Halloween – mein liebstes Fest im Herbst

Wenn die Bäume bunt werden, Blätter fallen, der Nebel morgens die Welt verhüllt und es draußen wieder kälter wird, dann ist Herbst. Und Herbst heißt für mich: Halloween naht!

Halloween, das sind für mich leuchtende Kürbisse, Deko mit Spinnweben, Geistern und Skeletten, Grusel und Geister.

Aber Halloween ist leider für mich seit fast 10 Jahren praktisch nicht mehr existent. Als ich in den Norden zog, war das im Bezug auf Halloween als ob man ein Bild von Farbe auf Schwarz-Weiß umstellt. Das wird hier praktisch nicht gefeiert. Mit unseren Kürbissen sind wir hier auch die große Ausnahme. Keiner unserer Nachbarn hat geschnitzte Halloweenkürbisse vor der Haustür, geschweige denn andere Halloween-Deko.

Und als ich vor ein paar Jahren in der örtlichen Facebook-Gruppe nachfragte ob hier Kinder zu Halloween laufen und Süßigkeiten sammeln, damit ich weiß ob und wie viel ich circa kaufen muss, da hat man mich beschimpft und Halloween als Teufelszeug und Satanskult bezeichnet. Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich traurig.

Um mal mit einigen Vorurteilen aufzuräumen, will ich heute mal ein bisschen aufklären.

„Halloween ist ja nur eine Erfindung der Amis!“

Typische Aussagen die ich imemr wieder höre: „Das ist ja nur amerikanischer Schwachsinn!“, „Das haben doch die Amerikaner erfunden“ oder „Das haben doch die Amis eingeschleppt!“

Aber Halloween ist eigentlich ein europäischer Brauch! Und obendrein sogar ein katholischer. Der Name Halloween kommt von „all hallows eve“ also der Abend vor Allerheiligen. Daraus wurde mit der Zeit Halloween. Ursprünglich haben die irischen Katholiken Halloween gefeiert, während die irischen Protestanten und Christen die Reformation feierten.

Dass das Fest sogar noch weiter zurück reicht, nämlich bis zum keltischen Samhain, das führt jetzt hier etwas zu weit. Da rate ich jedem, der sich dafür interessiert, sich da mal selber mal ein bisschen was zu recherchieren.

Irische Einwanderer brachten den Brauch im 18. Jahrhundert nach Amerika. Damals wanderten viele Europäer, übrigens auch viele Deutsche, nach Amerika aus. Man erhoffte sich dort eine bessere Zukunft. Und natürlich bringt man sich auch ein Stück Heimat mit. Was eignet sich da besser als ein Brauchtum?

Der Brauch wurde natürlich ausgebaut, erweitert und verändert. Wie es mit jedem Brauch geschieht. Wir feiern ja heute auch nicht mehr exakt so Weihnachten wie vor 200 Jahren!

 

Jack O’Lantern – Kürbisse die in die Dunkelheit leuchten

Die Kürbisse gab es schon früher. Da waren es aber nicht nur Kürbisse sondern auch geschnitzte Rüben.

Laut der Sage lebte vor langer Zeit in Irland ein Schmied namens Jack Oldfield. Er war ein geiziger Trunkenbold und als der Teufel ihn holen wollte, verhandelte er mit ihm mehrfach und betrog ihn, so dass der Teufel ihm zum Schluss versprach seine Seele für immer in Ruhe zu lassen wenn er ihm nie mehr in die Quere komme.

Als Jack dann starb und im Himmel um Einlass bat, verweigerte man ihm dort den Zutritt, da er kein braver Mann gewesen war. Und so kam er noch einmal vor die Tore der Hölle um dort um Einlass zu bitten. Doch der Teufel hielt sich an sein Versprechen. Weder Himmel noch Hölle gewährten ihm also Zutritt. Aber der Teufel hatte Mitleid mit ihm und schenkte ihm eine glühende Kohle aus der Hölle. Diese tat Jack in seine ausgehöhlte Rübe, die er als Wegzehrung dabei hatte. Seitdem soll seine verdammte Seele am Vorabend von Allerheiligen durch die Straßen wandern. Und so entstanden die Laternen die in der Halloweennacht rastlosen Geistern den Weg leuchten sollen. In den USA verwendete man lieber Kürbisse, da es diese dort in großen Mengen gab. Später schnitt man dann böse Fratzen in die Laternen um böse Geister abzuschrecken.

