Unser Leben mit Hund

 

Dass wir einen Hund haben, ist vielen bekannt. Vor allem bei Twitter und Instagram. Aber im Blog ist er kaum bis gar nicht präsent. Dabei lebt er schon seit 2010 bei uns. Heute will ich euch ein bisschen was über ihn, unser Zusammenleben und über andere Hundebesitzer erzählen.

Auf den Tibi gekommen – wie alles begann

2010 haben wir uns entschieden einen Hund anzuschaffen. Ich habe schon immer mit Hunden zusammen gelebt. meine Großeltern und meine Eltern hatten verschiedene Hunderassen. Vom Dobermann, über Rehpinscher bis schließlich hin zu Wuschel, dem Tibet Terrier, den wir damals aus dem Tierheim geholt haben, als ich 9 Jahre alt war.

Wuschel hat mich sehr geprägt. Tibis sind Hunde mit Charakter. Das mag seltsam klingen, aber sie sind eher wie Katzen als Hunde. In Tibet nennt man sie auch „Little People“. Tibis können extrem beleidigt sein wenn man ihre Gassizeit nicht einhält (besonders lustig zur Uhrumstellung) oder wenn man etwas isst, dass sie nicht haben dürfen. Sie lassen nicht alles mit sich machen und reagieren nicht blind auf jeden Befehl. Will man also einen Hund der zu 100% gehorsam ist und folgt, dann sollte man Abstand vom Tibet Terrier nehmen.

Damals haben wir Wuschel wie erwähnt aus dem Tierheim geholt. Der Hund meiner Oma war schon einige Zeit tot, aber sie wollte keinen. Wir hatten aber das Bedürfnis und schauten uns entsprechend um. Und da saß er in seinem Zwinger, auf dem Dach seines Hundehauses und es war klar „Der wird es!“ – wir schmuggelten ihn einige Tag immer rein und raus wenn er Gassi musste und versuchten ihn möglichst ruhig zu halten, damit Oma ja nichts merkt. Als sie es dann doch gemerkt hat, war sie erst mal sauer. Aber später war Wuschel ihr bester Freund. Und auch meiner.

Es war sehr schwer für mich, diesen Hund damals bei meinen Eltern zu lassen, als ich auszog in die große weite Welt. Wie er sich wohl gefühlt hat? Wir hatten so tolle Jahre zusammen und so viel Spaß. Ich habe ihn überall mit hin geschleppt. Zu Freunden, auf den Spielplatz. Wir haben zusammen Bettenburgen gebaut und gekuschelt, Wurst genascht und im Winter den Wald unsicher gemacht.

Es war sehr schwer für mich ohne Hund zu leben. Man verlässt sich auf so ein Tier. Dass er meldet, wenn jemand kommt, wenn etwas ungewöhnlich ist, dass er einem Gesellschaft leistet, tröstet. Und natürlich auch, dass er dank seines Gassibedürfnisses den inneren Schweinehund schubst und man öfter vor die Tür geht. Umso erfreuter war es, als mein Mann zustimmte und wir gemeinsam beschlossen dass wir einen Hund haben wollen.

Es war direkt klar das es ein Tibet Terrier sein soll. Denn auch mein Mann hatte sich bei den Besuchen bei meinen Eltern in Wuschel verliebt und heimlich Schokolade mit dem ollen Rentnerhund geteilt, egal wie viele böse Blicke ich ihm deshalb zuwarf.

Und auch bei Bodhi war es Liebe auf den ersten Blick, als dieser kleine Welpe mit der schwarzen Schnauze und den braun-schwarzen Ohren in den Raum getapst kam!

Bodhi und die Kinder – Bodhi und seine Familie

Obwohl er damals vor den Kinder zu uns kam, hat er beide Kinder erstaunlich gut angenommen. Er lag bei beiden Kinder mit unterm Spieltrapez und hat dem Nordbabymädchen öfter den Kopf geschleckt (wer hier jetzt meint dass sei ekelig, dem sei gesagt, dass der Hund weniger Bakterien im Maul hat als ein Mensch und dass es für den Hund wichtig ist, da er so eine Bindung aufbaut, seine Zuneigung zeigt und das Baby als Familienmitglied anerkennt.)

Er beschützt uns alle. Vor allem wenn wir Abends unterwegs sind und es dunkel wird, ist jeder Mensch oder Hund erst mal ein potentieller Angreifer der kritisch beäugt und manchmal auch angebellt wird. Vor allem mit Kinderwagen dabei, verstärkt sich dies noch mal. Ich kann jetzt nicht behaupten dass mich das stört 😉 Er ist dabei nämlich sehr klug und gar nicht aggressiv. Ausgenommen die zwei, drei Erzfeinde (Hunde die ihn mal gebissen haben) die er hat und die wir manchmal treffen.

