Wochenwechsel, ganz viel Regen und Strohwitwenzeit

Heute: SSW22 / 21+0

Heute ist Wochenwechsel. Schon wieder. Mir kommt es so vor, als ob wir vor kurzem erst den Schwangerschaftstest gemacht hätten.
Ja die zweite Schwangerschaft geht echt schnell vorbei. Schneller als die erste. Das liegt sich an mehreren Faktoren. Man kann sich beim zweiten Mal nicht so extrem auf die Schwangerschaft konzentrieren wie beim ersten. Es ist ja schon ein Kind da, dass auch Aufmerksamkeit braucht und auch einfordert. Man macht sich in der zweiten Schwangerschaft auch einfach mehr Gedanken: Werden sich die Geschwister verstehen? Werde ich beiden Kindern gerecht? Und so weiter…

Die junge Dame turnt derweil munter im Bauch herum. Die letzten beiden Nächte habe ich kaum geschlafen, weil sie vor allem Nachts ganz schön munter ist. Aber es war auch einfach zu warm. Wir hatten bestimmt so 28 Grad im Schlafzimmer. Und das ist mir viel zu viel. Selbst mit Fenster auf (was wir eigentlich ständig auf haben) wurde das nicht besser.

Massenweise Regen

Und dabei hat es gestern so toll abgekühlt. Naja.. ich glaube wir hätten aber auch alle auf die Abkühlung verzichtet wenn uns der Rest erspart geblieben wäre. Ich hatte gestern Kaffeebesuch. Noch nachträglich zum Geburtstag. Das letzte Wochenende war ja nicht so toll zum draußen sitzen, so das ich dass dann auf dieses Wochenende verschob. Wir saßen Nachmittags gemütlich auf der Terrasse im Schatten unseres Sonnenschirms, da kamen dann gegen 16 Uhr die ersten Tröpfchen. Wir räumten den Tisch, blieben aber – jeder mit einem Glas Wasser – unter dem Schirm sitzen. So dass wir im Fall der Fälle nur noch uns selber und die Gläser reinbringen müssten. Es hörte schnell wieder auf und ich war ein bisschen traurig. Etwas mehr Regen hätte ich mir schon gewünscht. Alleine schon für den Garten. Hätte ich da gewusst was noch kommt…

Keine halbe Stunde später, wir hatten uns in der Zwischenzeit reingesetzt, weil es begann zu donnern, hagelte es plötzlich. Und keine kleinen Körner! Einige davon hatten schon Golfballgröße. Es knallte ganz schön gegen die Fenster, auf die Terrassensteine und den Tisch draußen und ich beeilte mich die Rolläden runter zu lassen. Denn: Lieber einen kaputten Rolladen als kaputtes Glas! Noch währen ich die Rolläden runter lies, gesellte sich zum Hagel ein heftiger Regen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir hatten schon schlimme Regenfälle. Aber das gestern hat alles übertroffen. Es regnete so heftig dass sogar die Regenrinne es nicht mehr schaffte und das Regenwasser Wasserfallartig aus der Regenrinne fiel. Der Ablauf im Hinterhrof sprudelte Zentimeterhoch das Wasser wieder raus. Unser Hof schwamm und mein Mann schrie “Das läuft in den Keller!”

Oh neiiiin! Das hatte ich fast vergessen. Wir haben zwei Lüftungsschächte für die Kellerräume, das sind nach außen so geschlitzte Steine. Die Schlitze sind so hoch dass dort kein Wasser reinlaufen kann. Aber der Stein, der zum Innenhof geht, ist offenbar an der Unterseite undicht. Der müsste neu verspachtelt werden oder sonst was. Ich bin da kein Experte. Aber auf jeden Fall kommt dort das Wasser rein. Wenn im Hof das Wasser steht, läuft es von dort in den Keller. Als ich unten an kam fing es gerade an zu laufen. In Bächen rann das Wasser die Wand herunter. Wir stopften Handtücher, die vor der Waschmaschine auf ihre 60°C-Runde warteten in den Schacht und legten weitere Handtücher vor die Wand. In der Hoffnung dass das erst mal reicht. Aber es mussten noch andere Maßnahmen her!

Ich warf mir kurzerhand die Jacke über, ging barfuß durch zentimeterhohes Wasser zum Gartenhaus und schnappte mir den nächsten Besen um das Wasser aus dem Hof Richtung Einfahrt und Straße zu “kehren”. Mein Mann versuchte es zwischenzeitlich ziemlich niedlich mit dem Kehrblech vom Handfeger 😀 Als er das mit dem Besen sah, meinte er gleich “Gibt mir auch einen!” und ich wurde von meiner Schwiegermutter abgelöst. Mit vereinter Kraft war der Hof dann schnell leer, so dass kein Wasser mehr vor der Treppe und dem Luftschacht stand.

Die Handtücher im Keller waren nass. Aber mehr auch nicht. Die drehen inzwischen ihre wohlverdiente 60°C-Runde. Die Nachbarn hat es schlimmer erwischt. Die haben eine Kellergarage, also eine tiefer gelegte. Das heißt das Haus selbst ist ebenerdig und die Einfahrt sehr steil nach unten. Das ganze Wasser lief natürlich die Einfahrt runter, in die Garage und den restlichen Keller. Wir hatten uns gerade von dem Schreck und dem Wasser kehren erholt, da fuhr die Feuerwehr in die Straße um den Keller der Nachbarn auszupumpen. Ist natürlich richtiger Bockmist für die Nachbarn 🙁

Vielleicht habe ich auch unruhig geschlafen weil ich Angst hatte dass es Nachts auch noch mal so heftig regnet und uns dann, ohne die Kehrmaßnahmen, der Keller doch noch richtig voll läuft.

Strohwitwe voraus!

Nächste Woche werde ich sicher auch unruhig schlafen. Denn von Montag bis Freitag bin ich Strohwitwe. Herr Nord fährt, wie alle zwei Jahre zur Branchenmesse und wird auch dort übernachten. Denn er ist an allen Tagen Vollzeit auf der Messe und wird Abends noch zusätzliche Kundentermine haben.

Strohwitwenzeit ist mich mich immer eine bittersüße Zeit. Ich vermisse Herr Nord natürlich immer sehr. Jetzt gerade wo ich Schwanger bin natürlich noch mal eine ganze Ecke extremer als sonst. Vor allem Abends im Bett, wenn nichts mehr zu tun ist am allermeisten. Es fehlt der andere Mensch im Bett, das vertraute gleichmäßige Atmen, die albernen Worte die wir manchmal noch wechseln, das Kuscheln, die Nähe, die Sicherheit dass jemand da ist.

Aber es gibt mir auch Zeit für mich. Wenn Herr Nord abwesend ist, plane ich für diese Tage immer Gerichte die ich gerne esse, er aber absolut nicht mag. Dinge mit Käse (“iiih, Käse! Geh mir weg damit!”), Bolognese (“Das sieht aus wie schon mal gegessen!”) oder Kürbiscremesuppe (“Ich will was zum kauen haben, wenn ich esse! Püriertes krieg ich noch früh genug im Altersheim!”)

31 Jahre alt, 2 Kinder (2011 und 2017), verheiratet seit 2008.

Internetaffine Serienjunkie, Bücherwurm und Hörbuchfan, Gamerin, backt und kocht gerne, hängt an der (Strick-/Häkel-)Nadel und hat einen Hang zur Wollsucht.

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