Augenarztupdate – Wir kleben jetzt!

Augenpflaster

Wie die treuen Leser wissen, trägt der Butscher seit über einem Jahr eine Brille – Im Februar war unser halbjährlicher Augenarzttermin und die Ärztin hat festgestellt dass die Brille nun endlich richtig ist. Beim letzten Termin wurden die Werte noch mal korrigiert, da stimmte der Brechungswinkel noch nicht.

Für die, die sich damit nicht auskennen: Bei einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) stimmt der Brechwinkel, in dem das Bild auf die Netzhaus projiziert wird nicht, dieser Winkel wird korrigiert. Stimmt dieser Wert auch bei der Brille nicht, kann man bestimmte Dinge trotz Brille nicht richtig sehen.

Ich muss ja sagen, dass ich mich da beim Arzt immer ein bisschen fühle wie beim Tennis 😂 Der Butscher sitzt auf dem Untersuchungsstuhl, bekommt von der Ärztin einen Kreis in die Hand der eine Öffnung hat. Dann stellt sie sich an die Wand gegenüber und fängt den Sehtest an. Die Kreise haben die Öffnungen dann Oben, Unten, Rechts oder Links. Und der Butscher muss dann den Kreis den er in der Hand hat so drehen wie die vorne an der Wand, auf die die Ärztin gerade zeigt. Und ich sitze dann seitlich und gucke erst links zur Ätzin was sie zeigt und dann rechts zum Butscher ob er es richtig sieht und den Kreis entsprechend dreht. Und so geht das imemr hin und her. Und ich fühle mich reichlich albern dabei immer hin und her zu gucken, aber ich kann nicht anders 🙈

Dieses Mal hat er es sehr gut gemacht. Die Ärztin hat jetzt aber beschlossen dass wir kleben müssen. Sie hatte mir letztes Jahr schon gesagt dass wir das wahrscheinlich machen, da das rechte Auge viel stärker beeinträchtigt ist als das Linke. Durch das stundenweise abkleben des “guten” Auges, soll das “schlechte” besser sehen lernen. Sich quasi anstrengen besser zu werden. 3 Stunden täglich sollen wir abkleben.

Sie erklärte ihm das persönlich und gab ihm zwei Blätter zur Auswahl. Das waren wohl zwei verschiedene Firmen die Augenpflaster für Kinder anbieten. Er sollte sich aussuchen von welchem Hersteller ihm die Motive besser gefallen. Er entschied sich für Piratoplast. So verließen wir die Praxis mit einem Rezept für 100 Augenpflaster, dem Blatt für eine Piratoplastbestellung in der Apotheke und einem Kontrolltermin für Anfang Mai.

Die Augenpflaster bestellten wir dann auch direkt in der nächsten Apotheke. Entgegen meiner Angst dass er sich weigern könnte, war er mit Eifer dabei sich Motive auszusuchen. Ich habe da mal wieder mehr Bedenken im Kopf gehabt als das Kind. Wir Erwachsenen sollten uns echt mehr Beispiele an unseren Kindern nehmen!

Die Augenpflaster konnten dann zwei Tage später schon abgeholt werden und das kleben begann.

Augenpflaster2

Zuerst nur zuhause, damit er sich dran gewöhnt. Die Ärztin hatte mir erklärt dass es vorkommen kann dass er Gläser umwirft oder ähnliches. Und wir sollten aufpassen und ihn nicht alleine lassen. Immerhin fehlt ihm durch das Pflaster das räumliche Sehen. So hatte ich die ersten Tage ziemliche Angst wenn er Treppen lief oder ähnliches. Aber er machte das echt gut und es gab keine Unfälle.

Wir fingen dann an ihm das Pflaster morgens vor dem Weg zur KiTa zu kleben. Damit er nicht mittags zuhause nur das Pflaster hat, sondern dann eben quasi schon damit durch ist wenn er heim kommt. Da er Donnerstags Schwimmunterricht hat, wird das sonst auch ziemlich knapp mit den drei Stunden, denn im Wasser hält das Pflaster nicht. Die Erzieher haben damit auch schon Erfahrung, da ein Mädchen im Kindergarten ebenfalls ein Augenpflaster hat.

Wie mir unser Erzieher letzte Woche sagte, sind es nicht immer exakt drei Stunden. Meistens wird es später. Bedingt durch 22 Kinder die rumwuseln guckt man halt nicht imemr auf die Uhr und der Butscher denkt da auch nicht minütlich dran. Ich habe dann abgewunken. Das ist nicht schlimm. Wenn der Butscher damit kein Problem hat, hab ich auch keins. Und ich glaube die Augenärztin wird damit erst Recht keine Probleme haben. Lieber etwas länger als zu kurz oder gar nicht.

Die anderen Kinder haben das Augenpflaster auch gut aufgenommen. Auch da hatte ich bedenken. Und wieder haben mir die Kinder gezeigt, dass diese Bedenken eher erwachsener Natur sind und sie selber da überhaupt keine Probleme haben. Es gab die eine oder andere Frage “Wieso hast du denn jetzt auch ein Pflaster am Auge?” – aber nach der Erklärung war die Aufregung dann auch vorbei.

Ich bin gespannt wie sich das Auge bis Mai macht. Ich werde dann entsprechend berichten.

31 Jahre alt, 2 Kinder (2011 und 2017), verheiratet seit 2008.

Internetaffine Serienjunkie, Bücherwurm und Hörbuchfan, Gamerin, backt und kocht gerne, hängt an der (Strick-/Häkel-)Nadel und hat einen Hang zur Wollsucht.

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