Was ich ihm bei beiden Kinder ein bisschen ankreiden muss, ist dass versucht sie mit zu erziehen. Das betrifft seinen Bereich wie zum Beispiel die Hundefutterschüssel und sein Körbchen. Wenn sie auch nur in die Nähe kommt, wird geknurrt. Das war auch schon beim Butscher so. Und so kommt es immer mal wieder vor, dass ich nicht nur das Kind schimpfe („Nein das darfst du nicht“) sondern auch gleich noch den Hund. Denn eins ist klar: Ich bin die Mutter und Ich bin dafür zuständig, nicht er. Das läuft aber gut und nimmt langsam wieder ab. Ich vermute er sieht sich halt zusammen mit Frauchen und Herrchen als Verantwortlicher für die „Welpen“.

Der Butscher und Bodhi haben ein zwiegespaltenes Verhältnis. Mal sind sie gute Freunde, mal sind sie erbitterte Feinde und motzen sich gegenseitig an. Also eigentlich wie unter Kindergartenfreunden 😉 Und ähnlich sind auch die Gründe dafür. Mal läuft der Hund mitten durch das geheiligte LEGO und zerstört dabei ein Bauwerk, mal klaut er ihm etwas zu essen, weil sich eine Gelegenheit geboten hat die er einfach nicht ignorieren konnte. Und dann spielen sie ein paar Tage später wieder zusammen, als wäre nie etwas gewesen.

Bodhi ist allerdings nur glücklich wenn alle Familienmitglieder da sind. Wenn eines fehlt, dann ist er ständig in Wartestellung, schläft oft sogar an der Haustür. Er kann dabei sehr gut unterscheiden ob jemand regulär das Haus verlässt um zur Arbeit oder zur Schule zu gehen, oder ob eben etwas nicht so wie sonst ist. Das sieht man immer sehr deutlich, wenn Herr Nord auf einer Geschäftsreise ist und Abends nicht nach Hause kommt. Ab 18 Uhr wird er dann unruhig. Und obwohl er das Auto vom Herrchen genau am Geräusch erkennt, springt er dann plötzlich bei jedem vorbei fahrenden Auto vom Platz und wartet aufgeregt ob jemand die Tür aufmacht.

Und wenn das fehlende Mitglied dann endlich wieder im Kreise seiner liebsten ist, springt der Hund einem fast auf den Arm. Wie ein Flummi hüpft er dann gut 1,50m hoch um einen herum und weicht einem auch erst einmal nicht mehr von der Seite. Es könnte ja sein dass derjenige gleich wieder weg ist. Das muss unbedingt verhindert werden!

 

Urlaub mit Hund

Ja so ein Tier schränkt einen schon etwas ein. Aber das tun Kinder ja irgendwie auch. Was nicht negativ gemeint ist! Aber es ist eben ein Argument was Menschen gerne einwerfen, sowohl beim Thema Tiere als auch bei Kindern.

Hotelurlaub ist mit Hund nicht drin, außer man kann ihn irgendwo anders lassen oder nimmt den Hund wirklich überall mit hin. Denn in fast allen Hotels darf der Hund nicht alleine auf dem Zimmer bleiben, muss also immer mitgeschleppt werden, selbst zum Frühstück. Und das ist mir persönlich dann doch zu viel. Und wäre auch dem Hund zu viel.

Dafür sind Ferienwohnungen ganz toll. Ich mache sehr gerne Urlaub in Ferienwohnungen. Klar muss man sich dann selbst ums Essen kümmern. Aber mich nervt auch niemand, ich habe mehr Platz und Freiheiten die es im Hotel nicht gibt. Es hat alles seine Vor- und Nachteile.

Wir waren mit dem Hund schon oft in Dänemark, Berlin oder Potsdam. Nie gab es Probleme. In Dänemark ist man generell sehr hundefreundlich. Überall stehen Wasserschüsseln, es gibt oft kostenlose Häufchenbeutel und Leckerchen. Außer es passiert was. Da sind die Dänen dann sehr konsequent.

Die anderen Hundebesitzer

Ein sehr leidiges Thema sind leider andere Hundebesitzer. Ich bin es manchmal wirklich ziemlich Leid das andere Hundehalter meinen, sie wären das Nonplusultra der Hundeerziehung und alle Hunde müssten so sein wie ihrer.

Ich bekomme ganz oft Kritik dafür, das unser Hund immer angeleint ist. Das hat zwei Gründe:

1. weil er nicht zu 100% abrufbar ist
2. weil er, sobald etwas knallt, panisch weg rennen würde und dies eine Unfallgefahr darstellt.

