Was oft viel zu früh ist.

Nun gibt es seit 2013 i-Size (R129). Die neue Sicherheitsverordnung kümmert sich mehr um die Körpergröße als um das Gewicht. Zudem sollen Kinder bis 15 Monate rückwärts gerichtet fahren und Iso-Fix ist auch vorgeschrieben für eine i-Size-Zulassung. Das heißt aber nicht dass es gesetzlich vorgeschrieben ist dass Kinder bis 15 Monate rückwärtsgerichtet fahren.

Im Gesetz (§35a Abs. 13 StVZO) steht folgendes:

(13) Rückhalteeinrichtungen für Kinder bis zu einem Lebensalter von 15 Monaten, die der im Anhang zu dieser Vorschrift genannten Bestimmung entsprechen, dürfen entsprechend ihrem Verwendungszweck nur nach hinten oder seitlich gerichtet angebracht sein.

Das bedeutet lediglich das Sitze nach i-Size bis mindestens 15 Monate rückwärts gerichtet eingebaut sein müssen, auch wenn sie in beide Richtungen eingebaut werden können.

Es gibt einen sanften Übergang von ECE 44/04 zur i-Size R129. Die erste Phase endet bald. In dieser ersten Phase können die Hersteller selbst entscheiden nach welcher Verordnung die Zulassung erfolgt. Ab 2018 können Hersteller ihre Sitze nur noch auf die i-Size Verordnung zulassen.

Die alten Sitze nach ECE R44/04 dürfen dann immer noch verkauft und auch genutzt werden. Ihr müsst also nicht eure vorhandenen und noch passenden Sitze weg werfen. Erst in einigen Jahren wird es auch dazu kommen, dass die Sitze erst nicht mehr verkauft werden und als letztes auch nicht mehr genutzt werden dürfen. Das heißt, dass es irgendwann keine andere Möglichkeit mehr geben wird, als die Kinder länger Rückwärts gerichtet zu transportieren. Und das ist auch richtig so.

Auch ein Grund noch nicht zu wechseln: Der Sitz passt in den Fahrradanhänger!

Unverantwortlich wenn man keinen Reboarder kauft – die Urteile der Netzgemeinde

Allerdings ist es manchmal ganz schön krass was Eltern unterstellt wird, wenn sie keinen Reboarder kaufen. Es gibt ja immerhin einen sanften Übergang, es gibt keinerlei Zwang aktuell einen Reboarder zu kaufen. Aber da ist die Netzgemeinde teilweise ziemlich radikal. Und damit meine ich niemand bestimmten, ich lese das immer wieder. Sei es in Elternforen bei Urbia oder ELTERN, bei Facebook oder wo anders. Da wird Eltern unterstellt, dass sie ihr Kind nicht lieben würden oder nicht genug auf ihre Sicherheit bedacht seien. Dass sie unverantwortlich handeln, wenn sie keinen Reboarder kaufen. Ich hatte auch echt Hemmungen zu schreiben dass wir eventuell auch etwas anderes kaufen.

Das finde ich doch sehr befremdlich und sollte eigentlich nicht so sein! Man kann natürlich darauf hinweisen, dass diese Sitze sicherer sind. Aber die anderen Sitze entsprechen immer noch den geltenden Bestimmungen und sind somit okay. Es sollte jedem selbst überlassen sein, wofür er sich entscheidet. Ist wie mit allem anderen: man sollte weniger verurteilen. So lange mir keiner vorschreibt was ich kaufen soll, kann es mir doch egal sein, welche Kaufentscheidung andere treffen? Es ist eine persönliche Entscheidung in die viele Aspekte mit einfließen. Und ich finde, niemand sollte sich erklären müssen, so lange er eine Entscheidung trifft die Gesetzeskonform ist.

Die Qual der Wahl

Und bei uns? Jetzt hab ich mich vor lauter allgemeinem fast verloren. Ich will euch ja nicht unterschlagen wir es hier aktuell aussieht: Was die Hersteller betrifft, tendieren wir zu Cybex oder Britax Römer. Die üblichen Verdächtigen halt. Von beiden Herstellern haben wir schon Sitze für den Butscher. Aber ich lasse mich auch gerne von etwas anderem überzeugen. Zum Beispiel soll der BeSafe iZi Combi X4 in den Golf passen. Mit BeSafe kenne ich mich aber so gar nicht aus und habe da auch noch keine Erfahrungen zu hören bekommen aus dem Umkreis.

Den Sirona-M2 von Cybex finde ich persönlich sehr interessant und er gefällt mir auch optisch sehr gut. Laut Bewertungen, die ich gelesen habe, könnte er auch in den Golf passen. Aber das werden wir vor dem Kauf definitiv einmal testen.

Der Preis von ca. 400 EUR für den Sirona ist nicht von schlechten Eltern. Die Sitze sind alle nicht gerade günstig. Da kauft man nichts mit der Annahme, dass es passen könnte, sondern testet es besser vorher beim Händler vor Ort.

Wie ich schon einmal erwähnt habe, in meinem Artikel „Wo kann man sparen“ gibt es bei Babywalz immer wieder Gutscheinaktionen. Gepaart mit einem 15-Fach Punkte Wochenende, kann man unterm Strich einiges sparen. Auch in der Filiale! Bevor jetzt jemand kommt und mir vorwirft ich würde vor Ort Service nutzen und dann frech im Netz bestellen. Daher tendiere ich auch dazu, dort zu kaufen. Lokalen Handel stärken, ja. Aber ist ja auch schon mal nett, wenn man vorher Online stöbern und beides verbinden kann.

Unterwegs mit der Babyschale

Es wäre natürlich nicht schlecht, wenn wir das mit dem Einbau eventuell vor dem Black Friday (am 23. November) testen. Da könnte man ja vielleicht auch ein tolles Schnäppchen machen. Allerdings müssen wir mal sehen, wie das zeitlich hinhaut.

Ich werde auf jeden Fall weiter berichten und euch auch informieren welcher Sitz es denn letztendlich geworden ist! Für Tipps bin ich übrigens auch dankbar. Vor allem, falls ihr selbst einen Golf (VII) fahrt!

31 Jahre alt, 2 Kinder (2011 und 2017), verheiratet seit 2008.

Internetaffine Serienjunkie, Bücherwurm und Hörbuchfan, Gamerin, backt und kocht gerne, hängt an der (Strick-/Häkel-)Nadel und hat einen Hang zur Wollsucht.

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