 

Konsumfest! Alles nur erfunden um uns Geld aus der Tasche zu ziehen!

Diese Aussage lässt mich regelmäßig mit den Augen rollen. Man hört sie zu so ziemlich allen Festen oder Feiertagen. Valentinstag, Ostern, Weihnachten. Ich frage mich, ob Leute die das sagen zum Lachen in den Keller gehen. Muss man denn alles dermaßen verbissen sehen? Es zwingt einen ja keiner mitzumachen oder irgend etwas zu kaufen! Das gilt übrigens für alle Feiertage und Feste!

Und welchen Konsum den bitte? Billige Kürbisse für 2,99 EUR? Ein paar Süßigkeiten oder Obst? (wer sagt denn das man Süßigkeiten geben muss?)

Kostüme kann man selbst machen (nähen, basteln, stricken, häkeln). Wer halt bequem oder untalentiert ist oder gar keine Zeit hat, kann ja auch kaufen. Oder nimmt einfach das Kostüm vom letzten Karneval, leiht sich eins bei Freunden. Kinder tauschen auch gerne mal mit ihren Freunden. Es finden sich immer Wege!

Auch Dekorationen kann man ganz toll und günstig selbst basteln. Und verbringt dadurch auch noch kreativ Zeit mit seinen Kindern.

Beispiele gefällig?

Skelett aus Pappteller bei Tollabea

Mumien-Kerzengläser bei Babinjo

Halloween-Lichter bei Geo

Gespenster beim Bastelparadies

Konsum umgibt uns jeden Tag. Täglich werden wir in Läden animiert uns Dinge zu kaufen, die wir eigentlich nicht haben wollen oder brauchen. Da braucht es keine extra Feste! Da reicht es schon wenn ihr mal kurz in den Supermarkt geht.

 

Fest der Satanisten!

Ja genau. Die bösen Satanisten opfern an Halloween Jungfrauen auf verlassenen Friedhöfen!

Jetzt mal ehrlich: Spinner gibts überall. Und nur weil solche Spinner irgendwann mal so etwas getan haben oder ein solches Vorhaben angekündigt haben, heißt das nicht, dass Halloween auch gleich ein Satanistenfest ist. Und nicht jeder der es feiert ist gleich ein Satanist!

 

Halloween ist doch nur ein Bettelfest

Nun, dann sind wohl Nikolauslaufen, Martinssingen und das Sternsingen am Dreikönigstag auch Bettelfeste! Denn genau wie zu Halloween laufen da Kinder durch die Straßen, klingeln an Türen und wollen etwas haben. Ob nun dafür, dass sie singen oder dafür, dass sie verkleidet sind und „Süßes oder Saures“ sagen, ist doch eigentlich egal. Denn Hauptsache ist, dass die Kinder Spaß haben!

Und wie gesagt, es zwingt einen ja keiner, was Süßes zu geben. Man kann genauso gut Obst oder Plätzchen verteilen.
Allerdings wäre ich als Mutter da sehr vorsichtig. Lieber einzeln verpacktes, als etwas unverpacktes. Es gibt leider viel zu viele Spinner heutzutage. Und selbst in einem Apfel oder einer Mandarine kann sich eine Rasierklinge verstecken. Eigentlich ist das traurig :-/ Aber so ist es eben. Solche Spinner gab es sicher auch schon vor 50 Jahren. Nur da bleib es eben eher lokal. Durch das Internet und Social Media verbreitet sich so etwas ja rasend schnell und sehr weit.

Was man den Kindern allerdings beibringen sollte, ist, dass sie keine Rache üben, wenn jemand nichts gibt. Eier an die Hauswand oder ähnliches, das geht absolut gar nicht.