Letzteres resultiert aus einem Trauma zu Silvester 2010, als ein Vater mit seinem Sohn meinte, es wäre ganz lustig, einer Hochschwangeren mit Junghund Chinaböller hinterher zu werfen. Ganz zu schweigen davon dass es mich hätte treffen können, hatte der Hund Todesangst! Er war total panisch, verkrocht sich vor Angst unter einem Busch und war nicht mehr zu bewegen. Ich musste ihn dann nach Hause tragen.
Seit diesem Tag flippt er total aus wenn es böllert. Silvester ist ganz schlimm für ihn. Und in den letzten Jahren wird es immer schlimmer. Mittlerweile ist es so schlimm, das er sich nach Silvester wochenlang nicht mehr vor die Tür traut wenn es dunkel ist. Das stellt mich immer vor enorme Probleme, denn es wird dann ja schon sehr früh dunkel und er muss doch auch mal Pipi!

Wenn es irgendwo knallt, sei dies ein Böller, eine zugefallene Mülltonne, ein Hänger der über einen Geschwindigkeitsbegrenzungsbuckel fährt oder irgendetwas anderes, dann verkriecht er sich unterm Bett. Und wenn dies passiert während wir draußen sind, dann will er einfach nur noch flüchten und zieht Richtung nach Hause.

Auch das ist Bodhi. Eine seiner liebsten Schlafpositionen 😉

Da ich nicht hellsehen kann wann so etwas passiert und ich weder Lust habe, dass mein Hund wegen so einer Panik tot gefahren wird, noch möchte, dass andere Personen zu Schaden kommen, bleibt der Hund eben an der Leine. Punkt. Ihm geht es damit sehr gut. Es gehört zu meiner Hundehalterpflicht meinen Hund verantwortungsvoll zu halten. Und verantwortungsvoll heißt in diesem Fall eben an der Leine. Es haben komischerweise immer nur andere Leute damit Probleme. Und das sind genau die Leute, die ihren Hund noch nicht mal wie vorgegeben in der Brut- und Setzzeit anleinen.

Diese Hundehalter haben offenbar oft das Bedürfnis mich über meinen Hund zu belehren. Die kennen den ja besser als ich. Kaum einer fragt mal nach Warum er angeleint ist. Nein, es wird direkt Kritik geübt, mir wird die Schuld gegeben dass der eigene Hund aggressiv reagiert, Hundetrainer empfohlen, die Halter-Kompetenz in Frage gestellt oder gar direkt abgesprochen. Es ist wirklich schlimm und manchmal muss ich sehr tief durchatmen um nicht ausfallend zu werden.

Dafür kann mein Hund andere Dinge. Alleine bleiben zum Beispiel. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Hund gehören weder in den Freizeitpark, noch ins stickige, von der Sommersonne aufgeheizte Auto.

Vor allem jetzt, wo er kurz vorm offiziellen Senior-Alter ist, schläft er viel und mag es ruhiger. Er fährt zwar gerne Auto. Aber wenn er keinen Rückzugort hat, und der fehlt ihm z.B. im Freizeitpark definitiv, ist er irgendwann genervt und mag nicht mehr.

Mein Lieblingsspruch von anderen Hundehaltern ist übrigens: „Der tut nix!“. Und meine Lieblingsantwort darauf ist „Aber meiner!“ – Es folgen irritierte Blicke und ein zügiges Anleinen. Mein Hund tut natürlich nichts, aber ich bin es Leid dass fremde Hunde meinen Hund bedrängen oder gar am Kinderwagen hochspringen oder fast reinkrabbeln (alles schon passiert). Etwas mehr Rücksicht wäre schon fein. Und, entschuldigt liebe Hundehalter, aber „Der tut nix!“ ist die dämlichste Aussage ever! Man kann niemals zu 100% davon ausgehen dass der Hund nichts tut. Es können immer Situationen kommen, in denen der Hund unvorhergesehen reagiert.

Mein Hund ist noch nie von sich aus auf einen anderen los gegangen, er wurde allerdings schon von drei anderen Hunden gebissen, von einem sogar mehrmals. Und jedes mal sind die Hunde direkt ohne Vorwarnung auf ihn losgegangen, es passierte immer aus dem Nichts. Und jedes mal beteuerten die Besitzer, dass ihr Hund ja sonst nicht so wäre. Ja, Ja schon klar.

Zum Glück überwiegen aber die netten Hundehalter, mit denen man sich versteht und die akzeptieren das andere Hunde vielleicht auch anders sind. Und mit den Hunden versteht Bodhi sich dann auch prächtig!

31 Jahre alt, 2 Kinder (2011 und 2017), verheiratet seit 2008.

Internetaffine Serienjunkie, Bücherwurm und Hörbuchfan, Gamerin, backt und kocht gerne, hängt an der (Strick-/Häkel-)Nadel und hat einen Hang zur Wollsucht.

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