Wie es ist eine Mutter zu sein

Neulich hat auf Instagram eine junge Mutter ihre Verzweiflung kund getan und gefragt ob nur Sie manchmal solche Momente hat. Ich schrieb ihr einen Kommentar dass es allen Müttern manchmal so geht.

Ich will das Thema hier noch einmal aufgreifen. Denn ich finde das sehr wichtig.

Wenn der Kinderwunsch konkret wird, malt man sich die Mutterschaft in den schönsten Farben aus. Wenn man Schwanger ist freut man sich erst recht darauf. Klar kommen einem da auch mal unsichere Gedanken wie es wohl sein wird. Aber so richtig vorstellen kann nan sich das noch nicht. 

Wenn das Baby dann da ist, gibt es diese Momente voller Unsicherheit, Verzweiflung. Wo man sich vielleicht sogar fragt ob es richtig war ein Kind zu bekommen. Nicht dass man es bereuen würde, nein! Man hinterfragt eher ob man selber als Mutter geeignet ist und ob man sich selber dem Kind antun sollte. 

Ja! Sollte man. Denn auch als Eltern sind wir nur Menschen. Wir mutieren nicht über Nacht zum perfekten Elterntier. Man darf auch als Mutter oder Vater überfordert sein. Man darf wütend oder ratlos sein. Man darf Fehler machen. Vor allem das! Denn aus Fehlern lernt man.

Und man darf diese Fehler auch den Kindern gegenüber zugeben. Die verstehen das! Okay, nicht als Baby oder Kleinkind, aber ab einem gewissen Alter schon. Ich finde das sogar sehr wichtig. 

Warum? Als Kind fühlte ich mich öfter unsicher, vor allem in neuen Situationen. Oder ich fühlte mich schlecht wenn ich Fehler machte, es war peinlich, doof. Einfach ein ungutes Gefühl. Die Erwachsenen in meinem Umweld haben ihre Unsicherheit immer überspielt und nie Fehler eingestanden. Ich dachte als Kind ich müsste nur Erwachsen werden, dann würde ich nie wieder diese unangenehme Unsicherheit verspüren oder Fehler machen. Als ich dann irgendwann die Erkenntnis gewann dass Erwachsene genauso unsicher sind und auch Fehler machen, war das für mich ein harter Schlag. Dieses Gefühl der Enttäuschung kann ich bis heute nachfühlen wenn ich daran denke. Es ist etwas dass ich aus meiner Kindheit mitgenommen habe und was ich als Elternteil anders machen möchte. 

Zudem bringt man seinem Kind dadurch auch bei dass es okay ist Fehler zuzugeben.

Es wird auch immer wieder Menschen geben die einem das Gefühl vermitteln oder sogar sagen es sei nicht okay sich als Eltern unsicher, ratlos oder überfordert zu fühlen. Oder gar Fehler zu machen. Hört nicht hin! Das ist nicht wahr! 

Oder Menschen die negative Posts bei Instagram, Twitter und Blogs kritisieren. Weil diese Posts nicht nur die schönen Seiten zeigen. Weil man auch mal jammert. Oder Fehler eingesteht. So etwas gehöre nicht ins Netz. Da bin ich anderer Meinung! Gerade das gehört ins Netz! 

Das sind Menschen die sich dadurch besser oder überlegen fühlen in dem sie andere schlecht machen, sich selber auf eine höhere Ebene stellen 👎 Solchen Menschen sollte man sofort aus dem Weg gehen. Denn die tun einem nicht gut. 

Es bringt absolut nichts nur die Sonnenseiten zu zeigen. Klar, wer das möchte kann das gerne tun. Ich will absolut niemandem reinreden! Denn jeder muss und sollte selbst entscheiden was er zeigt oder erzählt und was nicht. Aber wie gesagt, finde ich es wichtig auch mal zu zeigen dass es auch anders sein kann.nicht immer nur schön, harmonisch odrr entspannt. 

Es vermittelt Solidarität, es beruhigt. Es zeigt anderen Müttern auch, dass es eben normal ist. Und wenn es hilft dass auch nur eine einzige Mutter nicht betrübt auf dem Sofa sitzt und denkt sie wäre die einzige, sich nicht wie die schlechteste Mama auf der Welt fühlt weil es bei anderen aus dem Netz sonst ja alles so toll ist, dann ist das doch eine tolle Sache. Oder?

Eine  Mutter zu sein ist meistens wundervoll und sehr schön. Aber manchmal eben eher voller Unsicherheit oder Verzweiflung. 

31 Jahre alt, 2 Kinder (2011 und 2017), verheiratet seit 2008. Internetaffine Serienjunkie, Bücherwurm und Hörbuchfan, Gamerin, backt und kocht gerne, hängt an der (Strick-/Häkel-)Nadel und hat einen Hang zur Wollsucht.

Kommentar verfassen