Was negative Erfahrungen angeht bei solchen Läufen, weil jemand nichts gibt oder nicht die Tür öffnet obwohl jemand zuhause ist – ich finde das gehört zum Leben dazu. Wir können unsere Kinder nicht vor negativen Erfahrungen bewahren. Ich finde, wir sollten sie auch nicht komplett davor bewahren wollen, sondern ihnen eher zeigen wie man damit umgeht!

31 Jahre alt, 2 Kinder (2011 und 2017), verheiratet seit 2008.

Internetaffine Serienjunkie, Bücherwurm und Hörbuchfan, Gamerin, backt und kocht gerne, hängt an der (Strick-/Häkel-)Nadel und hat einen Hang zur Wollsucht.

Comments (4)

  1. Ich kenne Halloween erst seit dem ich erwachsen bin und finde es nach wie vor komisch, 2 elementare Dinge meines Jahreskreises miteiner zu verbinden: Verkleiden (wie Karneval, nur in gruselig) und an Haustüren nach Süßigkeiten zu schellen (wie beim Gripschen nach dem St. Martinszug). Daher feiern wir Halloween gar nicht in unserer Familie.
    Ausserdem bin ich froh, wenn die Martinssüssigkeiten bis zum Advent aufgegessen sind, da brauche ich nix zusätzliches kurz vorher.

    1. Da sieht man mal wieder wie unterschiedlich das teilweise ist. Bei uns zuhause gabs so was nicht. Weder wurde an St. Martin geklingelt (das ist glaube ich in NRW am ehesten üblich) noch an Nikolaus oder Heilige Drei Könige wird da irgendwas gesammelt.
      Bei uns gabs nur einen Martinsumzug mit Laternen, Pferd und Reiter und hinterher Bockwürstchen und Erbsensuppe. Keine Süßigkeiten.
      Da kam dann Halloween natürlich sehr gelegen und das wird auch sehr intensiv gefeiert. Schade dass ich nicht mehr dazu komme Fotos zu machen. Aber ich bin in den letzten 12 Jahren schon nicht mehr am 31.10. zuhause gewesen. Vielleicht beauftrage ich meinen Bruder mal 😀

      Dafür gibt es hier das Sunnerklauslaufen (Nikolauslaufen) https://de.wikipedia.org/wiki/Sunnerklauslaufen
      Und als die Kinder hier zum ersten Mal geklingelt haben, hatte ich echt Probleme, denn mich hatte natürlich vorher keiner aufgeklärt, weil auch die Bremer davon ausgehen, dass das Deutschlandweit so gemacht wird und JEDER das kennen muss. Also hatte ich keine Süßigkeiten im Haus und die Kinder zogen traurig ab.

  2. Hallo Jennifer,

    Bei uns gab es das früher auch nicht – aus Sicht eines Kindes muss ich ein leider anhängen.
    Unsere Kinder lieben dieses Fest. Sie basteln, schmücken, verkleiden und sammeln mit viel Herzblut.

    Auf dem Blog habe ich ein paar Impressionen unseres gestrigen Tages festgehalten. https://kinder-kueche-kaufrausch.blogspot.de/2014/10/schuhtick-war-gestern.html
    Ich hoffe, das zeigt, dass Halloween viel mehr ist als nach Süßigkeiten zu „betteln“.

    Bei uns gibt es übrigens keine Martinssüßigkeiten, so dass die Kinder froh sind ihren Vorrat aufgefüllt zu haben.

    Viele Grüße
    Mama Maus

    1. Ja bei uns gabs auch nie Martinssüßigkeiten, kann ich also gut verstehen!
      Wir werden nächstes Jahr auch mal intensiver dekorieren. Mein Mann, echter Norddeutscher, findet Halloween ja auch etwas befremdlich, aber gestern hat er im Fernsehen so ein paar Ideen gesehen. bei denen er sagte „Schade, das hätten wir auch machen sollen“. Nächstes Jahr dann, nächstes Jahr!
      Mein Sohn hat auch mit Leidenschaft gebastelt. Ich kam nur leider gar nicht dazu es zu verbloggen. Mit Zahnebaby ist das im Moment nicht so einfach

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